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Facebook: erste Abmahnungen wegen Like-Button

Na das hat ja nicht lange gedauert. Es gibt angeblich schon erste Abmahnungen wegen des Einsatzes von "Gefällt mir"-Buttons auf Websites.

Das Risiko wegen des Buttons abgemahnt zu werden kann man zumindest minimieren, wenn man das Muster für die Erweiterung der Datenschutzangaben auf der Website einbindet. Zum Beispiel im Impressum.

Ich habe mittlerweile, in Anbetracht der Entwicklungen der letzten 2-3 Jahren, immer mehr das Gefühl das die Schere zwischen dessen was im Web technisch möglich ist und was einen teuer zu stehen kommen kann, immer weiter wächst.

Klar, auch früher konnte man sich im Web strafbar machen oder Abmahnungen kassieren. Aber dafür musste man sich noch richtig "anstrengen" in dem man fremde Bilder ohne nachzudenken eingebunden hat oder jemanden beleidigt hat. Heute reicht es schon, das man ein Stück Code einbindet welches von großen und internationalen Unternehmen angeboten und beworben wird, sei dies Google oder Facebook.

Eigentlich bin ich richtig froh das ich kein Shopbetreiber bin.

24 Reaktion(en)

  1. Detlef

    @Timo,

    das wäre immerhin mal witzig.

    Langsam finde ich das alles einfach nur lästig und typisch Deutsch.
    Man muss sich gegen jeden Schwachsinn in irgendeiner Art und Weise absichern.

    Wer liest denn eigentlich so ein Impressum?
    Wenn ich ein Impressum lese, dann will ich meist wissen, wer hinter der Webseite steckt und mehr nicht.

    Was hab ich davon, wenn ich Impressum entdecke, dass der Blog oder die Seite mittels GoogleAnalytics getrackt wird?
    Dann haben die meine Daten doch eh schon.

    Also ich finds echt lächerlich gegen was man sich alles absichern soll.

  2. Paul

    Was mich hier wieder am meisten stört ist, wie schon in vielen vergleichbaren vorherigen Fällen, dass diese Abmahnung nur auf Grund der Auslegung von Datenschutz- / Verbraucherschutz-Paragraphen verschiedener Gesetzte ermöglicht wird.

    Wie viele Existenzen müssen noch gefährdet werden, nur weil realitätsferne oder schwammig / unklare Gesetzestexte solche Sachverhalte ermöglichen? Hier sollte der Gesetzgeber doch endlich mal an die Pflicht genommen werden, möglichst rasch für Klarheit zu sorgen!

    1. Perun

      @Michael,

      hast du dir den oberen Artikel auch durchgelesen? Folgendes steht oben:

      Das Risiko wegen des Buttons abgemahnt zu werden kann man zumindest minimieren, wenn man das Muster für die Erweiterung der Datenschutzangaben auf der Website einbindet. Zum Beispiel im Impressum.

      Antwort auf deine beiden Fragen.

  3. Dieter

    Wie am Schluss des Artikels angedeutet sind das Problem internationale Konzerne, denen ein blindes Vertrauen entgegen gebracht wird.

    Das Einbinden von externen Diensten solcher Konzerne ist meistens besonders einfach und besonders beliebt. Das wird insbesondere von Facebook z.B. mit dem Like It-Button und von Google z.B. mit dem Google Analytics Code ausgenutzt. Die IP-Adresse von Besuchern ungefragt an Servern solcher Konzerne zu übermitteln ist m.E. zutreffend von den Datenschutzbeauftragten und einigen Gerichten als unzulässige Erhebung eingestuft worden.

    Ein Hinweis auf die Übermittlung der IP-Adresse an Dritte auf der Website (z.B. im Impressum oder einer Datenschutzerklärung) reicht m.E. bei den externen Diensten nicht, die das automatisch mit Aufruf einer Webseite verbunden ist. Der Besucher weiß dann nichts davon vorher und konnte das nicht einfach verhindern. Daraus folgere ich, dass die Ergänzung der Datenschutzerklärung für Akismet reichen dürfte, denn bevor ein Besucher einen Kommentar schreibt, kann er die Datenschutzerklärung lesen. Dies gilt aber nicht für Google Analytics ohne Teilanonymisierung der IP-Adresse und den Like It-Button von Facebook.

    Als Internetnutzer (Surfer) kann man sich für einige Browser gegen diese Datenerhebung erfreulicherweise schützen. Z.B. mit dem Firefox Addon Adblock Plus und entsprechenden Filtern (siehe hierzu z.B. Google Analytics blockieren und Facebook blockieren).

    Ich finde es schon grotesk, dass es Leute gibt, die gegen staatliche Datenspeicherungen aktiv sind, aber Gewinnmaximierung anstrebende Konzerne sorglos personalisierbare Daten von ihnen selbst und den Besuchern ihrer Seite übermitteln.

  4. Detlef

    Ich finde es schon grotesk, dass es Leute gibt, die gegen staatliche Datenspeicherungen aktiv sind, aber Gewinnmaximierung anstrebende Konzerne sorglos personalisierbare Daten von ihnen selbst und den Besuchern ihrer Seite übermitteln.

    Da muss ich Dieter Recht geben.
    Auf der einen Seite beschweren sich die Bürger, wenn der Staat reine Telefonverbindungen (ohne Gesprächsinhalte) speichern will, aber auf der anderen Seite lassen genau diese Leute in den Sozialen Netzwerken sowas von die Hosen runter, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.

  5. Perun

    @Detlef, @Dieter,

    ich persönlich finde es eher befremdlich das Leute auf Google und Facebook schimpfen, aber es die nicht stört das die EU im vorauseilenden Gehorsam die Bank- und Überweisungsdaten der Bürger in die USA schickt.

    Das finde ich viel schlimmer. Regierungen und die EU sind unsere gewählte (direkt oder indirekt) Vertreter und wenn die sich an den Daten vergreifen finde ich das viel schlimmer als wenn das ein kommerziell denkendes Unternehmen tut. Wobei ich hier kein Unternehmen, dass dies tut in Schutz nehmen möchte.

  6. mike

    Das mit dem Hosen herunterlassen ist m.E. ein schlechtes Beispiel, eher muss man das fremde Hosen herunterlassen thematisieren.
    Hier jetzt mit Fluggastdaten etc. zu vergleichen, was ist schlimmer … ist da unpassend.

    Das Problem ist ganz einfach: Person A (Betreiber) verschenkt die Daten von Person B (User) ungefragt an eine Firma. Ich kann hier den Punkt nicht finden, wo ich das gutheissen soll.

    (Von mir aus kann man jetzt gern doch noch die Fluggastdaten etc. hinzunehmen; Person A verschenkt die Daten von Person B usw… Die Schweinerei ist doch die Selbe…)

  7. Benjamin

    Das ist wirklich ein Witz, aber typisch Deutschland eben. Vielleicht verlangt der Gesetzgeber dann noch ein dislike Button, damit auch unzufriedene Nutzer negativ bewerten können. Ou man – ist ja schon fast peinlich.

  8. Patrick

    Schon echt traurig was sich alles so entwickelt. Mir kommt es so vor, das man bald schon einen Rechsanwalt braucht, der jede Handlung im Internet überprüft. Sei dies ein einfacher Bookmark bei einem Social Bookmark Dienst oder ein einfacher Kommentar in einem Blog.

  9. Detlef

    @tux
    bin da ganz deiner Meinung.
    Eigentlich müsste man, um es richtig zu machen, zuerst eine Startseite bauen, ohne Tracker…auf dieser stehen dann die ganzen Daten aus dem Impressum und dann kann man klicken "Einverstanden" oder "Seite verlassen".

    Nur würdest du dann keine Besucher mehr bekommen.

    Für mich ist das Impressum immer mehr wie die AGBs…..man muss sie zwar haben, aber ob es jemand liest, interessiert dann wieder nicht…..

    @Patrick
    ich finde das schlimme daran die Tatsache, dass es immer mehr Anwälte gibt, die sich auf diesen Bereich spezialisieren, weil man wohl gemerkt hat, dass man im Internet schnell und einfach Geld verdienen kann.

  10. Michael

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hilft es auch schon statt des Facebook-Quellcodes einen einfachen Link zu seinem Facebook-Profil zu setzen, da dann der umstrittene Datenaustausch nicht stattfindet?

    Kann dies jemand bestätigen?

  11. Michael Nordmeyer

    Ein Plugin für WordPress, welches einen angemessenen Impressumstext für verschiedene eingebundene Plugins generiert, wäre eine coole Sache.

    Dürfte u.U. wegen der Aktualität und der Einbindung der Textbausteine aus rechtlicher Sicht Probleme aufwerfen.

  12. Michael Nordmeyer

    @14/Detlef

    Sobald Du AGBs einbindest, wirst Du als Rechtskundiger oder u.U. als Kaufmann angesehen und wirst nicht mehr als Privatperson behandelt. Das hat meistens immense Nachteile wie Sorgfaltspflichten, Fristen, Haftung…

  13. Sebastian

    Solange Anwälte Ihr "leicht" verdientes Geld damit verdienen können, solche Dinge abzumahnen, sind solche Entwicklungen leider vorprogrammiert.

    Strafgebühren sollten ausschließlich von Gerichten verhängt werden und an den Staat fließen und nicht in die Bereicherung privater Anwälte!

  14. Andre

    Ich finde es einfach nur traurig, wie weit in DE gegangen wird, nur um Geld zu verdienen. Der anhaltende Abmahnwahn ist einfach nur krank.

    Welcher Anwalt verdient heute sein Geld noch mit richtigen anwaltlichen Aufgaben, Groteil verdient sich doch nur Geld mit son Schwachsinn. Für die Erstellung einer Seite müsste eine anwaltliche Beratung fast Pflicht sein…

    @ 17 Michael
    sowas wird denke ich rechtlich nicht einwandfrei funktionieren (aktualität wie du sagst)

    @19 Sebastian
    Sehe ich ganz genau so.

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