WordPress & Webwork

WWP Folge 12: Weblogs bzw. WordPress als Wissens­management-Tool

Mehr bloggen und weniger (nur) Lesezeichen sammeln. Warum? Das erkläre ich in der folgenden Podcast-Folge bzw. im folgenden Blogartikel.

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In dieser Folge wird es tiefsinnig. Das heutige Thema ist Weblogs bzw. WordPress als Tool für Wissensmanagement.

Ich war Anfang Juni in Berlin und habe dort auf der webinale einen WordPress-Workshop gehalten. Da ich während der Reisen, also auch im Zug, nur sehr kurz was lesen und noch weniger am Laptop arbeiten kann – nach 5-6 Minuten merke ich, wie es mir langsam aber sicher schlecht wird – verbringe ich die meiste Zeit mit Dösen, nachdenken oder Hörbücher hören… jetzt aktuell waren auch einige Podcasts dabei.

Da ist mir dann einiges klarer geworden.

Viele Interessen. Helfen da auch viele Lesezeichen?

Als ich auf der Rückfahrt eine Hörbuchpause einlegte, die Augen schloss und mich kurz an die letzten Arbeitstage erinnerte, da sah ich noch die Lesezeichen-Sammlung im Firefox auf meinem Desktop-Rechner und die vielen Dutzend Lesezeichen-Ordner, noch mehr der Unterordner und viele, sehr, sehr viele Lesezeichen.

Ich bin ein neugieriger Mensch und so interessieren mich neben WordPress auch weitere Webworking-Themen. Manche davon kontinuierlich und im Hintergrund, manche eher sporadisch, aber dennoch wiederkehrend. Daher finden sich in meiner Sammlung jede Menge Lesezeichen zum Thema CSS, zum Thema Suchmaschinenoptimierung, zum Thema E-Mail-Marketing, Performance-Optimierung und zum Thema Podcasting und Screencast um mal einige der Themengebiete zu nennen.

Auch fernab von der Arbeit und von dem Thema Webworking interessiere ich mich für diverse Themen. Seit Januar diesen Jahres besitze ich ein Chromebook und habe mich auch zwangsläufig mit diesem Thema auseinandergesetzt. Seit knapp einem Monat beschäftige ich mich endlich mit dem Thema Cloud-Mining von Ethereum, Bitcoin und Monero. Seit einigen Jahren betreibe ich wieder Krafttraining und zwar in Hauptsache mit Eigengewichtsübungen. Und wenn nach der Beschäftigung mit der Familie und nach der Arbeit noch irgendwann Zeit übrig bleiben sollte, dann ist auch das Thema Computerspiele dran.

Wenn ich Firefox glauben darf, dann habe ich, obwohl ich alle paar Monate auch ordentlich Lesezeichen lösche, mittlerweile mehr als 2.150 Lesezeichen zu Blogartikeln, Forumseinträgen, Videos etc. die auf all die genannten und einigen weiteren Themen verweisen.

Lesezeichen in Firefox sichern

Lesezeichen in Firefox: mittlerweile etwas weniger, aber dennoch mehr als reichlich.

Während ich also im Zug saß und sich vor meinem geistigen Auge die große Lesezeichensammlung immer weiter verzweigte, merkte ich, dass ich mit vielen Lesezeichen nichts anfangen konnte. Zum einen weil die nicht wirklich aktuell waren und bei vielen war ich mir nicht mehr sicher warum ich die eigentlich gespeichert habe.

… stattdessen lieber auf die Blogartikel setzen

Dagegen kann ich mich an die allermeisten Blogartikel die ich veröffentlicht habe,deutlich besser erinnern, obwohl die Zahl der Blogartikel – wenn ich die geschlossenen Projekte mit rechne – ungefähr gleich hoch sein sollte. Aber warum ist das so?

Das ist schnell erklärt. Während ich einen oder mehrere Links schnell in die Lesezeichen-Sammlung ablegen kann, muss ich mich mit den Verweisen und dem Thema eines Blogartikels auseinandersetzen. Nehmen wir mal an, du schreibst einen Blogartikel zu einem bestimmten Thema und hast dazu im Vorfeld auch ein paar Links gefunden.

Um im WordPress-Universum zu bleiben: nehmen wir mal an es geht um das Thema Child-Themes für WordPress. Du findest also einige Links zu diesem Thema. Beim einfachen abspeichern in die Lesezeichensammlung sind die schnell außer Augen und somit aus dem Sinn. Möchtest du das Thema aber verbloggen, dann musst du dich intensiver mit den Quellen auseinandersetzen. Anschließend testest du selber die Anleitungen und Tipps der anderen durch, fasst das ganze in eigene Worte zusammen und erreichst damit zwei sehr wichtige Sachen:

  1. Zum einen erkennst du welche der Quellen gut und welche weniger gut war
  2. Und zweitens: du setzt dich nicht nur mit den Quellen sondern auch mit dem eigentlichen Thema viel stärker auseinander. Dadurch verstärkt sich dein Lerneffekt, als wenn du nur die fremden Anleitungen gelesen hättest

Ich weiß, dass alles hört für manche von euch nach wenn du Wasser über den Kopf schüttest, dann wirst du nass. Aber vieles was total naheliegend ist, wird häufig übersehen oder nicht ernst genommen und auch wenn man es ernst nimmt, zieht man dennoch nicht die richtigen Konsequenzen und zu diesen komme ich jetzt.

Und was lerne ich daraus?

Welche Konsequenzen habe ich jetzt daraus gezogen? Zum einen habe ich mir vorgenommen, weniger Lesezeichen zu speichern und alles was ich nicht brauche zu entfernen. Also mir einen deutlich kritischeren Umgang mit Lesezeichen anzueignen. Das klappt mittlerweile schon recht gut.

Aber was noch viel wichtiger ist, ich habe meine private Website reaktiviert und werde dort die Themen und die dazugehörigen Lesezeichen als Blogartikel bzw. als Artikelreihen inhaltlich abarbeiten. Bis jetzt habe ich das lediglich hier auf perun.net getan mit WordPress-Themen oder Themen die eng mit WordPress verwandt sind. Aber die anderen Themen, die mich auch interessierten, kamen leider zu kurz. Daher die Reaktivierung meiner privaten Website. Dort werde ich mich den Themen widmen, die hier auf perun.net nicht so gut passen würden.

Damit habe ich nicht nur eine Vertiefung in die Materie sondern eine deutlich schlankere Lesezeichensammlung. Daraus ergibt sich, dass die verbliebenen Lesezeichen nicht in der schieren Masse untergehen.

Auch wenn nicht alles aufgehen sollte, wie ich es mir vorgenommen habe, dann weiß ich in ein paar Jahren an Hand des Blogarchivs zumindest womit ich mir vor ein paar Jahren beschäftigt habe. 🙂

Diese ganze Folge kann man somit als Plädoyer für Weblogs oder für WordPress verstehen: den neben den anderen vielen Vorteilen, die Weblogs bzw. WordPress bietet, eignen sie sich, wie ich es erklärt habe, auch als Werkzeug zum managen und vertiefen von Wissen verstehen. Ob du so ein Weblog privat oder öffentlich betreibst, bleibt dir überlassen. Bei beiden Varianten erreichst du einen besseren Lerneffekt. Ein öffentlicher Weblog bietet immerhin die Chance, sich mit Menschen mit gleichen Interessen zu vernetzen.

Vor einigen Jahren hatte ich bereits mit dem Blogartikel Weblogs als Fels in der Brandung der Social Networks eine Fürsprache für die Weblogs geschrieben. Zwar mit einem anderen Fokus, aber der Blogartikel und diese Podcast-Folge ergänzen sich sehr gut.

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5 Reaktion(en)

  1. Georg

    Hallo Vladimir,

    vielen Dank für diesen Einblick in dein persönliches Informationsmanagement. Ein echt wertvoller Impuls für Webworker. Ich werde das aufgreifen, um mehr Artikel zu schreiben!

    In Bezug auf Lesezeichen kann ich dir auch noch Evernote ans Herz legen. Es speichert nicht nur deine Links sondern auch den dazugehörigen Content. Das führt dazu, dass du Infos schnell wieder findest und weiter bearbeiten kannst.

  2. Pingback: Bloggen statt Lesezeichen, Tab-Friedhof und später lesen | dLimP

  3. Frank

    Da Zeit oder Motivation zum Bloggen oft nicht reicht, habe ich für jedes Interessensgebiet eine eigene Facebook Fanpage und teile alles, was mir relevant erscheint, dort. Nur fehlt dort leider die Suchfunktion, so dass Gruppen in dieser Hinsicht besser wären als Fanpages.

  4. Pingback: WWP Folge 13: Leisure Sickness (Freizeitkrankheit), Nachtrag zu letzter Folge » perun.net

  5. Rüdiger Flesch

    Hallo Vladimir!
    genauso ist es! Man sollte nur suchen, wenn man auch Zeit u Lust hat, die Ergebnisse zu verarbeiten. Die google-Suche wird immer besser und die Informationen veralten immer schneller. Nur frisches Gemüse bitte.
    Gruß Rüdiger

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