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Google Analytics: die Absprungrate (Bounce Rate) richtig auswerten

Erweitere den Code-Fragment von Google Analytics so, dass du die Absprungrate (Bounce Rate) vernünftig auswerten kannst.

Ich habe es mit einer ganz einfachen Maßnahme geschafft die Absprungrate auf perun.net von durchschnittlich 75% auf 13% zu senken. Wie habe ich das gemacht … ich habe einfach die Messmethode von Google Analytics angepasst: 🙂

Google Analytics: Absprungrate (Bounce Rate)

Für diejenigen, die mit Absprungrate (Bounce Rate) nichts anfangen können, hier die Definition aus der Wikipedia:

Die Web Analytics Association (WAA) definiert die Bounce Rate (Absprungrate) als Anteil an Websitebesuchen mit nur einem einzelnen Seitenaufruf. Nach Avinash Kaushik (2007, S. 168 – 170) zählen zu den Bounce-Besuchen auch Kurzbesuche von 5 bis 10 Sekunden.

Das Problem ist, dass Google Analytics standardmäßig alle Besucher, die sich nur eine Seite angeschaut haben, als Absprung wertet. Das heißt auch Leute, die z. B. über Twitter oder Google Suche kommen, den Artikel durchlesen und zufrieden weggehen auch mit in die Absprungrate dazu gezählt werden … das ist natürlich, und vor allem bei Artikel-basierten Websites, nicht hilfreich.

Deswegen sollte man den Analytics Code erweitern, dass er nur Besuche unter 10 Sekunden als Absprung wertet:

setTimeout('_gaq.push([\'_trackEvent\', \'NoBounce\', \'Over 10 seconds\'])',10000);

Diesen Code – die umgekehrten Schrägstriche gehören dazu – am besten hinter dem letzten _gaq.push hinzufügen. Mein Code sieht momentan so aus:

<script type="text/javascript">
    var _gaq = _gaq || [];
    _gaq.push(['_setAccount', 'UA-abc-xyz']);
    _gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);
    _gaq.push(['_trackPageview']);
    _gaq.push(['_trackPageLoadTime']);
    setTimeout('_gaq.push([\'_trackEvent\', \'NoBounce\', \'Over 10 seconds\'])',10000);
    (function() {
    var ga = document.createElement('script'); ga.type = 'text/javascript'; ga.async = true;
    ga.src = ('https:' == document.location.protocol ? 'https://ssl' : 'http://www') + '.google-analytics.com/ga.js';
    var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(ga, s);
    })();
</script>

Mit _gaq.push(['_gat._anonymizeIp']); anonymisiert man die IPs während der Übertragung. Diesen Maßnahme habe ich bereits beschrieben und sie ist eine der Maßnahmen, damit man Analytics auch in Deutschland rechtssicher betreiben darf.

Durch den Zusatz _gaq.push(['_trackPageLoadTime']); ist man in der Lage die Ladegeschwindigkeit einzelner Unterseiten in Analytics zu messen. Dies habe ich bereits im Artikel Google Analytics: Website-Geschwindigkeit messen beschrieben.

Die Anpassung der Auswertung der Absprungrate in Google Analytics ist nichts neues und wurde auch diversen deutschsprachigen Weblogs beschrieben (z. B. hier und hier). Alle diese Artikel basieren auf diesem Artikel aus dem Jahr 2009.

Ich frage mich nur warum solche Hinweise nicht in Google Analytics integriert sind.

27 Reaktion(en)

  1. Dominik

    Hey, vielen Dank. Die ist bei mir sehr hoch, da viele Besucher meiner Seite meist nur wegen einem Artikel zu mir kommen.

    Werden diese dann auch nicht als Besucher gezählt? Dann würde das ganze nämlich den Unterschied zu einem anderen Statistikprogramm das ich nutze erklären.

    Das andere habe ich im Einsatz weil es so schön im Dashboard ntegriert ist!

    Dafür habe ich bei GA noch nichts passendes gefunden!

    Vielleicht hast du ja einen Tipp!

  2. Alex

    Bei mir liegt die Absprungrate bei durchschnittlich 61 %. Über diese Methode habe ich schon bei selbststaendig-im-netz.de gelesen. Werde nach diesem Thread auch umsetzen. 🙂

    Grüße,
    Alex

  3. Viktor Dite

    Dankeschön! Habe schon ewig überlegt, wie ich das realisieren könnte! Dass es dann so einfach sein kann, hätte ich nicht gedacht!
    Mein beliebtester Artikel ist nämlich ein Codefragment, dass sich die Besucher copy&pasten und wieder gehen….

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  8. Pingback: Bounce-Rate individuell anpassen « SEO

  9. Running Willi

    Die Frage die sich mir dabei stellt ist aber ob ich mich da nicht selbst anlüge. Oder nimmt Google dann diesen Wert als wahr? Denn die Bounce Rate ist ja wichtig auch für die SERPS geworden wegen dem kleinen Panda …

    Danke
    Willi

    1. Vladimir

      @Laufender Willi 🙂

      Oder nimmt Google dann diesen Wert als wahr?

      das hat nix mit Google und Panda zu tun, die Änderung ermöglicht es lediglich dir zu erkennen wie viele Leute länger als 10 Sekunden auf deiner Seite verweilen. Nicht mehr und nicht weniger. Man sollte nicht immer auf Google schielen, zumal man gar nicht wirklich weiß, wie die Absprungrate bewerten.

  10. Running Willi

    Danke für die Antwort. Aber wie kann ein Besucher nach nur 5 oder 10 Sekunden zufrieden sein. Lügen wir uns da nicht selbst an wenn wir dann zwar eine tolle Bounce Rate haben aber die User nicht einen großen Mehrwert?

    1. Vladimir

      Willi,

      ich weiß jetzt nicht was dein Problem ist, erhöhe doch dann einfach die 10 Sekunden auf 30 Sekunden, 3 Stunden oder 2 Tage. Das liegt bei dir, wie du den Code anpasst.

  11. Pingback: Nutzerverwalten mit Google Analytics richtig auswerten | Blog Internetagentur Leipzig - Visual Minds

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  13. Pingback: absprungrate verbessern

  14. K.Maier

    SEO Beratung – keine Google Verwertung für die Suchergebnisse

    Interessant ist die Möglichkeit die Art zu beeinflussen wie Analytics die Webseitenbesuche zählt.
    Das ist zwar fragwürdig, aber man kann damit seine Leistung vor dem Kunden elegant „aufhübschen“.

    Der in dem Beitrag diskutierte Rückschluss das Google dies bei den Serps einfliesen lässt ist meines erachtens nicht zutreffend.

    Soweit ich das beurteilen kann, arbeitet Google Analytics als eigenständige Software mit eigener Datenbank. Dort erfasste Trackingdaten fliesen wohl eher nicht in das Google Suchergebnis ein. Andernfalls würde Google das Userverhalten bei den übrigen Webseiten (ohne Analytics) auch gar nicht neutral verwerten können.
    Auch wichtig, die Rücksprungquote muss Google im Zusammenhang mit der Suchphrase speichern also ist es insgesamt wenig zielführend das zu trennen.
    Weiterhin gibt es viele top platzierte Webseiten für die gilt, dass bevorzugt nur eine Seite angesehen wird. Bsp wikipedia.

    Letztendlich hat Google bessere Möglichkeiten Daten über das Userverhalten zu sammeln und zusammen zu führen. (z.B. Google Toolbar)

    Insgesamt lassen solche Erkenntnisse immer viel Raum für Spekulationen.

  15. Pingback: Google Analytics: Verbesserung der In-Page-Analyse | WordPress & Webwork

  16. Gitte

    Vielen Dank!

    Habe dies soeben auf meinem Blog angepasst. Ich habe zwar keine immens große Absprungrate, da mein Blog noch relativ klein ist, trotzalledem ist so eine Anpassung nie verkehrt!

    Liebe Grüße

Die Kommentare in diesem Beitrag sind geschlossen.

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