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Twitter und bloggen

Von am 19. 05. 2008 um 22:41 – Aktualisiert am 01. 08. 2013 um 03:48

Wer twittert, der bloggt weniger. Zu dieser glorreichen Erkenntnis bin ich nicht als erster gekommen, aber gut zu wissen, dass ich nicht alleine damit stehe. Woran liegt es, dass Twitter dem Weblog die Zeit stiehlt?

Zum einen, und das ist jedem von uns einleuchtend, ist es die einfache Menge an Zeit. Man kann sich nicht teilen und an mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Daher muss eines von den beiden zurückstecken. Zum anderen ist es so, dass Twitter in manchen Punkten mit einem Weblog konkurriert.

Twitter ist nicht nur ein einfacher Ersatz für Chat, eine nette Alternative zu SMS sondern auch oder vor allem, ein hervorragendes Micro-Blogging-Tool. Viele kurze und knackige Tipps, Hinweise und sogar Fragen landen bei Twitter.

Letztens wollte ich wissen, wie der Business-Support von Dell ist, weil ich mir überlege es mal wieder mit einem Schlepptop als Arbeitsgerät zu versuchen. Allerdings sollte es ein Gerät aus der Business-Reihe sein, mit entsprechenden Erweiterungen – sowohl Hardware-, wie auch Serviceseitig.

Daher habe ich meine Frage via Twitter losgeschickt und innerhalb von knapp zehn Minuten neun Antworten bekommen: sieben hatten sehr gute Erfahrungen, eines eher gemischt und einer war nicht so ganz zufrieden. So schnell hätte ich über die üblichen Kanäle keine Antwort bekommen.

Also landen bei Twitter viele Beiträge, die entweder für einen Blog-Beitrag zu kurz sind oder wo der Autor eben keine Zeit oder Lust hat aus dem eher knappen Thema einen vollständigen Blogbeitrag zu erstellen.

Werden wegen Twitter die Weblogs aussterben? Nein, Twitter ist einfach nur ein zusätzlicher Kanal, der es einem ermöglicht sich nach Draußen zu äußern, mit Leuten in Kontakt zu bleiben und sich zu präsentieren. Dafür sind die beiden Medien wiederum zu unterschiedlich. Schon alleine deswegen, dass man bei Twitter auf 140 Zeichen pro Nachricht beschränkt ist, ergibt sich eine ganz neue Art von Kommunikation: viel kürzer, viel knackiger und auf das wesentlichste reduziert. Hinzukommen eine Reihe weiterer technischer Unterschiede.

Ich gehe mal davon aus, dass in Zukunft viel mehr Blogger einen Twitter-Account haben werden und dort u.a. die Sachen unterbringen, die sie früher auf dem eigenen Blog hatten und das z.B. Sideblog, Tumblelog etc. hieß.

Hinzukommen werden Leute, die bis jetzt nicht oder aufgehört haben zu bloggen, weil denen die Arbeit an einem Blog einfach zu viel des Guten ist. Für die kann Twitter interessant sein, weil es einfach unbekümmerter und schneller von statten geht. So Gedanken wie "wie soll ich diesen Blog-Beitrag taggen und kategorisieren?" oder "ist der Absatz überflüssig?" erübrigen sich.

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16 Kommentare

  1. 1.freggeln

    Kommentar vom 19.05.2008 um 23:30

    Aber solche per Twitter zu stellen, macht doch nur Sinn, wenn man Follower hat oder die Twitter Nachrichten auf dem eigenen Blog präsentiert, oder?

    Interessieren würde mich auch, wie das "WIE" für Twitter Beiträge von den meisten gelöst wird. Also mobile Browser oder per Jabber an Twitter senden?

  2. 2.Perun

    Kommentar vom 20.05.2008 um 00:16

    @freegeln,

    Aber solche per Twitter zu stellen, macht doch nur Sinn, wenn man Follower hat oder die Twitter Nachrichten auf dem eigenen Blog präsentiert, oder?

    Ja, ich gebe es zu. Hier beißt sich die Katze ein bisschen in den Schwanz. Ohne Follower macht es nicht so viel Sinn den Sideblog auszulagern, aber ohne Aktivität, wird bei Twitte rkeiner auf dich aufmerksam.

    Aber man muss halt anfangen um den Kreis zu durchbrechen :-)

    Interessieren würde mich auch, wie das "WIE" für Twitter Beiträge von den meisten gelöst wird. Also mobile Browser oder per Jabber an Twitter senden?

    Prinzipiell stehen dir da viele Wege offen: Browser, mobile Endgeräte (Handy, iPod etc.), jabber-fähige Clients, diverse Programme etc. Du hast die Qual der Wahl.

  3. 3.micha

    Kommentar vom 20.05.2008 um 07:43

    Also ich twittere von unterwegs entweder über Opera Mini oder über tweeter. Wenn ich länger weg bin, kann ich eine tägliche Zusammenfassung meiner Tweets als eigenen Beitrag im Blog veröffentlichen. Das finde ich insofern gut, weil dann auch diejenigen in den Genuss meiner Gedanken und Beobachtungen kommen, die nicht bei twitter angemeldet sind. Ansonsten gibts die Tweets nur in der Sidebar.

  4. 4.karl

    Kommentar vom 20.05.2008 um 09:02

    welchen Sinn hat das ganze, außer daß man noch einen ganzes Stück überwachbarer wird?

  5. 5.micha149

    Kommentar vom 20.05.2008 um 09:11

    Twitter ist nicht nur ein einfacher Ersatz für Chat…

    … Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich bin der Meinung, dass Twitter kein Ersatz fürs chatten ist. Es soll dazu dienen deine aktuelle Laune oder Arbeit mit zu teilen… Jedoch viele schweifen davon ab und man findet in der Masse von @replys keinen Faden mehr…

    greetz micha149

  6. 6.Frank

    Kommentar vom 20.05.2008 um 10:48

    Ich schließe mich dem Kommentar von micha149 an, den Ersatz kann ich nicht erkennen. Das ganze ist unproduktiv und ich verliere die Übersicht und den Fokus. Weiteres dazu habe ich aktuell im Blog hinterlegt, im übirgen mit netten Kommentaren

  7. 7.kiesow

    Kommentar vom 20.05.2008 um 12:19

    hmm, also ich habe mir vor ein paar wochen nen twitter-account angelegt, aber irgendwie nutze ich den nicht.
    vielleicht liegt es daran, das ich keine technische möglichkeit habe mal einfach so was von unterwegs ins internet zu schicken.
    aber bisher geht twitter komplett an mir vorbei – und ich habe nicht das gefühl, etwas zu verpassen.

  8. 8.Perun

    Kommentar vom 20.05.2008 um 12:23

    @micha149,

    Ich bin der Meinung, dass Twitter kein Ersatz fürs chatten ist. Es soll dazu dienen deine aktuelle Laune oder Arbeit mit zu teilen

    Ich habe vor Jahren sehr oft gechattet und in vielen Kanaälen bestand die Masse der "Diskussion" aus Empfindungsbekunung, was man gerade macht und wie das Wetter ist.

    man findet in der Masse von @replys keinen Faden mehr

    Kennst du http://www.tweet2tweet.com?

    @Frank,
    ich war gegenüber Twitter bis zu guten 6-7 Monaten auch negativ eingestellt: Zeitverschwendung, unnütz und in ein paar Wochen ist der Hype eh vorbei.

    @Karl,
    du kannst deinen Account schützen und nur für bestimmte Personen sichtbar machen.

  9. 9.Frank

    Kommentar vom 20.05.2008 um 14:17

    @Perun: aber es hat sich geändert und du siehst es nun als Bereicherung?

  10. 10.rene

    Kommentar vom 20.05.2008 um 14:48

    Ich habe Twitter und Frazr auch nach ein wenig Rumspielen wieder abgeschafft. Als Ersatz für's Chatten sehe ich Twitter nicht, weil Twittern eine Form asynchroner Kommunikation ist – man chattet jedoch üblicherweise (halbwegs) synchron. Bei einem Reply auf einen Tweet ist die Information oft schon veraltet oder es kommt soviel Input, dass man den Faden verliert.

    Franks Aussage "Schon SMS bekommt von mir nur Naserümpfen und jede SMS wird mit einem Rückruf beantwortet, weil das Tippeln zu uneffektiv ist." kann ich genauso teilen. Ich bin nicht wie ein 12-Jähriger bereits mit krummen SMS-Daumen geboren worden. Ausserdem reichen 140 Zeichen oft einfach nicht aus.

    Da blogge ich lieber meine Gedaken, meist etwas ausführlicher und lasse den Besuchern Zeit für ihre Reaktion. Die ist dann i.d.R. auch von der Qualität her viel hochwertiger als ein @reply. Zudem behält man auch später noch die Übersicht.

    Ich werde das Thema dennoch einmal anpacken. Weil mich die Technik dahinter fasziniert. Twitter & Co. stecken m.E. noch in den Kinderschuhen. Interessant wird's erst mit dezentralem semantischen Microblogging. live.hackr hatte da heute auf eine interessante Technik aufmerksam gemacht…

  11. 11.Semantisches Microblogging selbst gemacht - bueltge.de

    Pingback vom 20.05.2008 um 19:51

    [...] Artikel #658, 20. Mai 2008 · Webküche [...]

  12. 12. – beetFreeQ

    Kommentar vom 21.05.2008 um 10:28

    Ich hab auch grad erst mit dem Twittern angefangen, nachdem ich der Sache auch lang eher belächelnd gegenüber stand. Aber irgendwie hat sich bei mir doch der Reiz des neuen eingestellt – mal sehen, ob der lang anhalten wird und wie sich meine Twitter-Aktivität auswirkt.

    Dass Twittern für weniger Blog-Posts sorgt, kann man IMO aber nicht pauschalisieren. Das hängt ganz davon ab, was man sonst üblicherweise bloggt. Ist man da sehr persönlich, schreibt viel über Befindlichkeiten oder sammelt Links aus dem Internet, kann Twitter das sicher gut ersetzen. Aber wenn man sowieso fast nur längere Beiträge schreibt, für die man sich auch Zeit nimmt, dann ist Twitter nur ein zusätzliches Tool, um neben den Blogeinträgen ein wenig aktiv zu sein.

    Ich selbst halte es momentan so: Längere Beiträge ins Blog (wie bisher immer), Asides in Form von Linktipps auch über WordPress in der Seitenleiste (einfach, weil ich da auch Bilder einbinden kann) und persönliche Kleinigkeiten per Twitter ebenfalls in der Seitenleiste. Letztendlich wird Twitter meine eigentliche Aktivität so an sich noch erhöhen.

  13. 13.Perun

    Kommentar vom 22.05.2008 um 15:06

    @Frank (#9),

    ja, meine Meinung bezüglich Twitter hat sich geändert und ich sehe den Dienst durchaus als Bereicherung.

  14. 14.Weitere Finanzierungsrunde für Twitter

    Pingback vom 23.05.2008 um 13:00

    [...] oder weniger fest daran geglaubt haben). Alle die nicht wissen, was Twitter ist, können es hier nachlesen [...]

  15. 15.Max von ayudo

    Kommentar vom 02.06.2008 um 01:25

    Hallo Perun,

    schöner Artikel :-)
    Ich bin seit ein paar Tagen nun auch bei Twitter gelandet und habe ein schönes WP Plugin gefunden: WordTwit. Damit sendet WP bei jedem neuen Post ein Update an Twitter. Sehr praktisch.
    Vorteile und DL-Link auf meinem Blog.

    Gruß, Max

  16. 16.twitter.com: Sind wir nicht alle ein bisschen twitter? : bloggylicious.de

    Pingback vom 26.08.2008 um 17:26

    [...] Perun ist der Auffassung, dass Twitter eine zusätzliche Möglichkeit ist, um Leute zu kontaktieren und sich präsent zu zeigen. Er sieht twitter nicht als Weblog Konkurrenz, weil beide Medien zu unterschiedlich sein. Alleine die Tatsache, dass sich Twitter auf 140 Zeichen beschränkt, ähnlich wie bei einer SMS. Die Beiträge seien somit kurz, knapp und auf das wesentlichste reduziert. [...]

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