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iPad als Kindle-Killer … das war wohl nix

In den letzten sechs Monaten hat sich die Anzahl der verkauften E-Book-Reader auf 12% verdoppelt. Die Anzahl der Tablet-Rechner stieg in dem gleichen Zeitraum von 4% auf 8%.

Vorhin bin ich auf einen Artikel mit dem Namen iPad ist kein Kindle-Killer aufmerksam geworden. Immerhin kenne ich auch die Aussagen von diversen Leuten, wo prophezeit wurde das Tablet-Rechner und vor allem der iPad den Tod von E-Book-Readern und damit auch von Kindle einläuten würden.

Die Argumente lagen klar an der Hand: die Tablets sind einfach leistungsfähiger und vielseitiger. Man kann damit nicht nur lesen sondern auch Dokumente bearbeiten und die Displays sind farbig. Schaut man sich aber die folgende Grafik an:

E-Book-Reader vs. Tablets

Dann erkennt man dass die Anzahl der gekauften E-Book-Reader nicht nur nicht sinkt sondern auch schneller steigt als die Anzahl der verkauften Tablets. Weitere Infos gibt es im Bericht: E-reader Ownership Doubles in Six Months.

Nur damit es keine Missverständnisse gibt: da ich keine Erlaubnis habe die Grafiken aus dem Original-Bericht zu lesen, habe ich die Werte aus der Zusammenfassung genommen und selber ein grobes Diagramm erstellt.

Natürlich kann man jetzt argumentieren: das ist nur auf den US-Markt bezogen und die Befragung von knapp 2.300 Leuten ist nicht wirklich repräsentativ. Dennoch kann man es zumindest als Trend heranziehen.

Demnach hatten im November 2010 4% der befragten einen Tablett und 6% einen E-Book-Reader. Im Mai 2011 hatten 12% der Befragten einen E-Book-Reader und 8% einen Tablet. Interessant ist auch die Schnittmenge: 9% haben nur einen E-Reader, 5% nur ein Tablet und 3% besitzen beide Geräte.

Zumindest für mich ist die Entwicklung logisch. Klar, die Tablets sind, wie schon oben erwähnt, leistungsfähiger und vielseitiger. Dafür sind die Tablets mind. 2x so teuer wie die E-Book-Reader. Den Kindle bekommt man hierzulande für 139 Euro, der Samsung Galaxy Tab 1 kostet 300 Euro und schon das Einsteigermodell von iPad kostet 479 Euro.

Die weiteren Gründe sind die bessere Lesequalität der E-Book-Reader und die viel längere Akkulaufzeit. Mit dem Kindle kann ich mit einer Akkuladung mehrere Wochen lesen. Bei iPad & Co. ist das nicht möglich.

Und das letzte nicht zu unterschätzende Argument ist das Gewicht und die Ausmaße. Kindle 3 z. B. wiegt 241 Gramm und hat folgende Maße: 191 x 122 x 8,5 mm. Der iPad dagegen wiegt 613 Gramm und ist 241,2 × 185,7 × 8,8 mm groß.

Wie sich das in der Zukunft entwickelt, muss man schauen. Wenn die Tabletts günstiger werden und eine bessere Akkulaufzeit bekämen, dann könnte es wirklich so sein, dass die Tablets die spezialisierten E-Reader in die Nische verdrängen.

12 Reaktion(en)

  1. Marc

    Naja,Größe und Gewicht finde ich fast irrelevant, da es ja mittlerweile vom 4 bis zum 9 Zoll-Gerät alles gibt (jedenfalls Androidtabletts). Viel wichtiger finde ich wirklich die Qualität des Displays und da hat der Kindle einfach die Nase vorn, wenn es um Schrift geht.

    1. Perun

      @Marc,

      bei kleineren Tablets ist der Nachteil des höheren Gewichts und der größeren Ausmaße weg, da hast du Recht, aber dafür verschwinden die anderen Vorteile eines Tablets. Auf einem 4 oder 5″ Gerät werde ich wohl keine Dokumente bearbeiten und auch Videos schauen macht auf solchen kleinen Geräten kein Spaß.

      Ich bin auch der Meinung, dass die Qualität des Displays bei den Readern das stärkste Argument ist, aber das wissen die Leute erst zu schätzen wenn sie einen guten Reader in der Hand hatten.

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 29. Juni 2011 | Die Börsenblogger

  3. Michael

    Ich besitze das iPad seit es auf dem Markt ist und habe mir erst kürzlich zusätzlich den Kindle besorgt.

    Der Hauptunterschied bzgl. E-Books ist für mich definitiv das Display. Sicherlich kann man auf einem LCD Display Bücher lesen, habe ich auf dem iPad auch gemacht, allerdings ist der Unterschied zum E-Ink Display gewaltig. Nach einem Arbeitstag vorm PC habe ich das iPad abends irgendwann weglegen müssen, da meine Augen einfach nicht mehr wollten. Mit dem Kindle ist das kein Problem, das Lesen an sich ist einfach angenehmer.

  4. Stefan

    iPad und Kindle kann man sowie so nicht vergleichen, finde ich. Das ist wie Obst mit Gemüse zu vergleichen, was auch nur bedingt funktioniert, wenn überhaupt. 😉

    Das iPad ist ein Tablet-PC und der Kindle ein eReader oder E-Book lese Gerät, also zwei völlig unterschiedliche Geräte mit unterschiedlichen Ansprüchen und Nutzungsmöglichkeiten. 🙂

  5. Nico

    Hey Perun,
    interessanter Artikel.
    Den Trend habe ich nicht erwartet.

    Natürlich wird ein Tablet keinen EBook Reader verdrängen als elektronisches Lesegerät. Aber das Tablet ist als ständiger Begleiter besser geeignet als ein e-reader. Ein guter Vergleich ist etwas ein modernes Handy mit einer Kamera. Meine Spiegelreflex macht auch bessere Bilder als das Handy, aber ich habe Sie nicht immer an Bord. Also mache ich ab und zu Schnappschüsse mit dem Handy.

    Anderes Beispiel: Für die 5 Tage die ich nicht mit dem Auto zur Arbeit fahre, nehme ich mein Handy als MP3-Player, dafür brauche ich nicht extra ein eigenes Gerät, was vllt einen besseren Klang hat.

    So ist es auch mit e-readern. Wenn ich das Tablet hauptsächlich zum surfen, mailen und chatten verwende, aber trotzdem ab und zu ein PDF (Zum Beispiel ein technisches Dokument) lesen muss, dann brauche ich dafür keinen e-reader. Dafür ist das Tablet zu vielseitig. Es ist eine Art All-In-One Lösung.
    Wenn ich jedoch die totale Leseratte bin, dann hole ich mir selbstverständlich einen e-reader.

    VG Nico

  6. Quincy

    Mich wundert das gar nicht. Ich konnte auch nicht glauben, dass das Display so einen großen unterschied macht. Aber einmal auf dem Kindle gelesen und man ist bekehrt.

    Da kann ein LCD einfach nicht hin …

    @Stefan: stimmt – leider machen das aber viele. Gerade viele Tablet-User belachen die Reader-User – bis sie halt mal einen benutzt haben. Im Gegensatz kann ich die Amazon-Rezensionen nicht mehr lesen, in denen der Kindle niedergemacht wird, weil er nicht so gut mit mp3 und dem Internet umgehen kann: GRUMMEL.

  7. Edith

    Ebenso kann es sich um einen zeitlich versetzten Effekt handeln, da die Steigerung der Tablets von Nov 2010 bis Jan 2011 sich ähnlich verhält wie die der E-Reader von Jan 2011 bis Mai 2011. Aufgrund des Preises ist der potentielle Markt für Tablets sowieso schon geringer als der für die E-Reader, was die unterschiedlichen Volumina erklären könnte.

    Ich denke der Vergleich mit Tablets und E-Readern ist so ähnlich wie wenn man Handys mit mp3-Playern vergleicht. Das sind zwei total verschiedene Produktausrichtungen. Ein Alles-Könner und ein Spezialist.

  8. Stefan

    @Quincy: Wer immer auch Vergleiche zwischen iPad und Kindle macht beziehungsweise versucht, zeigt mir damit nur das Er oder Sie eben Aufmerksamkeit braucht und obendrein Naiv ist.

    Entweder ist es Apple oder Kindle gebashe und beides kann und will ich nicht mehr lesen, davon gibt es genug in den ganzen Foren zu beiden Produkten.

    Der Kindle ist ein reiner E-Book Reader, nicht mehr und auch nicht weniger. Zum guten lesen von elektronischen Büchern, dafür ist der Kindle gemacht und das ganze andere Zeug wie MP3 und Surfen im Web ist nicht dessen voranginge Funktion. Denn der Kindle bedient ein ganz anderes Nutzerumfeld.

    Würde ich nur E-Book’s lesen wollen, würde ich mir definitiv einen Kindle kaufen. Da ich aber an einem Tablet-PC auch arbeiten will, mit Wireless-Tastatur, reicht mir eben ein Kindle nicht mal im Ansatz. Also kaufe ich mir ein iPad, an dem ich auch E-Book’s lesen kann, unter anderem. 😉

  9. Pingback: Kindle in the UK: Frauen und Ältere schlagen zu | WordPress & Webwork

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