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Kommentar: Unterstützt Buchautoren & kauft E-Books

Viele möchten beim Kauf von Büchern die Buchläden unterstützen, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber warum eigentlich nicht denjenigen unterstützen, der das Werk geschrieben hat und der von den Einnahmen den mit Abstand kleinsten Kuchenstück abbekommt?

© Teamarbeit - Fotolia.com (Empfehlungslink)
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"Was will der jetzt schon wieder?" Wird sich wahrscheinlich der eine oder andere Leser jetzt fragen. Worum geht es? Ich konnte in den letzten Monaten viele Diskussionen rund um das Thema Kindle, E-Book-Reader und E-Books im Allgemeinen beobachten.

Recht schnell kam in solchen Diskussionen das "Argument" der E-Book-Gegner:

Ich kaufe lieber richtige, gedruckte Bücher im Buchladen und unterstütze dadurch den Buchhändler.

Schön! Wer kann schon etwas dagegen haben den Buchhändler zu unterstützen. Die Intention ist klar: schaut her, ich bin ein gewissenhafter und sozialbewusster Konsument und unterstütze die Kleinen.

Ich wollte nur noch einmal kurz nachfragen: wer schreibt die Bücher? Richtig! Der Autor. Wäre es nicht da sinnvoller den Autor und/oder von mir aus gerne auch den Verlag zu unterstützen?

Immerhin bekommen die Händler Rabatte, die locker die Hälfte des Netto-Buchpreises (Ladenpreis – 7% MwSt.) ausmachen. Dem Verlag bleibt die andere Hälfte übrig und davon wird alles andere finanziert: u.a. Mitarbeiter, Covergestaltung, Textkorrektur etc. pp.

Basierend auf dieser ca. Hälfte (afaik Netto-Buchpreis) wird auch das Autorenhonorar berechnet, dass je nach Verlag irgendwo zwischen 8-14% liegt … also irgendwo bei 4-7% des Ladenpreises des Buches. Diese 4-7% stehen dann den bis zu 50% gegenüber, dass sich der Handel abzwackt.

Kostet ein Buch im Laden 30 Euro, dann bleiben im Handel bis zu 15 Euro hängen und der Autor bekommt ca. 1,20-2,10 Euro. Siehe auch Was verdient ein Autor?

Also wie man sieht, bekommt der Autor – derjenige, der das Werk erschaffen hat – den kleinsten Anteil. Der Verlag bekommt zwar etwas mehr, leistet aber (in der Regel) auch seinen Teil der Arbeit. Den größten Batzen behält sich der Handel und hier muss sich dann jeder selber fragen ob die bis zu 50% wirklich gerechtfertigt sind.

Und wie schaut es bei den E-Books aus?

Bei den E-Books ist der Anteil den der Autor bekommt höher. Und das nicht nur wenn der Autor auf die Idee kommt sich selber zu publizieren sondern auch wenn das E-Book im Verlag erscheint. Wenn jemand die E-Books von WordPress-Einsteigerseminar (PDF oder Kindle) kauft, dann bekommen wir ein viel höheres Honorar.

Das schwankt immer ein bisschen, aber es ist mehr als das doppelte. Und auch für den Verlag lohnt sich das, weil der Transport, die Lagerung und die Händlerrabatte entfallen.

Wie das bei gedruckten Büchern ausschaut, die direkt beim Verlag gekauft werden, kann ich nicht 100%ig sagen, aber wenn ich bei dem Gespräch richtig zugehört habe, ist das für den Verlag auf jeden Fall von Vorteil und auch der Autor bekommt ein bisschen mehr.

Nicht das jetzt jemand meinen Artikel missversteht. Das hier hier sollte kein Artikel sein der pro E-Book und contra gedrucktes Buch ist. Es ist auch kein Aufruf um jetzt massenhaft E-Boks zu kaufen … trotz der etwas reißerischen Überschrift.

Mir ist es egal wie wer was liest. Wenn jemand gedruckte Bücher bevorzugt: fein. Kauft er das Buch beim Händler: kein Problem für mich. Man sollte nur nicht versuchen zu argumentieren, dass der Kauf eine gedruckten Buches beim Händler etwas besonderes und soziales ist … da es zu lasten der Autoren und der Verlage geht.

22 Reaktion(en)

  1. burli

    Ich kaufe liebend gern eBooks, aber nur ohne DRM und nur dann, wenn sie deutlich günstiger sind als die gedruckten Bücher.

    Ich sehe nicht ein, für ein eBook 38,95 zu zahlen wenn das gedruckte Buch 39,95 kostet und nachher nur auf einem Kindle läuft, bis es irgendwann kaputt ist.

    So lange Autoren und/oder Verlage das nicht kapieren sind eBooks uninteressant.

    1. Perun

      Hallo Burli,

      wie ich bereits im Artikel schrieb, der Artikel ist kein pro/contra digitales vs. gedrucktes Buch, aber sei es drum…

      Ich kaufe liebend gern eBooks, aber nur ohne DRM

      Es gibt sehr viele E-Books ohne DRM, auch bei Amazon. Einige Verkaufsplattformen fahren gänzlich ohne Kopierschutz.

      Ich sehe nicht ein, für ein eBook 38,95 zu zahlen wenn das gedruckte Buch 39,95 kostet

      Nenne mir bitte einen Beispiel so einer Konstellation. Ich kenne keine E-Books die 40 Euro kosten und noch weniger wo das gedruckte Buch 40 und das E-Book 39 Euro kostet. Was ich beobachten konnte ist das E-Books ca. 20-25% günstiger sind als die gedruckten Bücher und das ist nach meiner Information das was die Druck-, Lager und Transportkosten ca. ausmachen.

      nachher nur auf einem Kindle läuft, bis es irgendwann kaputt ist.

      Du kannst jeder Zeit backupen und falls dein Reader kaputt gehen sollte, liegen die Dateien immer noch auf dem Server von Amazon. Nur mal eine ernsthafte Frage: kaufst du auch keine CDs, DVDs und USB-Sticks weil dein Rechner bzw. Player kaputt gehen könnte? Verzichtest du auf einen PC weil die Festplatte kaputt gehen könnte?

      So lange Autoren und/oder Verlage das nicht kapieren sind eBooks uninteressant.

      Worauf bezieht sich dieser Satz? Auf Kopierschutz, den Preis oder das elektrische Geräte kaputt gehen können?

  2. Sven

    Hallo, ich selber habe noch nie ein E-Book gekauft und werde es wohl auch in naher Zukunft nicht tun. Die Idee und speziell das Kindle selber ist tatsächlich sehr verlockend, aber ich kann mich noch sehr gut an die Experimente mit den Musikdateien erinnern. Und wenn ein solch Anbieter seinen Betrieb einstellt, dann sieht es so aus: http://musikstar.de/

    Und es ist tatsächlich so, das ich auch bei einer Pleite des Anbieters noch das Buch (bzw. die CD) habe. Weiterhin kann ich bei nichtgefallen das Buch/CD relativ problemlos weiterverkaufen. Zumindest bei den Musikdateien (MP3) ist das meist nicht erlaubt, bei den "Büchern" weiß ich es nicht, aber ich denke, es ist sehr ähnlich.

  3. daniel

    hi perun,
    ich habe mit BOD ganz gute erfahrungen gemacht. da blieben je nach direktkauf (amazon & co.) oder eigener bestellung und verkauf auf workshops etc. zwischen 17% und ca. 30% fürs gedruckte buch hängen. das war 2008. lulu war damals noch mitbewerber, war aber leider noch zu wenig auf den deutschen markt zugeschnitten.
    viele grüße
    daniel

  4. Andi

    Bei E-Books auf den führenden Plattformen tauscht man die Profite der Buchhändler gegen einen den Kunden gängelnden Walled Garden mit diffusen Nutzungsrechten. Dem Autor kanns egal sein, er verdient mehr. Mir als Leser nicht. Ich will ein freies E-Book, dass ich dorthin kopieren kann, wo ich will. Keine euphemistisch genannte "Kindle-Edition" oder DRM-verseuchtes EPUB. Solang das nicht so ist, werde ich weiterhin den Buchhandlungen weiter ihren Profit einbringen.

    Und wenn wir irgendwann mal frei in unseren Entscheidungen sind, werde ich meine Kaufentscheidung daran bemessen, was mir als Leser die meisten Vorteile bringt. Fachbücher werde ich auszugweise kopieren können müssen, ich will was anmarkern und es vielleicht sogar nach Gebrauch verkaufen. Versucht das mal mit nem E-book :mrgreen:

    1. Perun

      Hallo Andi,

      wie bereits im Artikel geschrieben, wie du deine Bücher liest und wo du die erwirbst ist nicht mein Bier.

      Dem Autor kanns egal sein, er verdient mehr.

      dem Autor ist es nicht egal, aber als dem schwächsten Glied in der Kette Kunde-Autor-Verlag-Handel kann er nur das nehmen, was zur Verfügung steht.

      Mir als Leser nicht. Ich will ein freies E-Book, dass ich dorthin kopieren kann, wo ich will.

      Das kannst du auch beim Kindle haben:

      Amazon Kindle und calibre: E-Books in andere Formate umwandeln

      Ich gebe es zu, noch sind die E-Books auf Amazon ohne DRM eine Seltenheit, aber ich gehe davon aus das sich das bald ändern wird.

      Solang das nicht so ist, werde ich weiterhin den Buchhandlungen weiter ihren Profit einbringen.

      Das ist dein gutes Recht, aber versuche das dann nicht als eine sozialbewusste Tat zu verkaufen. 🙂

      Fachbücher werde ich auszugweise kopieren können müssen, ich will was anmarkern und es vielleicht sogar nach Gebrauch verkaufen. Versucht das mal mit nem E-book :mrgreen:

      Auch bei mir in der Ausbildung haben einige Leute, aus Mangel an Geld gebrauchte Fachbücher gekauft. Das ging aber nicht immer, da sich der Stoff recht schnell änderte … und vor allem die Besitzer der bekritzelten Bücher könnten ihre Exemplare nicht verkaufen. 😉

      Ein 4 Jahre altes PHP- oder WordPress-Buch z. B. kann man, wenn überhaupt, nur für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises verkaufen, das ist dann in der Regel unter der Differenz zwischen gedrucktem und dem digitalen Buch.

      Übrigens, in den meisten E-Book-Readern kann man Notizen machen. Aber ich kenne kein gedrucktes Buch, dass eine Volltextsuche besitzt und welches man auf Knopfdruck in mehrere andere Formate umwandeln kann … du etwa?

  5. burli

    @Perun: vielleicht hat sich in letzter Zeit an der Situation was geändert, aber immer wenn ich mal über eBooks gestolpert bin hatte ich welche, die bestenfalls 5-10% günstiger waren. Für ein Produkt, dessen Herstellung und Verbreitung eigentlich nichts kostet, zu wenig. Ich hab das gleiche Problem mit Download Musik. Bei einer CD hab ich was in der Hand, manchmal sogar mit schönen Covern und Inlays. Und wenn ich es kaputt mache bin ich selber Schuld.

    Ich habe auch mit Angeboten Probleme, die an irgendwelche Anbieter gebunden sind. Wenn ich für etwas bezahle möchte ich das besitzen und nicht nur eingeschränkte Nutzungsrechte erwerben.

    Besonders dreist finde ich es, wenn Buch und eBook als Bundle angeboten werden und 50% mehr kosten. Ich hab hier Bücher mit CD, wo das Buch als HTML oder PDF kostenlos dabei war.

    Wenn ein DVD Player kaputt geht kaufe ich einen neuen, wenn Amazon pleite geht sind die Bücher weg. Wenn Amazon meint, die Bücher löschen zu müssen, sind sie auch weg (ersetzte Amazon mit einem beliebigen anderen vergleichbaren Anbieter)

    Ein Buch kann ich auch in 20 oder 30 Jahren noch lesen, wenn es für die eBooks vielleicht gar keine Abspielmöglichkeit mehr gibt. Ich krame immer gerne mal einige alte Bücher raus und lese sie wieder.

    Und last but not least: Ich kann Bücher gebraucht kaufen und ich kann Bücher wieder verkaufen und sie können im Einzelfall sogar im Wert steigen.

    Kurz gesagt, mir fehlt der Anreiz, eBooks zu kaufen, auch wenn es für die Autoren vielleicht von Vorteil wäre.

    1. Perun

      Hallo Burli,

      wie ich bereits sagte, es ist dein gutes Recht keine E-Books zu kaufen, ich will sie dir auch nicht einreden, aber du bringst mindestens eine Sache vor, die so nicht stimmen:

      dessen Herstellung und Verbreitung eigentlich nichts kostet

      das ist nicht wahr. Hast du schon mal aus einem Manuskript E-Books erstellt? Das ist Arbeit, nix mit Knopfdruck. Meinst du auch das Amazon und andere Plattformen kein Geld für die Verbreitung verlangen? Auch hier schlagen die Händler zu, zwar etwas weniger, aber immerhin.

      Besonders dreist finde ich es, wenn Buch und eBook als Bundle angeboten werden und 50% mehr kosten.

      solche Bundles sind in Deutschland wegen der Buchpreisbindung eigentlich nicht erlaubt. Kannst du dafür ein Beispiel nennen? Und was ist daran dreist, dass Leute für ihre Arbeit Geld haben möchten?

      wenn Amazon pleite geht sind die Bücher weg

      Nein.

    1. Perun

      @Burli,

      danke für das Beispiel. Dieses Beispiel was du gerade aufzeigst, ist ein gutes Beispiel wie man es als Verlag nicht machen sollte. Liegt aber auch zum Teil daran, dass einige Verlage hierzulande gegenüber E-Books negativ eingestellt sind. Ich denke mal, dass die mit solchen Schritten versuchen einfach aufzuzeigen "sieht her, dass mit E-Books läuft nicht. Wir haben es versucht".

      Für mich persönlich dürfte so ein Buch in gedruckter Fassung nicht mehr als 20 und als E-Book nicht mehr als 16 Euro kosten.

  6. Andi

    Zu Amazon und Calibre: Einschränkungsfreie Bücher sind eher eine Seltenheit, alles andere ist illegal. Und so richtig ist es so oder so auch kein Argument für Amazons Walled Garden. 😕

  7. burli

    Sicher kostet das Manuskript Geld, aber nur einmal. Und die Arbeit hat man beim Buch auch.

    Sicher kostet das Bereithalten der Dateien auf den Servern und der Transport durch das Internet Geld. Aber das ist nichts im Vergleich zum Buch. Eine Datei ist beliebig oft kopierbar und sollte das Buch floppen sitzt der Autor nicht auf einem Berg unverkaufter Bücher. Er hat also auch nicht das Risiko.

    Wo es diese Bundles gab weiß ich nicht mehr genau, aber das waren Verlage wie o Reilly oder so. Ist schon eine Weile her, dass ich mich dafür interessiert habe. Hab mich auch nicht näher informiert, ob die Bücher in Deutschland erhältlich sind.

    Ich habe übrigens mal Bücher in meinem Online Shop verkauft. Bei mir ist nicht viel hängen geblieben, von wegen "der Händler bekommt die Hälfte". Das waren so irgendwas zwischen 10 und 20%. Vielleicht waren es auch nur die falschen Verlage.

  8. Andrea

    Die 50% Handelsspanne bekommt auch nicht die sympathische kleine Buchhandlung um die Ecke, das greifen die Branchenriesen ab, die ganze Stapel verkaufen können…

    1. Perun

      @Andreas,

      Die 50% Handelsspanne bekommt auch nicht die sympathische kleine Buchhandlung um die Ecke, das greifen die Branchenriesen ab, die ganze Stapel verkaufen können…

      die kleine Buchhandlung um die Ecke bekommt "nur" ca. 35%, das ist immer noch das 5-7x mehr als das der Autor bekommt.

  9. Tanja

    Interessanter Artikel mit Einblick in Zahlen. Vielen Dank! Ich wußte bis dato nicht, was mein Autor hängen bleibt und bin ehrlich gesagt etwas schockiert, dass es doch so wenig ist.

    Über das Pro und Contra möchte ich mich gar nicht einhängen, ist, wie Du sagst, jedem sein Bier. Ich werde nur für mich mal prüfen, ob vielleicht nicht doch auch mal ebooks in Frage kommen. Bis dato habe ich immer abgewunken, da ich fast ausschließlich nur in der Badewanne lese. Vielleicht ist es mal an der Zeit sein Leseverhalten zu ändern.

  10. Stefan

    Die Differenz zwischen E-Book und realen Buch ist mehrheitlich immer noch viel zu gering, allerdings kaufe ich seid meinem iPad nur noch E-Books weil die besser für mich sind. 😉

    Meiner Meinung nach werden die Autoren immer noch mit Hungerlöhnen abgespeist und die Verlage kassieren ordentlich. Sollte ich jemals eines meiner Bücher/Romane fertig bekommen, dann werde ich den Weg über Amazon gehen und nicht über iBooks!

  11. Alex

    Darüber hab ich schon einen Bericht gesehen, nicht nur die Autoren verdienen an ihrem Werk so wenig, die Sänger verdienen noch mal die Hälfte von diesem Prozentsatz.

  12. Andreas

    Erinnert mich sehr stark an die Situation, welche auch die Musiker damals betraf. Ich denke eBooks und das Amazon Kindle sind gerade für kleinere Autoren eine gute Chance sich selber zu Vermarkten. Wäre das für dich auch eine Option, ein eBook in Eigenregie zu verkaufen (z.B. mithilfe deines und anderer/befreundeten Blogs)?
    Ich bin übrigens der typische und überzeugte "analoge Leser" und "Internetausdrucker" da ich die besondere Gabe besitze, den eReader immer Fallen zu lassen oder in der Badewanne zu versenken 😉

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