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Facebook und Datenschutz: die 2-Klick-Lösung reicht nicht

Zu der Auseinandersetzung zwischen den Datenschützern und Facebook habe ich bereits hier geschrieben: ULD: Like-Buttons und Facebook-Fanpages entfernen. Darauf hin haben sich einige Leute und auch heise.de aufgemacht um eine so genannte 2-Klick-Lösung umzusetzen.

Mittlerweile gibt es dafür auch mehrere WordPress-Plugins:

Aber bevor ihr jetzt eure "alten" Buttons entfernt und diese neuen Erweiterungen einbaut … das reicht nicht. Hier die Pressemeldung:

Die teilweise vorgeschlagene 'Lösung' über einen Doppelklick, bei dem zunächst eine Informationsseite geöffnet und eine Einwilligung eingeholt wird, geht zweifellos in die richtige Richtung, aber nur den halben Weg: Die Profilbildung bei Facebook lässt sich derart nicht verhindern, wenn man den Plugin nutzen möchte. Zudem setzt eine wirksame Einwilligung voraus, dass Nutzende wissen, worin sie einwilligen. Da Facebook aber bisher nicht offenlegt, was es mit den Nutzerdaten macht, fehlt es weiterhin an der nötigen Information.

Siehe auch folgende Artikel:

11 Reaktion(en)

  1. xwolf

    Vorsicht: Der Datenschützer ist weder Richter noch Gesetzgeber.
    Daher ist alles was der sagt und schreibt letzlich nur eine "Meinung".

    Wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommen würde (z.B. in Folge eines Widerspruchs zu einem Bußgeld), dann ist nicht zwangsläufig damit zu rechnen, daß das Gericht sich der Meinung des Datenschützersn anschließt.

    Wenn man bspw. ans Thema Meinungsbewertungsportalen zurückdenkt: Da haben die Datenschützer sehr oft vor deutschen Gerichten den kürzeren gezogen.

    In Folge davon haben die sich wohl nun anderen Theman zugewandt
    :wink:

    1. Perun

      @xwolf,

      ich persönlich finde die 2-klick-lösung in einer bestimmten Konstellation gefährlich. Wenn es jetzt wirklich hart auf hart kommt und jemand vor Gericht gezerrt wird, weil er den Like-Button einsetzt, dann könnte es evtl. gefährlicher sein die 2-Klick-Lösung einzusetzen, weil du damit signalisierst, dass die Problematik dir bewusst ist und du dennoch eine nicht ausreichende Lösung eingesetzt hast.

      Bei der 1-Klick-Lösung kannst du dich immer noch ausreden mit "tut mir Leid, habe ich nicht gewusst". Auch wenn es vergleichsweise unwahrscheinlich ist, könntest du damit glimpflicher davon kommen, weil wie wir alle wissen "Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand".

  2. Pingback: Zwei-Click-Button und kein Ende » SigisWorld

  3. Monika

    obs nun reicht oder nicht reicht, dazu reichen aktuell meine juridischen Kenntnisse nicht,

    die Datenschützer allerdings sanktionieren deutsches Gesetz, dass sie selbst nicht erfunden haben.

    also der deutsche Gesetzgeber hat dieses Gesetz beschlossen und die Datenschützer nehmen "ihren" Gesetzgeber einfach ernst.

    insofern hack ich nicht auf denen rum, die tun ihren Job,
    ich tät mich bloß freuen, wenn sie dies auch in dieser Schärfe bei der Weitergabe von Flugpassagierdaten und beim "Geld" machen täten. => beides geht ja 1:1 auf amerikanische Server ohne , dass mich je wer fragte ja ohne , dass ich je im www sein müßte dafür… :roll:

  4. Birkhahn

    Die einfachste Lösung wäre vermutlich Facebook zu entfernen.
    Mir ist es im ganzen sowieso ein Rätsel warum bei all den Problemen um die Datensicherheit jeder einen ACC hat. Keiner bereit ist darauf zu verzichten und alle den Hype mitmachen müssen.

    Ich bin jetzt nicht so involviert aber gibt es einen gewichtigen Unterschied von Share/Teilen Button zum Empfehlen Button? Es wird immer nur vom Empfehlen Button gesprochen, ist der Share/Teilen Button nicht betroffen?

  5. Kai

    @Birkhahn
    Der Share Button ist in Originalform genauso betroffen, wie der Like/Empfehlen Button. Auch dieser Button wird inklusive eines Scripts beim Aufruf der Seite von Facebook geladen. Da es sich hierbei allerdings um einen ganz normalen Link handelt, kann dieses Problem ganz einfach ausgehebelt werden, indem statt dessen eine eigene Button-Grafik genutzt wird. So werden erst beim Klick auf den Button Daten an Facebook übertragen.

    Das in der oben zitierten Pressemeldung genannte Problem ist aber – wenn man es denn ernst nimmt – dadurch natürlich auch nicht aus der Welt. Facebook erhebt beim Klick auf den Button Daten (egal ob like oder share) und informiert nicht explizit darüber, wofür diese Daten genutzt werden. Das ist es, woran sich die Datenschützer stören.

    Ob es Dienste im Netz gibt, die keine Daten erheben, welche Vor- und Nachteile dem Nutzer aus diesen Daten entstehen, und ob Facebook dafür nun so zu verteufeln ist, ist natürlich eine andere Sache…

  6. Pingback: Universal Intelligence Services

  7. Dürrbi

    Der sicherste Schutz in der Debatte ist derzeit vermutlich, erst gar keinen "Like/Share"-Button auf dem Blog einzusetzen.

    Wer einen Artikel wirklich empfehlen will, kann auch auch den Permalink kopieren und ihn manuell posten…

  8. Pingback: Buttons von Facebook & Co. sind datenschutzwidrig | WordPress & Webwork

  9. Pingback: 2-Klick-Lösung: Alternative zum Facebook "Gefällt mir"- / Like-Button datenschutzkonform? | Externer Datenschutzbeauftragter (BDSG) Sascha Kuhrau

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