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Die Posse um Google Analytics geht weiter

Der Artikel von Tanja Preuße hat mich daran erinnert, dass ich in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema Datenschutz und Google Analytics noch einmal auf den Artikel Google Analytics: IP-Übertragung anonymisieren hinweisen wollte.

Hier ein weiterer nützlicher Link zu diesem Thema: Haftung für Google Analytics vermeiden – Anleitung für Webmaster.

Die ganze Sache verwandelt sich langsam aber sicher zum Schmierentheater. Zuerst bricht angeblich Hamburgs Datenschutzbeauftragter, Johannes Caspar, die Gespräche mit Google ab und droht gegen Webmaster vorzugehen, die Analytics einsetzen.

Google Analytics Buch

Analytics Buch

Dann behauptet Google, dass die Gespräche gar nicht abgebrochen wurden und dann schaltet der gleiche Johannes Caspar, die Website seiner Behörde ab, weil die dort eingesetzte Trackingsoftware anscheinend den gleichen Job verrichtet wie Analytics auch. 😉

Nicht das wir uns missverstehen. Ich finde das Thema Datenschutz wichtig, aber wenn man es so behandelt, dann nimmt es bald keiner mehr ernst. Ich kann zwar einerseits verstehen, dass man auf Google ein wachsames Auge wirft, aber ich verstehe wiederum nicht, warum man die anderen Anbieter und andere Datensammler außen vor lässt.

Passend zum letzten Satz ist folgender Artikel: Der "Spiegel" und die "FAS"- Sturmgeschütze der Datenhandels-Lobbyisten. Hier geht es zwar um Facebook, aber es passt auch ein bisschen auf Google Analytics.

Nachtrag: anscheinend soll doch nicht gegen Webmaster vorgegangen werden, die Google Analytics einsetzen.

12 Reaktion(en)

  1. Andreas

    Was da abgeht, ist echt nicht mehr lustig. Das sind schon ziemlich üble Spielchen, die da teilweise getrieben werden.
    Aber was will man schon von Leuten erwarten, die das Internet letztendlich doch nur als Feind betrachten, weil sie nicht in der Lage sind, es in geeigneter Weise zu nutzen.

  2. Frank

    Mir geht das alles dermassen auf den S… Man kann es auch übertreiben. Wenn das so weiter geht, sind wir netztechnisch bald auf dem Niveau von China.

    Mittlerweile lacht doch schon die ganze Welt über uns. Erst StreetView, jetzt wieder mal Analytics.

  3. liqui.do

    Ich kann zwar einerseits verstehen, dass man auf Google ein wachsames Auge wirft, aber ich verstehe wiederum nicht, warum man die anderen Anbieter und andere Datensammler außen vor lässt.

    Ich sehe das anders. Es geht nicht primär darum, dass Besucher-Daten gesammelt und in Bezug auf die eigene Webseite ausgewertet werden. Sondern um die Tatsache, dass google die von Dritten (Webmastern) sammelbar gemachten Daten nicht nur den Dritten zu Auswertung überlässt, sondern sie mit weiteren Datenbanken kreuzt und selbst bzw. mit anderen Kunden weiterverwendet.

    Vielleicht mal ein Beispiel aus der Realität: Aus einem Webseitenimpressum zieht eine Personensuchmaschine einen Firmen- und einen Personen-Namen (Geschäftsführer). Aus einer Register-Veröffentlichung eine weitre postalische Adresse der Firma – die Privatadresse des Geschäftsführers, aber ohne seinen Namen. Weil zum Zeitpunkt der Firmengründung noch kein(e) Geschäft(sadresse) angemietet war. Es dauert einige Wochen, ehe das registerführende Gericht den Datensatz mit der Geschäftsadresse aktualisiert hat.

    Der Geschäftsführer hat seine Privat-Adresse in keinem Telefonverzeichnis oder anderweitig veröffentlicht.

    Trotzdem ergibt eine Suchanfrage auf seinen Namen bei einer beliebigen Internet-Suchmaschine plötzlich: Karlchen Müller, Meyer-Weg 27. Eben bei der sogenannten "Personensuchmaschine".

    Obwohl er diesen Datensatz in dieser Kombination nirgends zur Veröffentlichung freigegeben hat. Obwohl es nur ein temporärer Adress-Eintrag im Handelsregister war. Er hat alles für ihn Machbare richtig gemacht, um seine Privatsphäre zu schützen.

    Die Personensuchmaschine verspricht auf Anfrage mehrfach(!) Löschung der Datenkombination, ohne Erfolg. Bald haben andere Suchmaschinen das sowieso indiziert und in ihre Archive übernommen. Ab jetzt ist sine Privatadresse im Internet auf immer und ewig mit seinem Namen und einem Mausklick zu finden.

    Das ist (für mich) das Gegenteil von informationeller Selbstbestimmung.

    Und das ist ungefähr das, was ich mir auf den Servern von Google vorstellen darf: Kombination von unterschiedlichen Datenquellen zum Aufspüren zusammenpassender Datensätze zum Zweck der noch größeren Erkenntnis-Ausbeute. Ausbeute, die google und Kunden von google machen.

    Ich gönne jedem Manager und Mitarbeiter dieser Firmen Geld, dass sie sich auf ethisch für mich besserem Weg erarbeiten. Dieser Weg ist es – für mich weiterhin betont – nicht.

    Und nur, weil noch andere Fußbälle von Kindern in Indien zusammennähen lassen heißt das nicht, dass das gut so sei. Auch wenn es gute Fußbälle sind.

    Es grüßt
    l.

    1. Perun

      @liqui.do,

      wenn das ganze so brisant ist, wie du das beschreibst, und ich momentan kein Grund an deiner Aussage zu zweifeln, ja dann verstehe ich allerdings nicht warum die Datenschützer (europa weit) so zimperlich gegen Google vorgehen und stattdessen, lieber die Webmaster bedrohen.

      Und nur, weil noch andere Fußbälle von Kindern in Indien zusammennähen lassen heißt das nicht, dass das gut so sei. Auch wenn es gute Fußbälle sind.

      Ich sehe das so: nur weil es einen gibt der viel "Blödsinn" macht sollte man die anderen die geringfügig weniger "Blödsinn" machen nicht ungeschoren davon kommen lassen.

  4. liqui.do

    Achso… zur Ergänzung meines Widerspruchs: Falls ein Statistikanbieter tatsächlich nur die Daten zur statistischen Auswertung zurück-ausgibt, ist das für mich was anders, als gA. Denn die erhobenen Daten werden ja vom Server via Log-Files sowieso gespeichert, aber eben nicht mit anderen Datenbanken abgeglichen oder Dritten zur Verfügung gestellt bzw. die Auswertungen aus den JOINs…

  5. LexX Noel

    Wenn Zwei Institutionen aufhören miteinander zu reden, dann kommt eben nur Unfug bei raus am Ende. Wenn Jemand mit Ahnung und Fachkenntnissen rumwühlen würde, bei manchen Deutschen Behörden und deren Internet-Auftritten, dann würden wahrscheinlich noch ganz andere "Mängel" öffentlich werden. 😉

    Eine Lachnummer wird das ganze höchstens, wenn die Kommunikation der einzelnen Instanzen untereinander so weiter läuft. 😐

  6. Pingback: Howto: Piwik – Die freie Alternative zu Google Analytics | saitensprunk.de

  7. Whistleblower

    Kann es denn Zufall sein, dass der HAMBURGISCHE Datenschutzbeauftragte so sehr gegen Google Analytics wettert, dem ausgewiesenen Feindbild eines HAMBURGISCHEN Analytics Anbieters?

    Und könnte denn evtl. eine zu große Nähe dieses HAMBURGISCHEN Datenschutzbeauftragten zu diesem HAMBURGISCHEN Analytics Unternehmen dafür verantwortlich sein? Aber sich vor diesen Karren spannen zu lassen unterstreicht natürlich nur dessen Unabhängigkeit…

    http://www.etracker.com/de/etracker-unternehmen-web-controlling-und-analyse-software/etracker-news-aktuelles-neuigkeiten/datenschutz-in-der-web-analyse.html

  8. Raffael

    Datenschutz ist ja schon wichtig, ok, das verstehen wir alle. Aber das Internet ist auch mittlerweile eine wichtige Säule der Wirtschaft. Und Analytics ist für viele ein wichtiges Element zur Steuerung und Analyse.

    Super. Jetzt kommen die mit ihren Meldungen und verunsichern alle Webseitenbetreiber, die Analytics einsetzen. Klasse. Mir wärs recht, wenn die endlich mal Klarheit schaffen. Genauso wie bei der Kennzeichnung von Affiliate Links. Kennzeichnungspflichtig oder nicht?

    Die Regierung macht es einem nicht leicht!

  9. Philipp (W3Filter)

    Ich mag nicht mehr. Vielleicht hilft es ja, einfach den Kopf in den Sand zu stecken und darauf zu warten, bis sich alle Verantwortlichen zusammengesetzt haben und eine einvernehmliche Lösung zustande gebracht haben.

    Dumm nur, dass dem anderen Geschäftszweig, nämlich dem der Abmahnwütigen, bereits der Sabber die Kinnlade runterläuft in freudigster Erwartung neuer 'Umsätze.'

  10. Bodybalsam

    Ich kann diesen ganzen Wirbel rund um Google Analytics mittlerweile nicht mehr hören. Klar, es werden eine Mengen an Daten detalliert gesammelt, alles fließt an einem Knotenpunkt (=Google) zusammen. Was Google letzendlich damit macht, sprich ob sie diese Daten irgendwie weiter nutzen ist nicht bekannt (ich gehe aber stark davon aus).

    Nur warum bringen sich Webmaster in diese Gefahr, eine Abmahnung o.ä. zu riskieren, wenn es noch alternativen gibt, teils sogar kostenlos wie Piwik?

    Ich zumindest habe Analytics von sämtlichen Seiten bei mir ausgeschlossen, so wird es auch lange lange bleiben…!

    Gruß Andre

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