WordPress & Webwork

Bücher schreiben mit WordPress

Buchdruck im 15. Jahrhundert
Bild: Wikipedia

Eigentlich müsste die Überschrift dieses Artikels lauten: Digitale und gedruckte Bücher schreiben mit WordPress oder weiteren Online-Tools und ein paar weitere Links. Da ich aber, dass ein bisschen zu lang fand, habe ich mich für die griffigere Variante entschieden. :-)

Eine kleine Einleitung

An sich ist es nichts neues oder revolutionäres, dass man sich mit dem Gedanken trägt seine Bücher, egal ob wir von digitalen oder gedruckten reden, in HTML zu schreiben. Der Artikel auf A List Apart mit dem Namen Printing a Book with CSS: Boom! wird im November sieben Jahre alt.

Das Zusammenspiel von (X)HTML und CSS erlaubt uns nicht nur einen Text ordentlich auszuzeichnen sondern auch zu formatieren und zu layouten. So gesehen, haben wir alles was wir brauchen. In der Anleitung E-Books für Amazon Kindle erstellen beschreibe ich in einer mehrteiligen Artikelserie, wie man mit einem ganz einfachen HTML- bzw. Text-Editor Bücher für den Amazon Kindle erstellt.

Und auch die beiden verbreitetsten E-Book-Formate EPUB und Kindle basieren auf (X)HTML. Daher hat sich mir nie wirklich erschlossen, warum ich dann um Bücher zu schreiben auf LaTeX hätte umsteigen sollen: eine neue Entwicklungsumgebung einzurichten und neue Syntax zu lernen um den Text hinterher in ein Format umzuwandeln, der mir von Anfang an zur Verfügung steht … ist doch ein bisschen unlogisch. :-)

Und jeder der eine längere Veröffentlichung mit vielen Bildern und Code-Beispielen in Word oder Writer geschrieben hat, weiß dass dies keine nerven-schonende Alternative ist. Dies nur der Vollständigkeit halber.

Lösungen basierend auf WordPress

Nun kommen wir zum Kernthema und zwar zu Lösungen die auf WordPress basieren. Doch warum sollte man auf WordPress bzw. auf ein CMS zugreifen, Da wären hauptsächlich drei Gründe zu nennen. Zum einen wenn man vor hat ein Blog zu betreiben und zum späteren Zeitpunkt aus den vorhandenen Inhalten ein Buch zu erstellen.

Der zweite Grund wäre, wenn man mit mehreren Autoren an einem Projekt arbeitet und zu guter Letzt, weil man sich mit dem Editor von WordPress gut auskennt. Wäre in meinen Augen verschwendete Zeit sich eine extra Umgebung dafür einzurichten und dort einzuarbeiten, wenn man eine funktionierende Lösung hat.

[adrotate group="6"]

Anthologize: Export in EPUB, PDF, HTML, RTF und TEI

Für WordPress gibt es einige Plugins, die den Inhalt in so Formate wie PDF oder EPUB exportieren können. Eine recht bekannte Erweiterung nennt sich Anthologize.

WordPress Anthologize

Bei Anthologize kann man Klicken & Ziehen die Artikel oder Seiten zum Buch hinzufügen und das Ganze als EPUB, als PDF, als HTML, als RTF oder als TEI exportieren.

Pressboooks

Eine weitere Alternative, die ich hier gefunden habe nennt sich PressBooks und es handelt sich um einen Dienst, der auf WordPress aufsetzt.

PressBooks

Von hier aus kann man in EPUB, in PDF oder in XML exportieren. Jeder der schon mit WordPress gearbeitet hat, wird sich hier sehr schnell zu Recht finden.

WordPress2eBooks

Das Plugin WordPress2eBooks habe ich auf Twittwoch.de gefunden.

WordPress2eBook

Hiermit kann man bestimmte Artikel aus einer Kategorie, von einem Schlagwort oder Autor in .mobi (Kindle) und .epub exportieren. Ich habe mehrere Test durchgeführt, sah vielversprechend aus, leider waren die Kindle-Dateien beschädigt und iBooks habe ich nicht um zu testen ob die EPUB-Dateien funktionieren. Noch ist das Plugin in einer frühen Entwicklungsphase, daher habe ich Hoffnung, dass sich da noch etwas tun wird.

Weitere Online-Lösungen

Vor ein paar Wochen bin ich auf heise.de auf das Open-Source-Programm mit dem Namen Booktype aufmerksam geworden. Mit dieser Software für die Autoren kann man die Bücher in diversen Formaten publizieren, u.a. auch für Kindle.

Booktype auf booki.cc

Da die Software auf dem Server unter anderem Python-Web-Framework Django benötigt ist sie somit nicht für jeden zu installieren und zu betreuen. Man kann aber hierbei auf Dienste zurückgreifen, die diese Software anbieten, wie z. B. Booki.cc.

Einen weiteren Bericht zu Bookytpe gibt es drüben bei Ansgar.

Sigil: ein EPUB-Editor

Und auch wenn es nicht ganz in die Gruppe der schon vorgestellten Tools passt gibt es zum Schluss einen Hinweis auf Sigil. Es handelt sich hierbei um keine Online- sondern um eine Desktop-Anwendung mit der man Dokumente und Bücher in EPUB verfassen kann. Ich kannte das Programm vorher nicht und es machte in einem kurze Testdurchlauf einen soliden Eindruck.

Sigil

Wie immer bin ich für Ergänzungen und Alternativen dankbar.

17 Reaktion(en)

  1. Mario

    Eine weitere Möglichkeit bietet das CMS Contao, für welches es die Erweiterung Seiten-Export gibt. Damit lässt sich ebenfalls eine EPub-Datei erzeugen und man profitiert noch von den umfangreichen Rechtesystem Contaos, welches die Arbeit mit mehreren Autoren erlaubt.

  2. mo.

    Ich sehe das wie Du, Perun. Bücher, vor allem Sachbücher sollte man in HTML schreiben. Eine gute Möglichkeit ist auch Markdown. Gut an Markdown finde ich die Möglichkeit, die Links unterhalb eines Artikels zu sammeln.

    Auch lassen sich solche Texte sehr gut lesen und im Gegensatz zu einem HTML-Editor entsteht keinerlei fehlerhafter Code. Obendrein unterstützen zahlreiche Programme Markdown. Persönlich nutze ich zum Schreiben Scrivener. Scrivener eröffnet ganz neue Wege ein Textdokument zu bearbeiten. Texte kann ich dann unkompliziert als PDF, epub oder HTML-Version exportieren.

    1. Vladimir

      @mo.

      im Gegensatz zu einem HTML-Editor entsteht keinerlei fehlerhafter Code.

      als ich von Text- bzw- HTML-Editoren redete bzw. schrieb, dachte ich da mehr an PSPad, Notepad++, WeBuilder, Sublime Text etc. und nicht an Frontpage & Co. :-) Bei den guten HTML-Editoren kann man zwar auch fehlerhaften Code produzieren, aber hierbei sitzt der Verursacher vor dem Bildschirm. :-)

      Ich sehe das wie Du, Perun. Bücher, vor allem Sachbücher sollte man in HTML schreiben.

      Sehe ich auch so. Dennoch beglücken die Verlage einen mit Word- oder Writer-Vorlagen. :-|

  3. David

    So wirklich umständlich, wie alle immer behaupten, ist LaTeX gar nicht, für normale Texte zumindest. Zum Layouten eignet sich das aber nur bedingt, finde ich, besonders wenn es um präzise Platzierungen von Grafiken o.ä. geht.

  4. Fabian Michael

    Für alle digitalen Publikationen mit flexiblem Seitenformat, wie ePub-Dokumente o.ä. ist diese Art der Verwaltung sicher eine gute Idee, da sich Inhalte nahezu jeglicher Art mit WordPress meiner Ansicht nach sehr gut verwalten lassen.

    Für qualitativ hochwertige Print-Publikationen fehlt allerdings die notwendige Kontrolle, vor allem auch in Bezug auf typografische Details oder die Platzierung von Grafiken, etc. Was man bei einer elektronischen Publikation noch eher verzeiht, würde mich bei gedruckten Werken doch deutlich stören, vor allem wenn sie viel Geld kosten.

    Viele Grüße,
    Fabian

    1. Vladimir

      @Fabian,

      Für qualitativ hochwertige Print-Publikationen fehlt allerdings die notwendige Kontrolle, vor allem auch in Bezug auf typografische Details oder die Platzierung von Grafiken, etc.

      diese Feinheiten beherrschen weder Word noch Writer und dennoch beglücken die meisten Verlage einen mit Word- oder Writer-Vorlagen. Den Rest erledigt der Setzer. Das wäre im Fall einer HTML-Lösung auch nicht anders.

  5. Pingback: Sigil: ein netter Editor für E-Books | WordPress & Webwork

  6. Sebastian

    Danke für die schöne Übersicht! Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Weg von Anthologize über Word hin zu PDF beschrieben. Weiß jemand, ob es da inzwischen noch einfachere Lösungen gibt? Außerdem: Anthologize bietet kein Mobi-Format an. Wie wandelt ihr das um? Ich hätte jetzt einfach ein ePub erzeugt und es nach der Bereinigung über Sigil durch den Converter von Calibre gejagt, weiß allerdings nicht, ob möglicherweise Tabellen, Bilder etc. Schaden nehmen.

    Vor Zeiten bin ich mal über das neue Webtool substance.io gestolpert, sieht sehr ordentlich aus, hatte es allerdings noch nicht getestet. Hat jemand Erfahrungen damit?

  7. Kerstin

    Gibt es eigentlich noch andere Plugins für WordPress? Hatte mir Anthologize auf einer lokalen Installation unter XAMPP mal angeschaut, bekam dann beim Export allerdings die Fehlermeldung: Fatal error: Call-time pass-by-reference has been removed in C:\xampp\htdocs\wordpress\wp-content\plugins\anthologize\includes\class-tei-api.php on line 891. Mich würde primär der Export nach HTML interessieren.

  8. Pingback: WordPress: Pressbooks bald als Plugin verfügbar | WordPress & Webwork

  9. Pingback: Bücher schreiben mit Wordpress und weitere interessante News

  10. dorle

    Ich habe wordpress ausprobiert und fand es sehr praktisch. Meine Artikel importierte ich aus meinem Magazin, bearbeitete sie, stellte sie in einen neuen Zusammenhang und … wollte einmal sehen, wie sich so ein ebook auf meinem Kindle-Previewer macht. Pu…
    Mit der Exportfunktion produzierte ich nur Fehler. Keine Datei kann von Kindle geöffnet werden – weder epub noch xml, nicht einmal pdf funktionierte. Außer Fehlermeldungen habe ich noch nichts ernten können.
    Gibt es da irgendeinen Trick?
    Ich habe einfach nur auf "generate"geklickt.

Die Kommentare in diesem Beitrag sind geschlossen.