WordPress & Webwork

Neues Weblog oder neue Kategorie

Schon seit längerem kommt mir immer wieder zwischendurch die Frage auf: "Wann ist ein Thema reif für ein eigenes Projekt (egal ob Wiki, Weblog etc.)?" bzw. sollte man eher mehrere Projekte führen oder eher alles in einem Weblog unterbringen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten und bevor man man sich begibt Antworten zu geben sollte man einiges im Vorfeld klären.

Nehmen wir mal an, man führt ein Weblog zum Thema PC-Hardware: Testberichte zu neuer Hardware, Übertaktungspotentiale, wie baut man sich einen leisen und zuverlässigen Gaming-PC etc. Das Weblog erfreut sich nach einer relativ kurzen Zeit einer stätig wachsenden Besucherzahl. Mit der Zeit berichtet aber der Betreiber auch über Software und zwar sehr häufig.

Nun könnte schon hierbei, die Frage aufkommen: neues Projekt oder belassen wir es bei der separaten Kategorie (in diesem Fall Software)? Doch warum stellt sich diese Frage? Es gibt Besucher die mögen es nicht wenn Themenfremde Inhalte auftauchen. Ich selbst habe leider einige Feeds gelöscht, weil nach jedem Fachbeitrag 5-6 Fachfremde Beiträge kamen. Auf der anderen Seite merke ich als Betreiber selbst, dass wenn man mehrere Kategorien bzw. Themen im Weblog behandelt man sich immer mehr von den Kernthemen ablenken lässt. Gut, dann wäre die Antwort einfach: für jedes größeres Thema ein neues Weblog.

Moment mal, um bei unserem Beispiel-Blog zu bleiben, wenn wir alle Beiträge zum Thema Software in ein neues Projekt übertragen, dann übertragen wir auch Software-Beiträge welche in einem direkten Zusammenhang mit dem Thema Hardware stehen z. B. Software die die Temperatur des Prozessors anzeigt oder Software mit der es möglich ist die Grafikkarte zu übertakten. Was machen wir mit diesen Beiträgen? Doch in das neue Weblog, oder in dem alten belassen oder evtl. in beiden veröffentlichen.

Es in beiden Weblogs zu veröffentlichen ist nicht unbedingt eine gute Idee. Suchmaschinen mögen es nicht wenn identische Inhalte auf unterschiedlichen Domains vorhanden sind. O-Ton von Google: Don’t create multiple pages, subdomains, or domains with substantially duplicate content. Also müsste man die Beiträge bearbeiten, wenn man sie in verschiedenen Blogs veröffentlichen will und das kostet zusätzliche Zeit.

Also bleiben als Lösung die Trennung oder beide Themen im gleichen Blog. Die Trennung hat den Vorteil, dass die Besucher ein spezialisiertes Weblog vorfinden und du als Betreiber dich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren kannst. Der Nachteil ist, dass zwei Weblogs mehr Zeit in Anspruch nehmen, das Redaktionssystem muss gepflegt werden und für beide Projekte muss regelmäßig neuer Inhalt geliefert werden. Denn wenn man in Zeitnot ist, ist es einfacher in einem Weblog welches mehrere Themen umfasst etwas zu finden worüber man berichtet als in zwei Weblogs, die separate Themen behandeln, je einen Beitrag zu verfassen. Also kommen wir nun langsam aber sicher zum Problempunkt Nr. 1: der Zeit.

Meiner Meinung nach macht es Sinn Themen in ein eigenes Weblog auszulagern, auch wenn sie in gewisser Weise mit dem Hauptthema des ersten Weblogs zusammenhängen, aber man damit ein bestimmtes Ziel verfolgt. Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem Hardware-Blogger. Er könnte z. B. ein zweites Weblog aufmachen in dem er die längeren Beiträge aus dem alten Weblog, fein sortiert, korrigiert und bereinigt im neuen Blog veröffentlicht weil er z. B. ein Buch zu diesem Thema veröffentlichen will. Mit diesem separatem Weblog könnte er besser die Verlage oder die Fachzeitschriften auf das Kernthema aufmerksam machen, als wenn die Beiträge sich zwischen den anderen Berichten, Linkhinweisen und Urlaubsfotos aus Grönland verlieren.

Jedoch muss man für dieses Projekt zusätzliche Zeit aufbringen und man sollte sich darüber schon vorher im Klaren sein. Man denkt vorher sehr oft, dass man die 1-2 Stunden pro Woche sehr einfach aufbringen kann. Doch dann wird auf einmal 5-7h daraus, ein neuer Auftrag kommt rein oder als Angestellter muss man Überstunden schieben und schon wird aus dem dem neuen Lieblingsprojekt eine Belastung. Hierbei rede ich auch aus eigener Erfahrung.

Also wird es in vielen Fällen darauf hinauslaufen, dass man viele Themen in einem Weblog unterbringt. Doch das hat nicht nur Nachteile. Neben dem Vorteil der weniger benötigten Zeit kommt noch der "Bekanntheitsfaktor" hinzu. Also wenn man mit einem neuen Thema (bzw. Kategorie) anfängt muss man nicht, wie bei einem neuen Projekt, bei Adam und Eva anfangen. Dadurch dass man Kategorien, Tags und kategoriebasierende Feeds anbietet kann man dem "Chaos" der durch mehrere Themen entstehen kann vorbeugen bzw. diesen abmildern. Speziell die kategoriebasierenden RSS-Feeds könnten den Besuchern, die einen reinen Fachblog lieber lesen, dienlich sein.

Bei den reinen privaten Weblogs stellt sich die Frage nicht. Hier ist die Antwort sehr einfach: alles was mit dem Autor zusammenhängt kommt in das Weblog rein.

Persönliches Fazit

Neues Thema, neues Weblog: eignet sich prima wenn man bestimmte Ziele verfolgt um z. B. Verlage auf sich aufmerksam zu machen oder wenn man ein Weblognetzwerk aufbauen will. Dadurch dass diese Vorgehensweise sehr viel Zeit in Anspruch nimmt eigent sie sich imho nur für Vollzeitblogger oder für ein Blogger-Netzwerk.

Neues Thema, altes Weblog, neue Kategorie: ist praktisch wenn man alleine agiert und/oder wenn man nicht viel Zeit zu Verfügung hat. Der Nachteil ist, dass es sehr schnell objektiv wie subjektiv zu "kunterbunt" werden kann. Daher muss man sich relativ früh Gedanken zum Aufbau und der Struktur des Weblogs machen. Auch die "Disziplin" des Blogger ist wichtig, dass man trotz der hohen themenvielfalt, nicht das Thema aus den Augen lässt bzw. vernachlässigt weswegen man erst überhaupt angefangen hatt zu bloggen.

11 Reaktion(en)

  1. Horst Scheuer

    Ich glaube auch, dass man das Thema seines Blogs nicht aus den Augen verlieren darf. Für mich persönlich kommt kein zweiter Blog in Frage. Der Zeitaufwand ist mir einfach zu hoch. Bei mir steht (Gott sei dank) die Entscheidung was mache ich mit meinem 2. Thema nicht an. Falls doch, müsste ich mich für eines der beiden Themen entscheiden.

  2. Robert

    Danke für deine Überlegungen. Genau diese Dinge gehen mir auch durch den Kopf und bisweilen habe ich noch keinen Beitrag dazu im WWW gefunden.
    Ich bin zwar ein Privatblogger aber meine Themen – gesammelt in langen Jahren – sind sehr unterschiedlich und reichen von verstorbenen Entertainern bis zum iPod.
    Die einzelnen Themen durch mehrere Blogs zu trennen wäre eine Alternative aber der zeitliche Betreuungsaufwand wäre mir einfach zu hoch.
    Wie du selbst schreibst sind z.B. RSS Feeds pro Kategorie schon ein gutes Angebot. Schwieriger wird schon die Frage wie geleite ich die BesucherInnen so rasch als möglich zu dem Themenbereich zu dem sie in mein Blog gekommen sind. Die perfekte Lösung dazu ist mir leider auch noch nicht eingefallen. Aber vielleicht kommentieren ja noch manche hier ihre Lösungsansätze.

  3. Boris

    😐 Auch sollte man berücksichtigen, dass mehrere Blogs mehr administrativen Aufwand erfordern: Pflege auf dem Server, Logfiles, Spambekämpfung, Software-Aktualisierung.

    🙂 Aber auch das: Ich kann bei mehreren themenspezifischen Blogs differenziert entscheiden, welche Struktur nebst zugehörigem Layout ich jeweils für geeignet halte. Ein eher persönlich orientiertes tagebuchartiges Blog könnte sich optimal in einem schlichten Einspalter mit weiterführendem Fußbereich präsentieren, das Themenblog dagegen vielleicht in einem Dreispalter, der den informativen Quer-Verlinkungen mehr unmittelbare Präsenz gibt.

  4. Wally

    Ähnliche Gedanken habe ich mir auch lange gemacht nur umgekehrt. Ich will zurzeit das Gegenteil machen bzw. ausprobieren. Ich bin auch schon dabei anzufangen.
    Ich habe seit längerer Zeit mehrere Blogs im Net zu laufen, weil ich mich eben für mehrere Themen interessiere, mehrere Hobbys habe usw. Irgendwie find ich das auch nicht ideal mit den diversen Blogs, schön wäre alles in einem Blog. Und wie ich sehe, machen das bereits viele erfolgreich, nur halt nicht mit solchem Themenmix wie bei mir. Ich will das ja erstmal nur ausprobieren, ob das so klappt, wie ich es mir denke. Aber ich will erstmal die anderen Blogs auch weiter laufen lassen und es eben mit dem einen Multithemenblog ausprobieren.
    Ich denke mal, da muß man dann auch aufpassen bezüglich "DC Dubble Content". Wie gesagt, mir wäre endlich mal alles in einem Blog zusammen lieber, ich weiß nur noch nicht, ob das auch so gut ankommen wird.
    Ich habe nur gemerkt, sobald ich im Photoshopblog über Picasa berichtete (nur als Beispiel) war gleich das Interesse der Leserschaft geringer. Deswegen unter anderem auch die Idee.
    Bei mir würden es mehrere ganz verschiedene Themen sein, und das Problem ist ja dabei: Seo-Interessierte interessieren sich manchmal nicht für Photoshop – Photoshop-Anhänger interessieren sich überhaupt nicht für Joomla-CMS usw…usw…. Na, da bin ich mal gespannt wie das wird. Ich will es jedenfalls angehen. Bin mir nur noch sicher, wie das ankommt.
    Was meint Ihr?

  5. alex

    Ich kann mich Peruns Fazit nur anschließen.

    Bloggen auf mehreren Blogs kann ziemlich auslaugen insbesondere wenn man sein Hobby mit dem Ehrgeiz viele Besucher/Ansprüche zu befriedigen verfolgt. Ich hab mir irgendwann gesagt: schluß mit den Besucherzahlen. Entweder jemand liest das oder nicht. Schließlich lebe ich nicht vom bloggen. Ist doch nur ein Hobby. Wozu also der Ehrgeiz?

  6. Perun

    @denis,

    Vollzeitblogger = jemand der entweder hauptberuflich bloggt oder dessen einziges Hobby das Bloggen ist und dafür viele Stunden in der Woche investiert.

  7. Flo

    Verdienen Vollzeitblogger damit auch ihr Geld? -Werden Sie dafür bezahlt? Ich kenn glaub ich keinen davon…
    Ich selber hätte zwar gerne zu verschiedenen Themenbereichen Blogs, einfach weil vieles komplett unvereinbar ist, mir fehlt aber wie hier bereits angesprochen einfach die Zeit dazu. Sogar für meinen einen (kleinen) Blog hab ich schon seit nem Monat nichts neues Gefunden…

  8. Wally

    Vollzeitbloggen kann sich bezahlt machen – wenn man es richtig angeht.
    Dabei gibt es viele Gutverdiener sogar dabei: Problogger, Shoemoney, in Deutschland auch eine Menge, die es sogar in ihrem Blog beschreiben, das sie erfolgreich sind und wieviel sie ungefähr dabei verdienen. Urls müsste ich raussuchen. Hauptsächlich läuft der Verdienst über Sponsoren.
    Na, es ist doch wie immer im Leben: da wo man seine ganze Engergie einsetzt, eine Menge dafür tut, wird meisßt auch belohnt – wenn nicht, einfach Finger weg. Das kann man ja eine weile austesten, man muß aber Geduld haben. Von heute auf morgen wird das nix.
    Man muß natürlich auch interessante Themen bieten, damit Besucher wiederkehren. Man muß halt seine gute Lebenszeit investieren.

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