WordPress & Webwork

Meinungen zu nofollow

Ich glaube fest, daß die Diskussion um das HTML-Attribut für Links (rel="nofollow") an keinem technisch interessierten Blogger vorbeigegangen ist.

Worum geht es? Vor einigen Tagen gab es im Google-Blog eine Meldung in der angekündigt wurde eine Möglichkeit gefunden zu haben um Kommentar-Spam zu verhindern. Man soll einfach den Links die Kommentatoren schreiben automatisch das Attribut rel="nofollow" verpassen. Ein Besipiel: <a href="http://www.domainname.de" rel="nofollow">Domainname</a>. Solche Links würden dann von Google nicht mehr gewertet.

Das klingt zuerst klasse. Denn ausser den Spamern hat so ziemlich jeder das Interesse den Spam in Weblogs einzudämmen bzw. zu verhindern. Einige Weblogger haben direkt gejubbelt und das nofollow-Attribut gelobt.

Ich habe mich zurückgehalten, weil mir die notwendigen Infos und Aspekte gefehlt haben um mir eine eigene Meinung zu bilden. Nachdem ich so einige Weblogeinträge gelesen habe, habe ich mich dazu entschlossen diesem neuen Attribut eher ablehnend gegenüber zu stehen.

Warum? Ich bezweifle stark, daß dies Spamer davon abhält weiter ihr Unwesen zu treiben, lasse mich gerne eines besseren belehren. Denn sie sind nicht nur scharf auf den PageRank den sie durch Links bekommen sondern sie hoffen auch, daß der eine oder andere auf den Link klickt und das jeweilige Produkt kauft. Und die Spamer haben entweder sehr gerringe (Server in China z.B) oder teilweise garkeine Kosten (durch infizierte Rechner), daher wird es sie vieleicht ein bißchen treffen, daß sie durch das neue Attribut nur wenig oder gar kein PR mehr bekommen (vorausgesetzt alle Webmaster machen mit), aber es bleiben immer noch genug Leute über, die auf die Links klicken und die Produkte kaufen. Die Links in den E-Mails verleihen auch kein PR und trotzdem wird gespammt.

Ich glaube so wird man das Spam-Phänomen nicht in den Griff bekommen. Mir scheint es so, als ob der Wille dazu fehlen würde, vor allem der politische. Anstatt sich neue Attribute auszudenken sollten die Suchmaschinenbetreiber, Provider, Softwarehersteller etc. in einer gemeinsamer Aktion mit der Politik Richtlinien ausarbeiten, wie man die Spammer dranbekommt und "ausschaltet" und das bitteschön international. Aktionen die auf Regionen und Länder begrenzt sind, haben keine Chance.

Auf der anderen Seite irritiert mich das nofollow-Attribut doch etwas. Ein Verweis bzw. ein Link von einer Seite auf die andere bedeutet für mich immer in etwa wie: Ergänzung des Inhalts, Empfehlung, thematisch verwandt etc. Wenn ich aber das nofollow-Atttribut für ein Link einsetze, dann heisst das so ungefähr wie "das ist eine Empfehlung die womöglich keine ist" oder "der Inhalt könnte u.U. thematisch verwandt sein". Also entweder setzte ich ein Link und zwar ohne nofollow oder ich lasse es ganz sein. Ein bißchen Schwanger gibt es auch nicht.

Nehmen wir als Beispiel die Kommentare in diesem Blog. Die meisten Kommentatoren hatten zu den Inhalten etwas beizutragen und/oder zu ergänzen und dafür bin ich dankbar. Warum sollte ich den Links in Kommentaren nicht den PR gönnen, denn es sollte nicht nur für den direkten Besucher die Struktur ersichtlich sein, sondern auch für die Suchmaschinen. Und den Kommentarspam versehe ich nicht mit dem nofollow-Attribut, dieser wird direkt gelöscht.

Im Goolge-Weblog sieht man, so meine ich, wie man es nicht macht. Dort wurden die Softwarehersteller, die die nofollow-Initiative unterstützen, im Beitrag zwar verlinkt, aber mit einem Redirect. Was soll das? "Du unterstützt mich zwar bei meinem Vorhaben, aber ich gönne dir nicht mein PR!".

Und jetzt bitte keine Vorwürfe an mich ich wäre PR-Geil oder sonstiges in dieser Richtung. Da ist man mit diesem Vorwurf bei mir falsch.

Allerdings kann ich anderseits die Hoffnungen und Argumente der Befürworter des nofollow-Attributes nachvollziehen und respektiere sie. Was man andersrum von dem einen oder anderem Befürworter des Attributes nicht unbedingt sagen kann, es fielen schon einige Vorwürfe wie : "du bist PR-Geil" oder "Blog als Penisersatz". So eine Diskussion finde ich nicht fair und spricht nicht unbedingt für denjenigen der diese Worte vorwurfsvoll an den anderen richtet.

Weitere Meinungen zu diesem Thema:

Kontra nofollow

  • Kommentare würdigen
  • Das neue Link-Attribut
  • Nofollow oho
  • NoNofollow.net
  • NO NOFOLLOW Initiative
  • nofollow – noLinks, noComments, noTrackbacks, noPageRank?
  • rel="please don’t leave your spam here"
  • Semantischer Spam

Pro nofollow

14 Reaktion(en)

  1. Pingback: C-blog - Bock auf Blog » No-Follow-Diskussion zusammengefasst

  2. René

    >>Ich glaube fest, daß die Diskussion [..] an keinem technisch interessierten Blogger vorbeigegangen ist.

    wie auch – wenn jeden Tag in irgendeinem Blog ein neuer dazu kommt 😉

    Ich persönlich finde, daß man das Attribut sinnvoll einsetzen kann. Z.B. wenn man über eine unbeliebte Seite spricht. Dann möchte ich zwar, daß der Besucher diese Seite besucht, damit er einen Eindruck davon bekommt – beim PR macht der Geiz Sinn. Andererseits

    Aber gänzlich jeden Link abschalten, halte ich für keine gute Lösung.

  3. Perun

    @René,
    an sich gebe ich dir recht. Aber wenn ich über eine unbeliebte Seite spreche, wäre es dann nicht sinvoller, diese überhaupt nicht zu verlinken, sondern einfach im Klartext – unbeliebte-seite.de – niederzuschreiben?

  4. David

    Ich muss mich da anschliessen. Entweder es ist Spam und dann kann der Kommentar gelöscht werden, oder eben nicht und man lässt ihn stehen.
    Interessant könnte eine Funktion sein, die jeder Kommentarleser bei jedem öffentlichen Kommentar nutzen könnte: Z.B. eine Art "Spam-Markierung", die solange bestehen bleibt, bis der Seitenbetreiber darauf aufmerksam wird und entsprechende Massnahmen ergreift.

  5. Herbert

    Ich finde diese no follow Aktion auch ziemlich daneben. Die Spamer wird man deshalb nicht wegkriegen. Da könnte ich auch gleich meinen Briefkasten zu Hause zukleben und mich wundern, daß keine Post mehr kommt. Aber eben auch keine Werbung mehr. Wo liegt der Sinn?

  6. Werner Kellner

    Faktum ist doch:
    Spammer werden kaum im Quelltext nachsehen ob ein Nofollow gesetzt ist oder nicht. Spammer haben keine Zeit. Sie setzten Standardtexte ein. Die Setzung eines Kommentars dauert nur Sekunden.
    Wer kennt den diese Texte nicht. Aber wozu hat man Tools wie Akismet. Da wird man Spamming schnell her.

    Wer einen Blog betreibt ist froh über jeden Beitrag und warum soll man das nicht irgendwie belohnen.
    Ein Link kostet nichts. Das einzige was man beachten muss, auf welche Seite verwiesen wird, sonst ist man bei Google unten durch.
    Aber macht man das nicht sowieso?!
    Des weiteren, will man doch seine Umwelt teilhaben lassen. Sonst würde man doch nicht Bloggen.
    Um seinen Pagerank zu steigern gibt es doch einfachere Möglichkeiten als zu Kommentieren oder zu Bloggen.

    Ich finde das Nofollow-Tag nicht Blogger-Art, da es eine Art Futterneid verkörpert, die es unter Bloggern nicht geben sollte.
    Schließlich ist jeder froh, wenn seine Beiträge Beachtung finden. Da stört so etwas nur.

    Ich habe auf meinen Blog das Plugin Follow-URL aktiviert um das nofollow-Attribut zu entfernen und empfehle allen das gleiche zu tun.
    Man sollte sich zusammentun und eine Verzeichnis Gründen mit dem Inhalt "Nofollow-Freie Blogs". Sozusagen eine Grüne Liste guter Blogs die dieses Attribut nicht einbinden

    Ich glaube das wäre die Richtige antwort darauf.

  7. Sprecher

    Es gibt für mich vor allem ein Argument gegen nofollows (in Blogs):

    Wenn ich einen Blog habe, muss ich ihn – wenn es mir ernst ist – doch ohnehin moderieren, um sicher zu gehen, dass das nicht einer andere beleidigt oder sonst einen Unfug treibt. Da kann es dem Blogger doch egal sein, ob er nach Bösewichtern oder Spammern (die ja no nofollow-Blogs gerne Besuchen) schauen muss.

  8. Pingback: Nofollow-Attribut im hauseigenen Wordpress-Skript | Blogging, Internet und Webpromotion

  9. Alex

    Hallo,

    NoFollow-Attribut in den Kommentaren ist doch so gut wie fehl am Platze, aber in manchen Fällen kann man es wohl einsetzen. Ich sage mal vorsichtig, dass so manche Blogger Ein-Kommentar-Blogger sind, wenn es ums Kommentieren auf anderen Blogs geht.

    Das kann man auch anhand der abgegebenen Kommentare und dem dazugehörenden Inhalt einigermassen abschätzen. Dabei ist das doch nichts anderes, als einen Backlink dadurch zu ergattern.

    Sicher gibt es Tage, wo ich selbst zu einem neuen Blogartikel nur einen Kommentar abgegeben habe. Wenn man zu dem einen oder dem anderen Thema wenig zu sagen hat, sollte man doch lieber auf ein sinnloses Kommentar verzichten.

    Andererseits machen zahlreiche Kommentare bei den Blogbesuchern und Lesern einen guten Eindruck und um dies gewährleisten zu können, wäre es angebracht, NoFollow-Tag aus den Kommentaren zu entfernen. Ich will ja auch keinem Blogger sowas vorschreiben und darf dies ebenfalls nicht:), dennoch müsste man logischerweise, um einen Diskussion anzuzetteln, Nofollow entfernen, ansonsten gibt es um Einiges weniger Comments.

    Für mich war fast immer ganz klar, dass in die Comments nur Follow-Attribut hingehört, da ich so oder so diese moderiere und die Links verfolge. Ich will letztendlich wissen, welche Nachbarn ich habe.

    Grüße…

  10. pusche

    ich finde, der ein-kommentar-blogger an sich hat noch nichts verwerfliches an sich. wenn der kommentar zum artikel passt und etwas zur diskussion beiträgt, trifft er doch genau den sinn, den kommentare haben. ob derjenige ein regelmäßiger besucher ist oder nicht finde ich da weitgehend irrelevant.

  11. Leo

    Ich befürworte nofollow. Gibt es eigentlich eine Komplettlösung, die nicht nur neue Kommentare auf Spam filtert sondern auch ältere Kommentare die unwissentlich freigegeben wurden, um dort die Links zu entfernen.

    Denn wie oft kommt es vor dass jemand einen Kommentar abgibt der nicht auf den ersten Blick als Spam deklariert wird und später aufgrund eines Beitrages wie z. Bsp. aktuell: Grüsse an Bernd Sonnensegel erst aufmerksam gemacht wird.
    Über eine Info wäre ich sehr dankbar.

Die Kommentare in diesem Beitrag sind geschlossen.

✉ WordPress-Newsletter ✉

Tipps und News als E-Mail in deinem Postfach? Dann abonniere einfach den ersten deutsch­sprachigen Word­Press-Newsletter:


Der Newsletter ist hinterher jederzeit abbestellbar.

Eintragen!