WordPress & Webwork

Kommentar: Google predigt Wasser und serviert Wein

Schon seit fast zwei Jahren ist die Ladegeschwindigkeit einer Website ein Rankingfaktor bei Google: siehe auch Google: Ladegeschwindigkeit wird Rankingfaktor. So weit, so gut. Ist an sich eine vernünftige Entscheidung, da von schnelleren und schlankeren Seiten alle profitieren.

Lahmer +1-Button

Aber auf der anderen Seite bekommt man von Google Code für den +1-Button und Analytics-Einbindung angeboten, dass alles andere als performant zu bezeichnen ist. Wenn ich jetzt mal die Plugins von Facebook weglasse, dann ist bei Untersuchungen auf unseren Projekten meistens der +1-Button und manchmal auch der Analytics-Code unangenehm aufgefallen und das hat deutlich zur Steigerung der Ladezeiten geführt (siehe obere Abbildung).

Klar, man kann als Webmaster auf die Einbindung des dynamischen +1-Buttons verzichten. Habe ich auch gemacht. Aber das heißt, dass man auf ein erhebliches SEO-Potential verzichtet. Die Auswirkungen dieses Buttons sind schon jetzt zu erkennen.

Die Auswirkungen des +1-Buttons in den Suchergebnissen

Und man kann davon ausgehen dass sich dieser Trend in Zukunft verstärken wird und der +1-Button noch wichtiger wird.

Werbung als Ranking-Faktor

Seit Monaten heißt es von vielen Seiten, dass Google Websites abstraft die zu viel Werbeblöcke schalten. An sich ist auch dies eine sinnvolle Maßnahme. Zum einen finden die Nutzer die relevanten Infos schwer und zu viel Werbung verlangsamt auch die Ladegeschwindigkeit der Website.

Vorgestern hat Google wieder mal ein Algorithmus-Update gefahren und wird in Zukunft in seinen Berechnungen auch berücksichtigen, ob und wie viel Werbung eine Website im sichtbaren Bereich (engl. above the fold) vorhanden ist.

Auch das ist an sich eine sinnvolle Maßnahme. allerdings vergisst Google hierbei, dass sie eine Werbemaßnahmeim Angebot haben und empfehlen, nennen wir sie Adsense, die nur dann funktioniert, wenn man sie, bildlich gesprochen, dem Besucher ins Gesicht schleudert … nur wenn auf Adsense geklickt wird gibt es für den Webmaster auch Geld. Daher bringt es auch überhaupt nichts AdSense dort zu schalten wo die Besucher es nicht oder nur schlecht sehen.

Und wenn man den Heatmaps (siehe Abbildung) die Google zur Verfügung stellt und den Tipps folgen würde, die man von Google AdSense bekommt, dann würde so ziemlich jede Website eher einer Litfaßsäule gleichen.

summa summarum

Ich fasse das mal kurz zusammen. Google empfiehlt und erwartet bestimmte Ergebnisse und Verhaltensweisen von den Websitebetreibern: u.a. performante Websites mit einem maximal moderaten Werbeanteil. Das ist nicht nur OK sondern auch sinnvoll und wünschenswert. Aber auf der anderen Seite können wir auch erwarten, dass Google ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems ist.

7 Reaktion(en)

  1. Ricarda

    Ich glaube hier gibt es keine Lösung, die alle Bereiche perfekt abdeckt, sondern es wird darum gehen, einen Mittelweg zu finden. Buttons wirken sich negativ auf die Ladezeit aus, bringen aber Besucher. Werbung wirkt sich (oder kann sich) negativ auf das Ranking auswirken, gibt aber Geld.

    Worauf Google hinaus will ist mir schon klar. Das ist vor allem ein Angriff gegen Contentfarmen. Ich hoffe das Google hierbei klug genug ist, relevanten Content anzeigen zu lassen und ihn nicht wegen einer Werbeanzeige zu viel abzustrafen. Wenn ich ein WordPress-Thema suche, habe ich immer noch das Glück auf deiner oder auf der Seite des oben als ersten ausgeblurrten zu landen. 🙂 Das darf gern so bleiben.

  2. Andreas

    Wie Ricarda es bereits sagte, man muss einen Mittelweg finden.
    Den Weg den Google geht kann man ja auch nachvollziehen. Aber ich bin zuversichtlich das sie dort auch noch sich bessern werden. Es ändern sich doch ständig irgendwelche Richtlinien.

    Grüße

  3. Pingback: Google enttäuscht Anleger mit Quartalszahlen

  4. Pingback: Mein heutiger “Linkjuice” [So 22.01.2012] | marcus-merz.com

  5. Pingback: Google: Qualitätsprobleme und Doppelmoral - Techboom

  6. Bernd

    Mich würde tatsächlich mal interessieren, welche Kennzahlen Google für die Bewertung der Ladezeit heranzieht. Ist es die First Byte Time, Dokument Ready oder Document Complete. Ich messe beispielsweise mit dem Webpagetest und mit Google-Analytics ganz andere Zahlen, als mir im Webmastertool angezeigt werden.

    Ich schwanke auch immer zwischen Einbindung von externem Javascript oder schnelleren Ladezeiten. Auf die Social Buttons kann man aber auch nicht mehr wirklich verzichten.

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