Ich kann mich noch gut erinnern als Google das AMP-Format (Accelerated Mobile Pages) angekündigt und eingeführt hat. Recht schnell gab es zwei Lager, die einen, die von der Idee überzeugt waren und die anderen, die vor AMP gewarnt haben.

AMP ist ein von Google entwickelte Abwandlung von HTML um – so war es angekündigt – die Ausgabe der Websites zu beschleunigen. Weitere Informationen gibt es auf Wikipedia.

Viele Leute sind davon ausgegangen, dass Google zwar immer auch eigene Interesse verfolgt, aber als netter Nebeneffekt auch schnelleres Web entsteht, zumal damals noch seh viele Websites bestenfalls visuell für die mobilen Geräte optimiert sind, aber nicht von der zu übertragenden Größe.

Darum habe ich auch im März 2016 einen WordPress-Plugin für die AMP-Ausgabe vorgestellt. Ich selber habe keine von meinen Projekten dauerhaft auf AMP umgestellt. Testweise habe ich perun.net damals auf AMP umgestellt und schnell gemerkt, dass mir keinen wirklichen Vorteil bringt.

Über die Jahre hat sich dann allerdings zunehmend gezeigt, dass die Skeptiker und die Warner mehr als Recht hatten. Meine ersten Zweifel begannen schon wenige Monate danach im Oktober 2016 zu wachsen – siehe auch Ist AMP eine Sackgasse? – aber außer Vermutungen konnte ich nichts Handfestes vorweisen.

Mittlerweile wissen wir es alle viel besser. Bereits im Oktober dieses Jahres schrieb ich auf heise.de einen Newsbeitrag über die Wettbewerbsklage gegen Google und diese hat es in sich. Laut der Anklageschrift hat Google das neue Format nur eingeführt, um die Verleger zur Verwendung von AMP zu bewegen, damit diese mehr Geld im Google-internen Werbenetzwerk ausgeben.

Aber nicht nur das. Es wird Google sogar vorgeworfen, die Lade­­ge­schwindigkeit von Webseiten, die AMP nicht nutzen, deutlich zu drosseln, damit das AMP-Format besser dasteht.

In den letzten Jahren hat Google in Bezug auf den Einsatz von AMP in vielen Bereichen einen stillen Rückzug vollzogen und nun will auch Twitter den Support für dieses Format bis Enden dieses Jahres einstellen, wie auf SearchEngine Journal (en) zu lesen ist.

Deswegen stelle ich mir schon jetzt die Frage, wie viele Monate es noch dauert bis Google selber AMP endgültig einstellt?

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Geschrieben von Vladimir

Vladimir Simović arbeitet seit 2000 mit HTML & CSS und seit Januar 2004 mit WordPress. Im Laufe der Jahre hat er diverse Fachbücher und Fachartikel publiziert.

  1. Ich habe AMP auf meiner Seite deaktiviert und die existierenden AMP-URLs mit einem Redirect versehen nachdem man überall lesen konnte, dass es nicht mehr für die Google-Suche relevant wäre. In den folgenden Wochen habe ich dann allerdings stark mobilen und Google News-Traffic verloren. Jetzt ist AMP leider erstmal wieder aktiv.

    Antworten

    1. Hallo!
      Wie kann man die AMP URLs (zB. mit Rank Maths Weiterleitungs-Tool) weiterleiten? Kann ja nicht alle manuell eintragen (sind > 15.000 pro Site). Wir haben NGINX, also keine htaccess.
      Gibts da einen Wildcard Trick?

      Bez. Traffic: Das ist natürlich suboptimal. Da wir aber seit kurzem auch keine Stats haben, werden wir es nicht bemerken. Doch AMP bleibt deaktiviert, es hat 5 Jahren keinen nennenswerten Auftrieb gebracht …

      Antworten

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