Vergangene Woche habe ich es endlich geschafft, diese Website aus dem Winterschlaf zu holen. Dabei habe ich dann auch einen näheren Blick auf die mehr als 3.400 Blogartikel zu werfen.
Einige davon waren deutlich in die Jahre gekommen. Entweder nicht mehr relevant oder schlicht zu kurz und zu dünn für heutige Verhältnisse: Gewinnspiele aus 2007, Ankündigungen über bevorstehende Veranstaltungen aus 2008, kurze News-Meldungen etc. Solche Inhalte einfach weiter in der Google-Suche mitschwimmen zu lassen, ist selten eine gute Idee.
Wer über einen veralteten oder für den restlichen Inhalt der Website unrelevanten Treffer reinkommt, geht schnell wieder, weil er weder einen guten Eindruck vom Blog noch wirklich hilfreiche Informationen mitgenommen hat.
Warum nicht direkt löschen?
Löschen wäre einfach gewesen. Hierfür gibt es in WordPress direkt ein Bordmittel. Aber ich wollte die Artikel nicht löschen. Zum einen hänge ich ein wenig an diesen alten Texten. Sie sind praktisch ein kleines Tagebuch aus verschiedenen Phasen des Webs und aus der Entwicklung von WordPress selbst.
Zum anderen gibt es Altlinks, Lesezeichen und interne Verlinkungen, die ich mir mit einer Löschaktion komplett zerschießen würde. 404er an allen Ecken und Enden sind für niemanden ein Gewinn.
Andererseits sollte die Bereinigungsaktion auch nicht zu viel Arbeit in Anspruch nehmen und hier gab es schon ein erstes kleines Problem. Die gängigen großen SEO-Plugins erlauben zwar, einzelne Artikel oder bestimmte Bereiche (Kategorien, Schlagwörter etc.) für Suchmaschinen auszublenden. Was ich aber benötigte, war eine schnelle Übersicht über die Blogartikel und die Möglichkeit, einzelne oder mehrere Artikel direkt in der Übersicht auf noindexzu setzen.
Das Plugin: Bulk NoIndex & NoFollow Toolkit
Für solche Aufräumaktionen gibt es ein schlankes und praktisches Plugin: Bulk NoIndex & NoFollow Toolkit aus dem Haus Mad Fish Digital. Wie der Name schon verrät, kannst du damit mehrere Beiträge oder Seiten auf einmal auf noindex und/oder nofollow umstellen.
Die Bedienung läuft über die Bulk-Aktionen in der Beitragsübersicht im WordPress-Backend. Du markierst wie gewohnt die gewünschten Beiträge, wählst im Dropdown die passende Aktion aus und schließt mit »Apply« ab.

Du kannst die Blogartikel nach Anzahl der Wörter, nach Anzahl der Zeichen oder nach Datum sortieren und dann entweder stapelweise (Bulk Actions) oder einzeln in der Übersicht auf noindex und/oder nofollow setzen.
Mad Fish Digital hat auf dem eigenen Blog auch einen passenden Hintergrundartikel dazu: Bulk NoIndex WordPress Pages. Dort geht man etwas genauer darauf ein, warum sie das Plugin überhaupt gebaut haben und in welchen SEO-Szenarien sich der Einsatz lohnt.
Warum nur noindex und nicht nofollow?
Hier ein Punkt, der häufig durcheinandergeworfen wird. noindex bedeutet: Google soll diese Seite nicht mehr in den Index aufnehmen oder sie dort wieder entfernen. Dagegen steht nofollow dafür, dass die Suchmaschinen in den jeweiligen Artikeln nicht mehr folgen sollen.
Ich habe mich bewusst gegen nofollow entschieden. Der Grund: In den alten Artikeln gibt es viele interne Links auf andere Beiträge von mir, die ich weiterhin im Index haben möchte. Wenn ich jetzt zusätzlich nofollow gesetzt hätte, wären diese internen Link-Signale einfach weg.
Fazit und offene Fragen
Du musst alte Inhalte nicht löschen, damit sie aus der Google-Suche verschwinden. Mit einer bewussten noindex-Entscheidung kannst du Ballast aus dem Index nehmen, ohne die Verlinkung und die historische Substanz deines Blogs zu opfern. Das Bulk NoIndex & NoFollow Toolkit hilft dir bei der Fleißarbeit und ist für solche Aufräumaktionen ein ordentliches Werkzeug.
Wie schaut es bei euch aus? Macht ihr solche Aufräumaktionen, und falls ja, wie oft, und welche Tools nutzt ihr dabei?
1. Wie lange dauert es, bis Google die Artikel tatsächlich aus dem Index entfernt?
Das hängt davon ab, wie oft Google deine Website crawlt und wie gut die interne Verlinkung zu den betroffenen Seiten ist. In der Google Search Console kannst du den Fortschritt im Index-Bericht mitverfolgen. Beschleunigen lässt sich der Prozess, indem du einzelne URLs dort zur erneuten Überprüfung einreichst.
2. Sollte ich die auf noindex gesetzten Artikel zusätzlich aus der XML-Sitemap entfernen?
Ein klares Jein. Damit Google den noindex-Hinweis überhaupt mitbekommt, muss der Bot die Seite ja weiterhin besuchen können. Bleibt die URL vorerst in der Sitemap, wird sie regelmäßig gecrawlt, und der noindex-Status wird schneller erkannt. Erst wenn die Seite stabil aus dem Index gefallen ist, kann sie auch aus der Sitemap raus. Die meisten SEO-Plugins, darunter auch The SEO Framework, nehmen noindex-Seiten automatisch aus der Sitemap. Ein Blick in die eigenen Einstellungen und in die Sitemap schadet trotzdem nicht.
3. Ist ein 301-Redirect auf einen aktuellen Artikel nicht die elegantere Lösung?
Wenn es einen klaren Nachfolger gibt, dann ja. Ein 301 gibt die Backlink-Signale an den neuen Artikel weiter und ist in solchen Fällen meistens die bessere Wahl. In meinem konkreten Fall geht es aber um alte Beiträge, zu denen schlicht kein echter Nachfolger existiert. Auf die Startseite weiterleiten oder auf »irgendwas grob Ähnliches« wäre sinnlos und würde niemandem helfen.


