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Websichere Farben

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Frage des Farbmanagments und der Frage ob "Websichere" Farben noch Sinn machen und zwar seit dem ich vor einigen Wochen festgestellt habe, daß einige Testlayouts von mir, die ich unter 32-bit Farben (Truecolor) erstellt habe, beim umschalten des Systems auf 16-bit (High Color) ein bißchen anders aussehen.

Das es etwas anders aussehen würde, habe ich schon vorher vermutet, aber das manche Unterschiede so gravierend sind, hat es mich doch überrascht. Verläufe waren sprunghaft, Transparenzen sahen komisch aus und einige Farben sahen doch etwas anders aus. Daher dachte ich, OK "back to the Roots" nutze die sog. "Websicheren" farben (8-bit) und schon haben wir dann das Problem gelöst.

Aber nun zuerst etwas Grundlagenwissen. Die Farbtiefe gibt die Menge der verfügbaren Farbinformationen pro Pixel in Bit (2n) an. Bei 1-bit (21) wären dies 2 Farben, bei 8-bit (28) wären dies 256 mögliche Farben, bei 16-bit 65.536 Farben und bei 24-bit 16.777.216 Farben. Die 32-bit Farbtiefe, welches mittlerweile die meiste Verbreitung hat, nutzt 24-bit für Farben und die restlichen 8-bit für Transparenzen. Das wäre imho die Erklärung für die schöneren Transparenzen bei 32-bit Farbtiefe.

Vor einigen Jahren (so mitte 90er) konnte ein großteil der heimischen PCs nur 256 Farben darstellen, daher hat man sich dann auf eine Farbpalette aus 256 Farben geeinigt, die nicht durch Dithering entstehen.

Unter Dithering versteht man das Alternieren zweier oder mehrerer Farbpixel um scheinbar eine dritte Farbe vorzutäuschen, die aber tatsächlich gar nicht vorhanden ist.

Das Problem ist aber das die Betriebsysteme etwa 16-20 Farben für ihren eigenen Gebrauch reservieren. Daher hat Lynda Weinman eine Farbpalette von 216 "Websicheren" Farben vorgeschlagen.

Aber, diese "Websicheren" Farben sind nur scheinbar wirklich sicher. Denn laut Wikipedia sind im 16-bit Modus nur 22 dieser 216 Farben wirklich sicher. Bei Uni-Protokolle gibt es eine Tabelle mit den 216 Farben bei denen die 22 wirklich sicheren Farben extra gekennzeichnet sind.

Und nun? Lohnt es sich noch diese sog. webicheren Farben zu verwenden? Es sprechen einige Argumente dagegen. Es sind nur 216 Farben, was schon stark einschränkt und dabei sind nur 22 Farben wirklich sicher. 32-bit Modus ist unter den Nutzern stark verbreitet. Laut webhits.de nutzen etwa 75% des Nutzer 32-bit, 21% 16-bit, 4% 24-bit und nur 0,2% 8-bit Farbentiefe. Hinzukommt, daß selbst Lynda Weinman, die "Erfinderin" der Websicheren Farbpalette, meint es wäre sicher ohne diese Palette zu arbeiten.

Somit wäre diese Frage für mich geklärt: es macht wenig Sinn sich an diese Farbpalette zu klammern. Aber eine Frage wurmt mich immer noch. Und zwar in Bezug auf die Tatsache, daß 16-bit und 32-bit einige kleine Unterschide aufweisen.

Sollte man daher als Webworker in einer 16-bit Farbtiefe arbeiten? Quasi als momentaner kleinster gemeinsamer Nenner oder sollte man sich die Mehrheit anschließen und in einer 32-bit Farbtiefe arbeiten? Oder muss man auch bei Farben Abstriche in Kauf nehmen?

Das ein Layout (auch wenn er streng nach Standards gemacht ist) in versch. Browsern auf versch. Systemen Abweichungen aufweist, damit habe ich mich abgefunden. Muss man sich dann in Bezug auf Farben auch damit abfinden, daß es je nach System, ein bißchen anders aussehen kann?

Links:

10 Reaktion(en)

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  2. Ivo

    Neben der von dir erwähnten Farbtiefe spielen noch weitere Einflüsse eine Rolle: Gamma, Monitoreinstellung, Lichteinstrahlung, Alter des Monitors, Blickwinkel bei LCDs, Tönung der Brille des Users, …

    Farbe und Monitor gehen einfach nicht zusammen.

    Ich verwende immer 32-Bit bei der Erstellung von Webseiten — habe mir aber auch noch nie so viele Gedanken darüber gemacht. Angefangen habe ich aber auch mit der "websave"-Palette 🙂

    *iv

  3. Christian

    Naja, wenn ich mir überlege, dass der Apple afaik eine total andere (bessere) Grafikengine nutzt, als MS Windows, dann erübrigt sich die Frage doch eigentlich, oder?
    Es sieht einfach überall anders aus.
    Und bei 79% mit 24-bit und mehr…
    Ich würde sagen, es kommt auf das Projekt an. Google, Tagesschau, bund.de, die werden wohl mehr Wert auf Kompatibilität legen, als ein Technikblog, oder? 😉
    Aber ich bin kein Webdesigner, nur Schüler. Also warten wir mal auf weitere Meinungen. 🙂

  4. Pingback: Nemesis-Sektor: Blog

  5. kronn

    Es wurde im Prinzip ja schon geschrieben: Verlassen kann man sich auf gar nichts im Web. Obwohl ich viel mit grafischen Browsern mache (und für :-) ), lese ich doch ab und an in Lynx auf meiner Linux-Kiste. Design? haha, da gibts nur noch die Struktur. Etwas, wo sich Weblogs wohlgemerkt hervortun.

    Für die Farben gehe ich so langsam von der Websicheren Palette weg. Langsam, weil die kurzen Farbangaben in CSS einfach zu schön sind. Trotzdem weg, weil genaugenommen nicht mal schwarz und weiß überall gleich aussehen.

    Ich habe mich damit abgefunden, systemübergreifend mehr vergleichbare als identische (sag nicht pixel-perfect) Layouts zu erstellen. Perfektion im Web? Nächste Woche, frühestens.

  6. Tobi

    Ich habe hier 2 TFTs stehen und 1 CRT. Unter exakt gleicher Software habe ich damit schon 3 verschiedene Farben.
    Man sollte halt Farben verwenden, die keine Probleme bei der Lesbarkeit bereiten können, auch wenn sie gewisse Toleranzen in der Anzeige aufweisen.

  7. Pingback: Markup Weblog

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