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Amazon Kindle: kleinere Dateigröße des E-Books = mehr Einnahmen für den Autor

Von am 05. 05. 2012 um 16:27 – Aktualisiert am 01. 10. 2012 um 13:52

Wer in der Lage ist, in Bezug auf Dateigröße, schlankere E-Books zu produzieren, der wird längerfristig mehr Erfolg haben. Die Mehreinnahmen kann man dann entweder in Marketing, bessere Qualitätskontrolle investieren und die Verlage können alternativ den Autoren höhere Honorare zahlen, was sie zusätzlich attraktiver gegenüber der Konkurrenz macht.

Kindle Direct Publishing In der Anleitung "E-Books für Amazon Kindle erstellen als PDF" habe ich beschrieben, wie man mit einem Texteditor (aka Code-Editor) E-Books für Amazon Kindle erstellt. In dieser Anleitung nannte ich die Vorteile von einem Texteditor & HTML gegenüber Word, LibreOffice & Co:

  • Kostenlos bis kostengünstig und auf jeder relevanten Plattform vertreten ohne zusätzliche Betrachtersoftware installieren zu müssen
  • Bessere Kontrolle des Textes und der Auszeichnungen bzw. Formatierungen
  • und kleinere Größe der Textdokumente

Aber warum ist die Dateigröße so wichtig? Nun, Amazon bietet für die größeren Märkte, wie z. B. USA, UK und Deutschland zwei Tantiemenmodelle für den Autor: 70% oder 35% von dem Nettopreis (also Endkundenpreis abzüglich 3% MwSt.). Die 70% gelten für alle E-Books deren Nettopreis zwischen 2,60-9,70 Euro liegt. Für E-Books die preislich darunter oder darüber liegen, werden 35% an den Autor weitergegeben.

Bei dem 35%-Modell übernimmt Amazon die Kosten für den Download. Bei dem für den Autor attraktiveren 70% entstehen für den Autor Kosten für den Download und zwar für jeden einzelnen und das 12 Eurocent pro Megabyte.

Beispiele und Maßnahmen

Hier drei Beispiele um das ganze zu verdeutlichen. Die HTML-Dokumente unseren E-Books "WordPress 3.3 für Adminstratoren und Webmaster" sind ganze 82 Kilobyte groß. Ich habe mal den Test in Word und LibreOffice gemacht und folgende Dateigrößen kamen heraus:

  • Word (html, gefiltert): 97 Kilobyte
  • Word (html, ungefiltert): 125 Kilobyte
  • LibreOffice: 688 Kilobyte (!?)

Nun könnte man entgegnen 97 kb zu 82 kb ist nicht so viel und zudem komprimiert Amazon die E-Books während der Konvertierung. Ja klar, die 15 kb Unterschied für die textdokumente hört sich nicht nach viel an. Aber es ist eine Steigerung von 18% und es handelt sich hierbei um ein eher kleines E-Book was zudem nicht über viele und vor allem nicht über "komplizierte" Auszeichnungen (z. B. Tabellen) verfügt.

Der Unterschied bei einem dicken Fachbuch welches über viele Tabellen und umfangreiche Code-Beispiele verfügt würde ganz anders ausschauen.

Hier ein zweites Beispiel. Ich habe über die Software Sigil geschrieben. Das Programm ist OpenSource und ist eigentlich gedacht, dass man damit E-Books als EPUB erstellt. Man kann aber damit auch E-Books für Kindle erstellen: das Buch in Sigil verfassen und später mit calibre in MOBI umwandeln.

Ich habe es mit unserem anderen E-Book "WordPress 3.3 für Autoren und Redakteure" getestet. Wenn ich nur mit meinem HTML-Editor arbeite wird das gesamte E-Book 1,7 Megabyte groß (Texte und Bilder). Erstelle ich es in Sigil und konvertiere es in calibre, dann ist das gesamte E-Book 2,5 Megabyte groß. Dieser Unterschied bedeutet in etwa 10 Eurocent pro Download.

Hier ein drittes Beispiel. Ich habe durch minimale Anpassungen an den HTML-Dateien und an Bildern – hier steckt sehr viel Einsparungspotential – geschafft unsere beiden E-Books um etwa 800-900 Kilobyte zu verkleinern ohne das es, vor allem bei Bildern, irgendwelche erkennbaren Qualitätseinbußen gab. Das macht in etwa 10 Eurocent mehr Einnahmen pro verkauftem E-Book für mich.

Bei etwa insgesamt mehr als 400 verkauften E-Books sind das 40+ Euro mehr, die bei mir gelandet sind. Das ist jetzt nicht revolutionär viel. Denkt man aber jetzt an einen hauptberuflichen Autor, der mehrere E-Books verkauft und das z. B. in einem Segment, der populärer ist als IT-Themen oder an einen kleinen Verlag der dann im Monat mehrere tausend E-Books verkauft, die auch umfangreicher sind und dadurch auch mehr Einsparungspotential bieten, dann kommt man recht schnell an Summen die wirklich ins Gewicht fallen und die später entweder bei Werbung oder Qualitätskontrolle fehlen.

Das ganze kann den Unterschied zwischen lohnt sich noch und lohnt nicht ausmachen. Verlage und Autoren, die sich mit diesem Thema beschäftigen werden später einen eindeutigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben.

Nicht das wir uns missverstehen. Ich gönne Amazon das Geld und die sollen auch ihren Anteil bekommen, aber man muss denen nicht mehr als notwendig überlassen. :-)

TL;DR wer in der Lage ist, in Bezug auf Dateigröße, schlankere E-Books zu produzieren, der wird längerfristig mehr Erfolg haben. Die Mehreinnahmen kann man dann entweder in Marketing oder bessere Qualitätskontrolle investieren und die Verlage können alternativ den Autoren höhere Honorare zahlen, was sie zusätzlich attraktiver gegenüber der Konkurrenz macht.

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2 Kommentare

  1. 1.Schwarzweiß oder Farbe fürs Kindle E-Book? [Update] | 7oom

    Pingback vom 09.09.2012 um 08:21

    [...] E-Buches und Amazon läßt sich z. Zt. den Transfer zum Kunden via "Whispernet" mit 12 Cent/Megabyte bezahlen. Das kann sich besonders bei kleinen Publikationen im 99-Cent-Bereich überproportional [...]

  2. 2. – Schwarzweiß oder Farbe fürs Kindle E-Book? | Oberlehrer

    Pingback vom 01.10.2012 um 13:32

    [...] E-Buches und Amazon läßt sich z. Zt. den Transfer zum Kunden via "Whispernet" mit 12 Cent/Megabyte bezahlen. Das kann sich besonders bei kleinen Publikationen im 99-Cent-Bereich überproportional [...]

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