Geahnt haben es viele. Nun gibt es mit ClassicPress, für alle die WordPress auch weiterhin ohne Gutenberg haben möchten, eine neue Heimat.

Wie ich es bereits im letzten WordPress-Newsletter erwähnt habe – übrigens der 250. Ausgabe 🎉 – gibt es von WordPress einen Fork bzw. eine Abzweigung mit dem Namen ClassicPress. Die Basis von ClassicPress ist die momentan aktuelle Version von WordPress: 4.9.8.

Dass es einen Fork geben wird, damit habe ich fest gerechnet. Ich bin lediglich überrascht, dass es so lange gedauert hat. Da man schon alleine an der Anzahl der schlechten Bewertungen beim Gutenberg-Plugin und der Anzahl der aktiven Installationen beim Classic-Editor-Plugin recht gut erahnen kann, dass Gutenberg nicht überall auf Sympathie stößt.

ClassicPress-Website
Screenshot: ClassicPress-Website

Jetzt könnte man sich zu Recht fragen, warum es einen Fork geben muss wenn es doch schon den Classic-Editor-Plugin gibt. Die Änderungen die mit Gutenberg einhergehen werden nicht nur den Editor und die Version 5.0 betreffen. Es wird ein kontinuierlicher Prozess sein und die Änderungen werden nach und nach immer mehr in die Breite gehen.

Daher ist das Plugin eine kurzfristige Lösung um den Leuten etwas mehr Luft zu verschaffen. Wer aber mittel- und langfristig auf den jetzigen Editor setzen will oder muss – aus welchen Gründen auch immer – der hat nur zwei Möglichkeiten:

  • Bei WordPress 4.9.x zu bleiben und die nächsten zwei bis drei Jahre nur Sicherheitsupdates einzuspielen…
  • oder auf ClassicPress zu wechseln.

Meine Meinung zu Gutenberg

Wir, also meine edlere Hälfte und ich, nutzen auf mehreren unserer Projekte Gutenberg und haben dabei schon einiges an Erfahrung gesammelt.

Gutenberg bedeutet eine große Umstellung. Vor allem wenn man wie ich, seit Januar 2004 im Texteditor bzw. der Textansicht des Editors arbeitet.

Auf den Wechsel muss man sich einlassen sonst wird man keine Freude mit er ganzen Sache haben. Aber das ist häufig so bei Änderungen.

Ich kann mit Hilfe von Quicktags ganz schnell den jetzigen Texteditor um weitere Buttons erweitern und ich kann ohne den Modus zu wechseln so Sachen wie zum Beispiel <span lang="en">Quicktags</span> einfügen um den Lesern Mehrwert zu bieten.

Das einfügen von HTML-Elementen in Gutenberg, wie zum Beispiel span, code, dfn oder kbd sind oder von Attributen wie title im Textabsatz, ist zwar möglich aber noch sehr hakelig und umständlich.

Aber gut, da muss ich mich noch umstellen und wer weiß, was die die weiteren Updates mit der Zeit bringen.

Wo ich aber eine größere Umstellung sehe ist beim Erweitern von Gutenberg. Da kann man zwar viel machen, aber das ganze ist alles andere als leicht. Hier gibt es nicht nur eine Änderung in der „Philosphie“ sondern es gibt eine reale Änderungen bei der Sprache und bei den eingesetzten Werkzeugen.

Man wechselt hier aus der PHP-Welt in die Welt von Javascript bzw. React. Das wird für viele Entwickler und sog. Power-User eine starke Umstellung darstellen.

Ob Gutenberg kommen wird oder nicht, ist schon seit vielen Monaten keine Frage mehr. Der Drops ist gelutscht. Die Frage wird lediglich bleiben wie viele sich dem Wechsel verweigern wird.

Wir haben für uns beschlossen, dass wir sowohl uns in das Thema Gutenberg vertiefen werden als auch weiterhin Support für den klassischen Editor bieten werden, da beide Konzepte ihre Daseinsberechtigung haben.

Einen lesenswerten Beitrag zu dem Thema hat auch der Kollege Thomas Weichselbaumer  geschrieben.

Bildnachweis: CC0, Pixabay

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Geschrieben von Vladimir

Vladimir Simović, arbeitet seit 2000 mit HTML & CSS und seit Januar 2004 mit WordPress. Im Laufe der Jahre hat er diverse Fachbücher und Fachartikel publiziert.

  1. Hallo Vlad,

    herzlichen Dank für die Erwähnung meines Beitrags!

    Bei der großen Ablehnung gegenüber Gutenberg war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis ein Fork entsteht.

    Während manche Nutzer einfach keinen Bedarf nach einem neuen Editor sehen, liegt ein Teil der vielen negativen Bewertungen des Plugins wohl auch an der derzeit nicht gerade intuitiven Bedienung, der unübersichtlichen Oberfläche und der zahlreichen Bugs.

    Ich hoffe, dass Gutenberg dahingehend noch deutlich verbessert und von einem Großteil der Anwender angenommen wird, wenn der Release von WordPress 5.0 ansteht.

    Viele Grüße,
    Thomas

    Antworten

  2. Hallo Vladimir,

    das war doch klar, dass der Fork kommt. 😉

    Das ist einfach das Gute an der Freien Software, stimmt man der Mainstreamentscheidung nicht zu, entwickelt man einfach einen Fork. Siehe Ubuntu → Linux Mint und viele andere.

    Für meinen Teil habe ich den Gutenberg Editor erstmal deaktiviert und schaue mir bei YouTube Tutorials zum Thema.

    Dennoch denke ich, dass Gutenberg eine gute Entwicklung ist und langfristig die meisten Nutzer umsteigen werden.

    Cooler Artikel.

    Viele Grüße
    Sladjan

    Antworten

  3. Ich habe Gutenberg bei zwei Projekten aktiviert. Die Umstellung ist ziemlich stark und nicht alles geht wie beim bisherigen Editor wie zum Beispiel ein Inline-Bild um das der Text herum läuft.

    Auch Links setzen ist manchmal hakelig und macht wenig Freude. Ich brauche deutlich mehr Zeit zum erstellen eines Artikel. Denke aber dass ich trotzdem bei Gutenberg bleibe und hoffe dass das nicht eines Tages eingestampft wird und ich auf das falsche Pferd gesetzt habe.

    Antworten

  4. Hallo Vladimir,

    Danke, ich habe mich gefragt, wann die Gabel kommt 🙂

    react.js ist eine Bibliothek, um ein Projekt zu erstellen, benötigt es einen DOM-Wrapper. Dann Router-Plugin, einige Zustandsverwaltung (wie Redux etc), brauchen eine Verbindung zwischen Redux und React … Schon klingt schmerzhaft 🙂

    Danke nochmal,
    Grüße,
    Klaus

    Antworten

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