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Gekürzte Feeds und Blogs monetarisieren

Das Thema "vollständige vs. gekürzte Feeds" ist ein Thema das ständig auf Sparflamme im Hintergrund läuft um sich alle paar Wochen für eine kurze Zeit in den Vordergrund zu drücken. Wie neulich durch die Entscheidung der Betreiber von Basic Thinking den Newsfeed zu kürzen.

Meine Meinung zum Thema "gekürzte oder volle Feeds" habe ich schon mehrfach bekundet. Unter anderem hier: Nur volle Feeds sind wahre Feeds. Auch in der Umfrage die ich hier auf perun.net gestartet habe (Umfrage zu Newsfeeds: die Länge und Werbung) kommt heraus, dass die meisten Leser volle Feeds bevorzugen und wenn Sie die Wahl zwischen einem gekürzten Feed ohne Werbung und einem vollen Feed mit Werbung haben das zweite bevorzugen. Zum ähnlichen Ergebnis kommt auch die Umfrage von Upload-Magazin.

Die Argumente für einen vollen Feed

Die Argumente für volle Feeds sind klar: ich kann den Artikel vollständig im Reader lesen, muss es aber nicht. Ich habe die Wahl. Zumindest bei Bloglines war es früher so, dass ich in den Einstellungen festlegen konnte, wie ich den Artikel im Reader lese: nur Überschriften, Auszug oder komplett. Dafür musste der Feed aber komplett sein. Also zusätzlicher Komfort.

Zudem ist es so, dass bei vielen, speziell den längeren, Artikel der interessante Teil nicht immer am Anfang liegt so das man nur bei den vollen Feeds, den Artikel in seiner vollen "Würze" erkennen bzw. "schmecken" kann.

Argumente für einen gekürzten Feed

Schauen wir uns jetzt die Argumente an, die von den Befürwortern der gekürzten Feeds angeführt werden.

Das unerlaubte Kopieren von Inhalten

Als häufiges Argument gegen vollen Feed wird der "Content-Klau" angeführt. Tatsächlich ist es sehr ärgerlich, wenn ganz "schlaue" Leute sich fremde Feeds anzapfen, auf eigener Website ausgeben und dies mit Werbung garnieren. Doch gegen solche Leute kann man sich auch wehren.

Zum einen kann man Feeds mit Hinweisen zur Urheberrecht versehen. Ein WordPress-Plugin, dass dies bewerkstelligt habe ich beschrieben.

Zum anderen kann man solche Leute kontaktieren und wenn sie sich uneinsichtig zeigen auch rechtliche Schritte einleiten. Gut, wenn der Firmensitz des Besagten in Panama-City ist, dann kann man sich diesen Schritt sparen. Aber das unerlaubte Kopieren von Inhalten gab es in www noch zu den Zeiten, als man das RSS noch für eine Krankheit gehalten hat.

Den Feed aus der Angst vor dem "Content-Diebstahl" zu kürzen wäre so, wie wenn man kein Auto fährt, weil es auch Autodiebe gibt.

"Feed-Leser sind nicht werbeaffin"

Als weiteres Argument für gekürzte Feeds wird angeführt, dass man möchte das die Leute auf die Website kommen, weil man zumindest einen Teil der Einnahmen durch die Werbung auf der Website bestreitet. Dieses Argument bzw. Anliegen ist in meinen Augen das ausschlaggebende warum sich manche Leute bewusst dafür entscheiden bzw. mit dem Gedanken spielen einen Feed zu kürzen … Leute, die sich über dieses Thema keine Gedanken machen, lasse ich mal außen vor.

Aber ich denke, dass ist zu kurz gesprungen. Es wird behauptet, dass Feed-Leser Werbung in den Feeds ignorieren. Gut, nehmen wir mal an das würde stimmen. Aber warum geht man davon aus, dass ein Feed-Leser, der dann auf die Website kommt, auf einmal anfängt auf die AdSense zu klicken oder einen Kauf über den Affiliate-Link tätigt. Das ist in meinen Augen unlogisch.

Was mich in diesem Zusammenhang als Argument eher überzeugt ist die Tatsache, dass man auf der Website mehr Auswahl und mehr Möglichkeiten hat Werbung einzubinden: z. B. Direktlinks oder White-Label-Lösungen.

Fazit

Um jetzt noch einmal auf die Entscheidung von den Betreibern von Basic Thinking zurück zu kommen. Einerseits kann ich deren Schritt verstehen, die Ausgaben müssen gedeckt werden. Auf der anderen Seite denke ich nicht das dies der richtige Weg ist und ich bezweifle, dass dies wirklich erfolgreich sein wird. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

So oder so, ist das letztendlich die Entscheidung der Betreiber, wie sie Ihren Feed ausliefern, Beschimpfungen wie sie manche Kommentatoren äußern, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Entweder man kündigt das Feed-Abo oder setzt sich hin und stellt etwas Eigenes auf die Beine.

14 Reaktion(en)

  1. Tom

    Also mein Feedreader läuft im Browser, hat also den gleichen Adblocker wie die Webseite. Da sind gekürzte Feeds einfach nur unsinnig. Einen gefallen hat sich Basic Thinking damit zumindest nicht gemacht, wenn ich die vielen Verabschiedungen in den Kommentaren sehe.

  2. Stephan

    Auch ich bin der Meinung, dass Basic Thinking einen Fehler begangen hat. Gekürzte Feeds halte ich für unsinnig. Ich setze auch auf vollständige Feeds. Denn wie bereits gesagt, gegen den Datenklau, der von den Befürwortern angemahnt wird, kann man sich auch auf andere Art und Weise wehren.

  3. Fini

    Sehr schöner Beitrag. Da ich selbst viel Blogs ausschließlich über meinen Feedreader lese, finde ich persönlich gekürzte Feeds einfach nur benutzerunfreundlich. Leider bin ich nicht mit einer schnellen Internetleitung gesegnet, so dass ich auch einfach keine Lust habe, ettliche Webseiten direkt zu besuchen und damit lange Ladezeiten in Kauf zu nehmen. Über kurz oder lang landen solche Blogs/Webseiten bei mir leider dann in der runden Ablage.

  4. Elmar

    Ich bin als Leser schon beim nächsten Schritt: Da ich den Link zum Beitrag bei Twitter gefunden habe, musste ich mich schon hierher bemühen, um alles lesen zu können 😉

    Guter Punkt: Wer im Feed nicht klickt, wird dies vermutlich auch nicht auf der Seite tun

  5. Nico

    Mich hat Basic Thinking als Leser leider auch verloren. Ich habe eigentlich seit Jahren viele der Beiträge gelesen und auch fleißig kommentiert. Doch seit es den gekürzten Feed gibt, ist es kein einziges Mal dazu gekommen (außer durch eine Verlinkung in einem anderen Blog). Das Problem ist, dass ich Artikel normalerweise erst kurz für 2 Sekunden überfliege und dann entscheide, ob ich ihn direkt lese, für später markiere oder ob er uninteressant für mich ist. Durch den gekürzten Feed bekomme ich die Hälfte der Einleitung mit und die weckt selten mein Interesse. Wenn schon gekürzte Feeds, dann bitte nicht automatisch gekürzt sondern von einem Redakteur, der auch den Inhalt erfasst hat (im Idealfall vom Autor selbst).

  6. Gilly

    "Den Feed aus der Angst vor dem "Content-Diebstahl" zu kürzen wäre so, wie wenn man kein Auto fährt, weil es auch Autodiebe gibt."

    Das beste Argument, dass ich zu dem Thema seit langem gehört habe 🙂

  7. Thorsten Peters

    Ein gekürzter Feed ist eigentlich ein Fall für den Mülleimer, denn macht mich ein gekürzter Feed (1 Satz) nicht neugierig, klicke ich auch nicht. Denke das kennen wir doch alle von Twitter! :mrgreen:

  8. Pingback: Über Wertschätzung, Dankbarkeit und gekürzte RSS-Feeds

  9. Camma

    Nach dem heute morgen die DB ein Problem hatte, komme ich auch noch dazu meinen Senf abzuliefern 😉

    Ich bin mir auch stark am überlegen BT von meinem Reader zu schmeissen. Die meisten Feeds lese ich auf dem iPhone unterwegs. Da bin ich auf Fulltext-Feeds angewiesen (es sei denn ich warte eine halbe Minute oder mehr bis die Webseite geladen ist). Zudem ist bei mir Grundsätzlich Adblock im Einsatz. Somit bringt die ganze Werbung auf einer Seite nichts. (nicht das ich ohne Adblock welche klicken würde). Vielmehr beachte ich ab und zu einen Hinweis eines Bloggers der die Leser bittet bei gefallen auch mal einen seiner Banner zu klicken. Da schalte ich den Adblock auch mal extra aus.

    Wahrscheinlich hat sich BT mit einen rechten Teil seiner Leser vergrault. Mal schauen ob sich so (ich meine damit nur die Werbung auf der Webseite) Geld verdienen lässt.

  10. Panthera-IT

    Ich finde, dass einige sich viel zu viel aufregen. Wegen einem zusätzlichen Klick, um die Seite in Browser anzeigen zu lassen. Ich würde es noch verstehen, wenn man einen Blog nur vor kurzem gefunden hat und von den Inhalten noch nicht überzeugt ist. Aber wenn man sagt, dass man Jahrelang den Blog gelesen hat, dann müsste man auch sicher sein, dass die Inhalte auch den Erwartungen entsprechen, oder? Und Überschrift sagt in 90% der Fälle, worum es geht. Und wenn nicht, dann zwei Sätze dazu geben auch weitere Informationen. Zumindest ich kann mich nicht erinnern, dass ich soviel lesen müsste, um zu verstehen, ob ich weiterlesen möchte oder nicht.

  11. Benni

    Ich nutze z.B. gar keinen Feedreader, sondern lasse mir die Feeds nur im Firefox als Link anzeigen. Interessiert mich der Titel klicke ich drauf, wenn nicht, dann nicht.

    Vielleicht nicht ganz zeitgemäß, aber es ist auch nicht so, dass alle Leute Blogartikel nur über Feedreader lesen. Es gibt auch noch Leute .. wie z.B. mich. 🙂

  12. Dirk

    So sehr ich die Befürworter von Vollfeeds verstehen kann, ich werde auf meiner Website bei gekürzten Feeds bleiben – aus purer Arroganz, wenn Ihr so wollt: Ich möchte, dass die Leser den von mir verfassten Content auf meiner Website konsumieren. Oder es lassen.

    Die teilweise in derber Wortwahl formulierten Forderungen nach Voll-Feeds bei BT implizieren ein Recht der Leser, das so nicht besteht. Der Blog gehört dem Blogger, und wenn die Jungs von BT den Feed komplett dicht machen, statt ihrer Artikel nur noch Kloschüssel-Fotos posten oder BT in eine Bannerfarm verwandeln – es ist ihre Angelegenheit. Oder gibt es seit neuestem einen Blogzwang?

    In meinem Reader machen es sich gekürzte und Voll-Feeds Seite an Seite bequem. Mein eigenes Leseverhalten: Bei gekürzten Feeds klicke ich mich entschieden öfter zur entsprechenden Website durch als bei Voll-Feeds – natürlich nur, wenn die Intros interessanten Inhalt verheißen. Bei Voll-Feeds fehlt mir da schlicht die Motivation: Ich hab ja schon alles gelesen, warum sollte ich mich jetzt noch auf die Website begeben?

    Ja klar, es geht den Lesern nicht um den einen Klick: Wer ein paar hundert Blogs abonniert hat, der müsste bei gekürzten Feeds auch ein paar hundert Mal klicken. Bei der Auslieferung von Vollfeeds spart er sich diese Mühe – und konsumiert die Inhalte wie geschriebenes Fastfood. Nun will ich nicht behaupten, jeder meiner Artikel sei geschriebenes Filet Mignon – aber ich sehe mich eben auch nicht als digitalen Burgerbrater, und das selbe Recht billige auch BT und allen anderen Bloggern zu – um den monetären Aspekt einmal außen vor zu lassen.

  13. Fabian

    Gekürzte Feeds zeugen meiner Meinung nach von einem zu kurzen Gedanken (um es mal nett auszudrücken 🙂 Wenn ich wirklich interessante Inhalte schreibe, kann es mir egal sein, wo der Leser diese Inhalte liest. Wenn ich Geld mit meinem Blog verdienen möchte, bewerbe ich aus meinen Beiträgen heraus, indem ich Reviews schreibe oder auf themenrelevante Angebote hinweise. Auf eventuelle Banner im Blog selbst klickt doch eh keiner mehr.

    Viele Grüße,

    Fabian

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