Ist das private Weblog von Vladimir Simovic mit Berichten zum Thema WordPress, Webwork, und Internet. Ich wohne in Köln und arbeite als freier Webworker, Blogger und Autor.
Im Rahmen meines Wechsels auf den neuen Rechner (4 GByte Arbeitsspeicher rocken) und des Wechsels von Windows XP auf Windows Vista (bin angenehm überrascht) bin ich auch von meinem bis dato bevorzugten Browser SeaMonkey, dem Nachfolger der Mozilla Browsersuite, zu Firefox 3 gewechselt.
Leider stellte sich heraus, dass SeaMonkey, bestimmte Erweiterungen für SeaMonkey und Vista nicht ordentlich zusammenarbeiten. Also war ich leider gezwungen auf die Kombination von Firefox und Thunderbird zu wechseln. An sich ist das kein allzu großer Schritt, da alle drei Anwendungen eigentlich aus dem gleichen Haus kommen und die Gecko-Engine nutzen.
Jetzt bitte keine Sprüche wie Warum SeaMonkey? Der ist so langsam und aufgebläht
und Wer braucht schon eine Kombination aus Browser und E-Mail-Programm
. Diese Sprüche dürfte ich mir in den letzten Jahren häufiger anhören. 99,9% dieser Leute hatten noch nie SeaMonkey installiert gehabt.
Zum einen konnte ich auf meinem alten Rechner weder von der Dateigröße noch von der Belegung des Arbeitsspeichers noch beim Aufbau von Websites feststellen können das es diesbezüglich Unterschiede zwischen SeaMonkey und Firefox (ich beziehe mich auf FF 2.x) gibt … obwohl bei mir immer auch die E-Mail-Anwendung von SeaMonkey aktiv war.
Startete ich dagegen Firefox und Thunderbird, dann lag bezüglich des Ressourcenverbrauchs der SeaMonkey eindeutig im Vorteil.
Auch die Verknüpfung von dem Browser und der E-Mail-Anwendung ist einfach viel besser als dies bei Firefox und Thunderbird der Fall ist. Ich kann aus der E-Mail-Anwendung von E-Mail zu E-Mail individuell entscheiden ob ich den Link in der E-Mail im selben oder neuem Fenster bzw. Tab aufmache. Auch wenn ich die E-Mail-Anwendung schließe werde ich dennoch von SeaMonkey benachrichtigt dass es neue E-Mail gibt.
Bei der deutschsprachigen Version von SeaMonkey ist das deutsche Wörterbuch Teil der Installation und auch aktiv nach der Installation bei FF + TB muss man es noch nachinstallieren.
Die Vorteile von Thunderbird und vor allem von Firefox ist einfach die viel größere Auswahl an Erweiterungen und die Tatsache das man sowohl den Browser wie auch die Erweiterungen updaten kann. Hinzukommt die bessere Verwaltung von den Erweiterungen (Update, Installation und Deinstallation). Da sind Argumente da haben es natürlich in sich. Die Entwickler von SeaMonkey wollen hier natürlich mitziehen, aber hier macht sich eindeutig der Unterschied in der Verteilung der Ressourcen bemerkbar.
Ich bin zwar in großem und ganzem sehr zufrieden mit der Kombination aus Firefox und Thunderbird, dennoch gibt es einige Punkte die ich hier noch vermisse.
Zum einen wäre dies die vollwertige Browser-Sidebar die Mozilla und SeaMonkey hatten bzw. haben. Dort konnte man nicht nur Teile des Browser aufmachen (Lesezeichen, History etc.) sondern auch das Suchefeld und bestimmte Webdienste wie z. B. den HTML-Validator und die SelfHTML-Dokumentation unterbringen. Diese Sidebar ist vor allem bei größeren Monitoren sehr nützlich. Ich bin kein Freund von mehreren Anwendungsfenstern, die sich nebeneinander einordnen: ich fühle mich abgelenkt. Auch maximiere ich die Programmfenster.
Die Browser-Sidebar von Firefox dagegen kann man in der Standardausführung auch wohlwollend nur als "total kastriert" bezeichnen. Sicherlich, es gibt diverse Erweiterungen (z. B. All-in-One Sidebar), dennoch fühlt sich die Sidebar als Fremdkörper an und ist teilweise verbuggt: z.B. verschwindet sie nach einem Download.
Hier würde ich mir von den Entwicklern eine vollwertige, native Sidebar wünschen wo man ohne Hilfe von Erweiterungen Teile einer Website oder Dienste auslagern kann.
Da ich von SeaMonkey es gewöhnt war die E-Mail-Anwendung zu schließen und diese dennoch im Hintergrund aktiv war, habe ich aus der Macht der Gewohnheit dies auch bei Thunderbird gemacht und mich dann gewundert warum keine E-Mails mehr ankommen.
Abhilfe schaffte die Erweiterung MinimizeToTray. Diese Erweiterung ermöglicht es Thunderbird in den Hintergrund (Infoleiste) zu schicken: das Programm-Fenster ist zu, die Anwendung ist dennoch aktiv. Ich finde diese Einstellung sollte zum Umfang von Thunderbird gehören.
Für Mozilla/SeaMonkey gibt es als Erweiterung den Bloglines-Notifier. Nach der Installation gab es einen kleinen Bloglines-Icon in der Statusleiste der Auskunft über neue Feeds und die Anzahl ungelesener Artikel Auskunft gibt. Für Firefox gibt es Trillionen von Erweiterungen, aber nicht so eine nützliche Sache. Ich bin immer noch auf der Suche nach einer Lösung.
1. – Webstandard-Team
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 15:33
Mit der "All-in-One Sidebar" hatte ich bisher noch nie Probleme. Ist auch einer der Pflicht-Extensions die bei jeder neuen Version erst einmal getestet wird. Ansonsten Glückwunsch zum "Wechsel" ;o)
2. – Torsten
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 16:07
Jetzt mal ein dumme Frage: Warum - abgesehen von der relativ schnellen Umstellung auf ein anders Programm - kein Umstieg auf ein anderes Mailprogramm (z. b. TheBat)? Firefox ist eh fast konkurrenzlos, aber Thunderbird empfand und empfinde ich immer als langsam und träge - bei 4 GB ist das sicher gar nicht mehr spürbar. Auch in punkto Produktivität (Autoreply, Vorlagen u.v.m. ) reißen einen die verfügbaren Erweiterungen nicht vom Hocker.
3. – Michael
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 16:20
Hallöle,
vielen Dank für den Tip MinimizeToTray. Das hat mir bei Thunderbird gefehlt.
Michael
4. – Perun
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 16:27
@Torsten,
deine Frage ist berechtigt. Momentan aus Zeitmangel bin ich erstmal bei TB geblieben. Von SeaMonkey auf TB ist die Umstellung äußerst minimal.
Ich bin eh auf der Suche nach einem E-Mail-Programm mit ordentlicher Unterstützung für IMAP. Mullberry wurde mir zwar empfohlen, aber ich kam mit dem Programm, zumindest auf die Schnelle, nicht so gut zu Recht.
5. – mike
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 17:15
Ich kann Deinen Schritt nicht nachvollziehen, welche Erweiterungen laufen denn nicht? Einzig beim Dauerbrenner Firebug könnte ich da noch mitgehen, aber das wäre für mich nie ein Argument, zu FF zu wechseln.
"Grössere Auswahl an Erweiterungen" würde ich nicht unbedingt unter Vorteile einordnen. Schliesslich ist ein nicht unerheblicher Teil an Erweiterungen nur dafür da, wichtige (in SM schon immer enthaltene) Features nachzurüsten.
Wegen Erweiterungen noch was: http://xsidebar.mozdev.org/modifiedmisc.html kennst Du?
6. – Perun
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 17:18
@mike,
ich kann dir nicht genau sagen, welche Erweiterung es war, aber irgendwann ließ sich SeaMonkey nicht mehr starten, mit dem Hinweis dass eine Instanz noch läuft. Ehrlich gesagt hatte ich dann irgendwann keine Lust mehr und habe den Schnitt gemacht.
Wenn dann SM irgendwann automatisches Update und eine bessere Verwaltung für die Erweiterungen anbietet, dann bin ich gern bereit wieder zurück zu wechseln.
7. – Martin
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 20:01
Seitenleisten gehen auch mit Firefox, z. B. die von SelfHTML – bin mir aber nicht sicher, ob du sowas meinst. Das öffnet sich dann in der Seitenleiste, wenn man beim Lesezeichen den Haken „Dieses Lesezeichen in der Sidebar laden“ setzt (welcher auch gesetzt wird, wenn der Link
rel="sidebar"enthält).8. – Perun
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 20:05
@Martin,
das geht schon so, aber das meinte ich mit kastriert. Das ist keine eigenständige Sidebar-Instanz sondern lediglich ein Lesezeichen welches sich anstatt im Browserfenster in der Sidebar öffnet.
9. – Jeriko
Kommentar vom 04. Juli 2008 um 20:13
Hier gibts den Bloglines Notifier als Firefox Extension - oder meintest du was anderes?
10. – Perun
Kommentar vom 05. Juli 2008 um 00:03
Hi Jeriko,
genau den meinte ich, ich habe zwei mal versucht ihn zu installieren, war glaube ich noch unter FF 1.5 … und es hat nicht geklappt … jetzt unter FF 3.0 geht es. Ich glaube es nicht
Danke dir.
11. – Matthias Mauch
Kommentar vom 05. Juli 2008 um 13:11
Perun schrieb:
"aber irgendwann ließ sich SeaMonkey nicht mehr starten,"
Ich vermute mal, das das die Version 1.1.9 war. Ich hatte das gleiche Problem, aber unter WindowsXP SP2. Ein Deinstallieren/Neuinstallieren, wie auch einfach nur die ZIP-Variante zu nutzen, brachte keinen Erfolg mehr. Egal welche Wege man eingeschlagen hatte, Seamonkey wollte nicht mehr auf dieser Kiste
Ist eher ein Bug in Seamonkey, als ein Bug von Vista.
12. – Bloglinks 27/2008 | DimidoBlog
Pingback vom 07. Juli 2008 um 00:35
[...] Vor- und Nachteile eines Wechsels von SeaMonkey zu Firefox und [...]
13. – jeichhor
Kommentar vom 08. Juli 2008 um 19:16
biete denn tb eine moeglichkeit im ordnerbaum pro ordner die anzahl der nachrichten pro ordnern - gelesen/ungelesen - anzuzeigen? solange muss noch der alte seamonkey herhalten…
14. – mike
Kommentar vom 09. Juli 2008 um 01:50
perun: automatisches Update und vernünftige Erweiterungsverwaltung gibt es schon in Seamonkey.
- wie Firefox Staub fressen wird, wenn das endlich fertig ist.
Leider nur in Nightlies. Die sind zwar meiner Erfahrung nach relativ stabil, aber eben leider nicht produktiv verwendbar.
Die fertige SM(2)-Version wird es leider leider gegen Ende des Jahres erst geben.
Einen Blick auf die Nightlies kann/ muss ich aber doch zur Horizonterweiterung empfehlen, wenn man sich das anschaut, bekommt man eine grobe Ahnung - bitte nicht zitieren, wenn ich falsch liege
15. – Martin
Kommentar vom 11. Juli 2008 um 04:19
@Perun: Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht mehr, worin sich das groß unterscheidet. Ich hab doch so oder so eine Leiste an der Seite mit dem gleichen Inhalt?
@jeichhor: Einfach mal auf das Tabellensymbol rechts in der Kopfzeile der Ordnerübersicht klicken und die gewünschten Spalten auswählen.