WordPress rät Theme-Entwicklern zu lokalen Google-Fonts

Symbolbild: Schriftarten

Wir haben hier schon öfter darüber berichtet, dass es im Rahmen der DSGVO nicht erlaubt ist, WordPress-Themes (oder auch Plugins) einzusetzen, die Google-Fonts über die API von Google selbst »beziehen«. Denn ein Urteil des Landgerichts München hat Anfang des Jahres folgendes festgestellt:

Dynamische IP-Adressen stellen für den Betreiber einer Webseite ein personenbezogenes Datum dar, denn er verfügt abstrakt über die rechtlichen Mittel, die vernünftigerweise eingesetzt werden könnten, um mithilfe Dritter, und zwar der zuständigen Behörde und des Internetzugangsanbieters, die betreffende Person anhand der gespeicherten IP-Adressen bestimmen zu lassen (im Anschluss an BGH VI ZR 135/13). RN 5

Der Einsatz von Schriftartendiensten wie Google Fonts kann nicht auf Art. 6 Abs. 1 S.1 lit. f DSGVO gestützt werden, da der Einsatz der Schriftarten auch möglich ist, ohne dass eine Verbindung von Besuchern zu Google Servern hergestellt werden muss. RN 8

Es besteht keine Pflicht des Besuchers, seine IP-Adresse zu „verschlüsseln“ (meint vermutlich verschleiern, etwa durch Nutzung eines VPN). RN 9

Die Weitergabe der IP-Adresse des Nutzers in der o.g. Art und der damit verbundene Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht ist im Hinblick auf den Kontrollverlust über ein personenbezogenes Datum an Google, ein Unternehmen, das bekanntermaßen Daten über seine Nutzer sammelt und das damit vom Nutzer empfundene individuelle Unwohlsein so erheblich, dass ein Schadensersatzanspruch gerechtfertigt ist. RN 12

Rewis, Redaktioneller Leitsatz

Nun haben auch die Entwickler von WordPress dies mitbekommen und reagiert. Sie empfehlen Theme-Entwicklern ihre Themes zu aktualisieren und dabei den Wechsel zu lokal gehosteten Webfonts umzusetzen. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, ob es in Zukunft überhaupt erlaubt sein soll, die genutzten Schriften remote zu hosten bzw. nicht lokal zu hosten. Das würde sich dann auf alle im offiziellen Verzeichnis befindenden Themes auswirken. Viele kommerzielle Themes bieten diese Möglichkeit ohnehin schon an.

Die Standard-Themes Twenty Twelve bis Twenty Seventeen werden auf jeden Fall diesbezüglich aktualisiert.

Das wäre auf jeden Fall für Nutzer aus Deutschland ein schöner Schritt, denn dann könnte man sich das manuelle Laden oder das Umstellen der Themes ersparen. Wie das geht, mit verschiedenen Methoden geht, haben wir euch hier schon Schritt für Schritt erläutert:

Zudem gibt es auch ein entsprechendes Plugin, das ihr nutzen könnt: Local Google Fonts – ich selbst habe es aber noch nie ausprobiert. Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.

Nachtrag: Ich habe das Plugin nun bei mehreren Projekten getestet. Es funktioniert einwandfrei. Eine sehr gelungene Alternative 👍

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2 Kommentare

    1. Die Aktualisierung der Standard-Themes hat in der Tat noch nicht stattgefunden.

      Mindestens seit Twenty Twenty werden keine Google Fonts in den Standard-Themes geladen. Viele Themes bieten die Möglichkeit auch mittlerweile in ihren Optionen an keine Google Fonts zu laden oder diese lokal auszugeben.

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