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Das Ende von Posterous ist keine Niederlage für die Onlinewelt

Von am 20. 02. 2013 um 22:22

Das Aus von Posterous erinnert uns alle noch einmal, wie wertvoll eigene Weblogs sind.

Habe vorhin einen Artikel auf Netzpiloten.de gelesen, der mich doch etwas verwundert hat: Das Ende von Posterous ist eine Niederlage für die Onlinewelt. Autor des Artikels ist der Meinung, dass das Schließen von Posterous eine Niederlage für uns alle ist, weil Posterous einfach zu bedienen gewesen wäre und dadurch auch weniger erfahrene Nutzer publizieren würden.

Ich sehe das anders und zwar aus mehreren Gründen auf die ich kurz eingehen möchte.

Posterous war eigentlich schon viel früher am Ende

Sicherlich, Posterous war recht einfach zu bedienen, aber ich kann mich nicht wirklich erinnern das aus Posterous ein Massenphänomen geworden ist. Wie man an Hand diesen Artikels sieht, fing Posterous schon Anfang 2011 an Beliebtheit zu verlieren.

Auch andere Systeme sind einfach

Zum anderen sind so ziemlich alle heutigen Redaktionssysteme – egal ob es sich um Blogs, Wikis oder "klassischen" CMS handelt – viel einfacher zu bedienen, als dies noch vor 5 oder 10 Jahren war. Wer wie ich, schon in den 1990ern im Web unterwegs war, kann sich erinnern, was damals für "Turnübungen" notwendig waren um etwas zu veröffentlichen.

Daher denke ich, dass wenn heute jemand im Web nicht publiziert es weniger an der Komplexität des Systems liegt … WordPress kann man u.a. komplett mit dem E-Mail-Programm füttern … sondern eher daran, dass Publizieren eben Zeit und Motivation benötigt.

Eigenes Weblog als die Trutzburg

Aber mir geht es um etwas anderes, weil ich denke dass das Schließen von so Systemen wie Posterous eigentlich eher ein Gewinn für uns ist. Bereits im Juli 2011 verfasste ich den Artikel Weblogs als Fels in der Brandung der Social Networks.

Das war ein Plädoyer für Weblogs in eigener Hand und das man nicht komplett alles in die sozialen Netzwerke auslagern sollte. Man kann das von sozialen Netzwerken ohne Probleme auf die ganzen (Micro-) Blogging-Dienste, wie es noch Tumblr ist und Posterous war, ausweiten.

In seiner Spiegel-Kolumne hat Sascha Lobo unter Euer Internet ist nur geborgt ebenfalls eine Lanze für eigene Blogs gebrochen.

Es spricht nichts dagegen in diversen sozialen Netzen und/oder auf (Micro-) Blogging-Diensten aktiv zu sein. Im Gegenteil. Aber die eigene Website, egal ob man sie Weblog nennt oder nicht, sollte als der letzte Rückzug, eben wie eine Trutzburg, immer in deiner Hand bleiben.

Und wie eine Trutzburg sollte man auch sein Blog auch pflegen. Im Mittelalter hat man so eine Trutzburg mit Proviant, Brunnen mit Frischwasser und Waffen gefüllt. Und wir füllen unsere Blog-Trutzburg mit gutem Inhalt, Kommentaren und empfehlenswerten Links. :-)

In deinem eigenen Weblog bist du der Herr, du entscheidest wie es vorangehen soll und du entscheidest wann Schluss ist. Das bisschen Mehrarbeit belohnt dich mit einem viel größeren Wirkungsradius und Freiheit.

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Ein Kommentar »»

  1. 1.Horst Schulte

    Kommentar vom 21.02.2013 um 12:03

    Sehr guter Artikel, dem ich inhaltlich auch voll zustimmen muss. Posterous war mal eine interessante Alternative. Es wurde versäumt, weiter daran zu arbeiten, so dass das Ende längst absehbar war. Als Niederlage kann man diese Entwicklung, finde ich, jedenfalls nicht verstehen.

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