WordPress & Webwork

Kleines Fazit meiner Amazon-Aktion um das kostenlose WordPress-Buch

KDP Select bietet den kleinen Verlagen und selbst-publizierenden Autoren eine kostenlose und unkomplizierte Möglichkeit ein vielfaches an Publikum zu erreichen und anzusprechen. Ob die Verlage und Autoren dadurch auch längerfristig einen wirklichen Nutzen ziehen können, wird sich noch zeigen müssen.

Ich habe gestern die Aktion auf Amazon gestartet, in dem ich die ältere Ausgabe des WordPress-E-Books WordPress für Autoren und Redakteure kostenlos angeboten habe. Ich dachte ich fasse mal mein Protokoll zusammen und mache daraus einen Artikel. Vielleicht hilft das jemanden.

Das ganze hat um 09:00 angefangen, weil bei KDP Select für die Webmaßnahmen die Pazifische Zeit gilt und das ist dann dort 0:00 Uhr.

Um 12:26 habe ich gestern den Blog-Artikel veröffentlicht in dem ich das ganze ankündige. Bis dahin wurde vom System kein einziger Download verzeichnet, das kam erst nach dem Blogartikel. Um etwa 13:45 wurde die Marke von 80 Downloads überschritten. Um 14:01 gab es mehr als 90 Downloads und das Buch stand an der zweiten Stelle der kostenlosen E-Books in Kategorie Computer & Internet…

Amazon-Aktion: Platz zwei bei kostenlosen Computer-Büchern

…. was an sich nicht so schwer ist, da in dieser Kategorie recht wenig kostenlose E-Books angeboten werden.

Um 14:15 gab es den 101. Download und um 15:01 schon 133 und das E-Book kletterte an die erste Stelle der kostenlosen E-Books in Kategorie Computer & Internet und rangierte irgendwo bei 200+ aller kostenloser E-Books:

Amazon-Aktion: Platz eins aller kostenlosen Computer-Bücher

Am Abend um 19:15 gab es bereits 233, um 20:17 287 und um 20:44 317 Downloads und hier war das E-Book weiterhin die Nr. 1 kostenlosen E-Books in Kategorie Computer & Internet und kletterte auf Platz 24 aller kostenloser E-Books.

Um 22:45 wurde das Buch schon 446 mal heruntergeladen und kletterte auf Platz 20 aller Kostenlosen. Kurz nach Mitternacht sagte der Downloadzähler 502 und die Top-Kostenlos-Liste sagte Platz 17.

Heute Mittag gegen 12:16 kletterte das digitale Buch auf Platz Nr. 5 und verzeichnete bereits 700 Downloads. Hier war allerdings Schluss, es gab zwar weiterhin viele Downloads, aber an der Positionierung änderte es sich nichts.

Amazon-Aktion: Platz Nr. 5 aller kostenlosen E-Books

Um 16:02 habe ich dann die Aktion beendet und Amazon bzw. die Website hat dann weiterhin noch gute 15 Minuten gebraucht bis der Befehl umgesetzt wurde. und hier die Gesamtzahl der Downloads:

  • Amazon.de: 813 Downloads
  • Amazon.com: 7 Downloads
  • Amazon.co.uk: 1 Download
  • Amazon.es: 1 Download

Also das E-Book wurde innerhalb von gerade mal 30 Stunden weltweit 822 Mal heruntergeladen. Schaue ich mir die Verkaufszahlen meiner kostenpflichtigen E-Books, dann habe ich bis jetzt im April folgende Zahlen:

Bei den beiden Zahlen wurden die Verkäufe der Volumenlizenzen (PDF: hier und hier) nicht berücksichtigt. Somit habe ich mit dieser kostenlosen Aktion in etwa das zehnfache Publikum erreicht.

Und hier kommen wir zu dem Mehrwert von KDP Select. Man verpflichtet sich für 90 Tage das E-Book nur auf Amazon zu verkaufen und kann im Gegenzug das Buch an insgesamt fünf Tagen kostenlos anbieten. Damit die Werbemaßnahme die volle Wirkung entfaltet muss man schon zwei Tage darauf verwenden: also reicht das für zwei Werbekampagnen, mit denen man auf jeden Fall recht schnell die Top-Listen erreichen kann … zumindest ist das noch so.

Ich möchte nicht wissen was so eine Werbemaßnahme bei anderen Anbietern kostet … bei Amazon ist es kostenlos. Ob dann der Autor durch diese Maßnahme auch hinterher mehr Einnahmen hat ist eine ganz andere Sache.

TL;DR KDP Select bietet den kleinen Verlagen und selbst-publizierenden Autoren eine kostenlose und unkomplizierte Möglichkeit ein vielfaches an Publikum zu erreichen und anzusprechen. Ob die Verlage und Autoren dadurch auch längerfristig einen wirklichen Nutzen ziehen können, wird sich noch zeigen müssen.

14 Reaktion(en)

  1. Marvin

    Was die Mentalität der heutigen Generation der Webuser und Piratenwähler beweist. Nur umsonst ist geil und am besten das Werk anderer nutzen, ohne einen Cent zu zahlen. Dazu aber noch meckern.
    Traurig.

    Ich habe es übrigens nicht gezogen. Sollte ich es benötigen, kann ich die paar Euro ertragen. 😉

  2. Andreas

    Hallo Marvin,
    irgendwie muss (will) ich Dir widersprechen. Ich habe über die kostenlosen Bücher schon ein paar nette "Perlen" kennengelernt und mir danach weitere Bücher von gleichen Autor(in) gekauft. Bücher die ich mir mit Sicherheit nicht gekauft hätte, wenn es nicht den kostenlosen Lesestoff gegeben hätte. Aber ich habe auch schon viele der kostenlosen Bücher nach ein paar Seiten gelöscht. Einfach nicht mein Geschmack gewesen.
    Für mich kann ich definitiv sagen das so kostenlose Ausgaben schon eine Wirkung haben – so oder so. Bei einem Autor / einer Autorin deren Buch mir gefallen hat, da gebe ich dann auch gerne Geld für ein weiteres Buch aus. Und spare es mir bei denen die mich gelangweilt haben.
    Es ist halt, wenigstens bei mir, ähnlich wie mit Musik. Gefällt mir etwas, kaufe ich es auch gerne. Aber vorher will ich schon reinhören, kostenlos. Den Geld zu verschenken hab ich auch nicht und für Müll oder belangloses Geschreibsel will ich es nicht ausgeben.
    LG
    Andreas

  3. WobIntosh

    Ich denke, einige der Käufer hätten das Buch – so wie ich – normalerweise nicht gekauft, ich besitze genug andere WordPress-Bücher, darunter natürlich auch dein Standartwerk. Ansonsten sehe ich das wie Andas, ich habe über Kostenlos-Aktionen – sei es nun bei eBooks, Software oder Musik – einige interessante Produkte (wenn man die denn so nennen möchte) gefunden und auch gekauft. Und ich bin trotzdedm Piraten-Freund

  4. Kai Thrun

    Lieber Vladimir,

    ich würde mich freuen, wenn Du dir in 8 Wochen einen Kalendereintrag machst in dem steht: "Kai erzählen wie sich das mit dem kostenlosen E-Book entwickelt hat". Immerhin hast du nun mehr oder minder 800 Kontakte generiert innerhalb eines Tages, wovon sicherlich nicht alle neu gewesen sind. Ich möchte dennoch gern wissen, ob sich daraus evtl. Neugeschäft generiert hat, was sonst nicht zustande gekommen wäre.

    Viele Grüße,
    Kai

  5. Achim Lummer

    Hallo Vladimir,
    mich beeindruckt deine Offenheit im Umgang mit deinen geschäftlichen Aktivitäten immer wieder. Bezogen auf deine Auswertung muss ich sagen, dass ich nicht überrascht bin, sondern nachdenklich, dass €2.99 für das vergleichbare eBook zu teuer erscheint. Hinzu kommt, dass aufgrund der Historie des Buches eine Qualitätsdiskussion um den Geldwert überflüssig ist. Ich glaube nicht, dass bei der bestehenden Kultur ein eBook einnahmetechnisch mittelfristig Perspektive hat. Das Ebook bleibt Mittel zum Zweck für die anderen Aktivitäten.
    VG Achim

    1. Vladimir

      Hallo Achim,

      mich beeindruckt deine Offenheit im Umgang mit deinen geschäftlichen Aktivitäten immer wieder.

      danke. Ich mache nichts verbotenes und ich teste etwas aus, was wahrscheinlich viele Leute interessiert – das Thema ist sehr spannend – deswegen ist es für mich selbstverständlich das ich darüber berichte. Zumal ich hier mehr oder weniger alleine agiere und nicht auf die Interessen von Kunden Rücksicht nehmen muss. Manche Kunden möchten das mehr oder weniger gar nichts nach außen gelangt, hier halte ich mich logischerweise an die Regeln

      Das Ebook bleibt Mittel zum Zweck für die anderen Aktivitäten.

      Im großen und ganzen sehe ich das ähnlich. Hier Einnahmen zu generieren, von denen man auch einigermaßen ordentlich leben kann, werden nur sehr wenige Belletristik- und einige sehr wenige Sachbuch-Autoren schaffen … die sonst auch im Radio, TV etc. auftreten.

      Aber das ist auch heute bei dem gedruckten Buch so. Ich kenne keinen IT-Fachbuchautor (im deutschsprachigen Raum) der davon leben kann: Bei Auflagen zwischen 1.500-2.000 und bei einer Tantieme von ca. 1-2 Euro pro Buch ist das auch nicht möglich.

  6. Marvin

    Hallo Andreas!
    Ich habe das lange Jahre exakt so vertreten wie Du und stand auch 100% dahinter. Und wieso? Weil ich eben auch, wie Du, von mir und meiner Ehrlichkeit ausgangen bin. Wenn mir was gefällt, bezahle ich dann dafür.
    Leider musste ich nicht nur am eigenen Leib feststellen, dass dem eben in der Masse nicht so ist, sondern leider beweisen alle Statistiken zum Thema leider mein Empfinden, welches ich oben anführte.
    Im aktuellen Spiegel-Online findest Du viele Artikel gerade zum Thema Musik. Ich denke, das ist halbwegs übertragbar auf e-book.
    (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,709939,00.html , http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,709955,00.html etc.)
    Würde mich natürlich freuen, wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast.
    Ich wäre auch gespannt, ob man durch diese Aktion mind. 10 neue Kunden dazugewonnen hat. Ich denke, eher nein.

  7. Pingback: Fans, Werbung, Lesezeichen und so › Buchkritik.org

  8. christian

    Hallo Vladimir, wie sieht es denn mit den Übertragungskosten der E-Books aus? Berechnet Amazon das innerhalb der Aktionszeit nicht? Sonst ist die Werbung ja nicht ganz kostenlos.

    Und ich schließe mich Kai an, es wäre interessant ob nach der Aktion z.B. die Verkäufe der anderen E-Books steigen (oder nicht).

  9. Mike

    Danke für den kleinen empirischen Beitrag. Ich weiß, dass einige Leute nur gratis "ziehen" und nie kaufen, aber ich habe selbst in den vergangenen Tagen zwei Bücher gekauft, die ich zuvor in ihrer digitalen Version komplett lesen konnte bzw. hätte lesen können, wenn ich mich nicht nach ein paar Seiten bzw. Kapiteln für die Papierversion entschieden hätte. Einmal Cory Doctorow’s Futuristic Tales of the Here and Now (auf Englisch) und dann noch einen aktuellen deutschsprachigen Roman, der "XO" heißt und auf den ich durch eine Rezension aufmerksam geworden bin. Ich finde solche Ansätze absolut unterstützenswert, und auch wenn nur ein Teil der Leute die Sachen am Ende wirklich kauft, so ist das doch schon mal was.

  10. Pingback: Blogger-Rückblick auf die 18. Woche 2012 | Zafenat

  11. Martin Fischer

    Hallo, ich stosse etwas spät zu dieser interessanten Diskussion. Seit etwas über einem Jahr bin ich begeisterter Kindle 3-Leser. Ich geniesse es, in Amazon zu stöbern und wenige Minuten später das "Buch" in der "Hand" zu halten und mit lesen zu beginnen.

    Allerdings gibt es eine unangenehme Grenze bei Sachbüchern. Da fehlen viele wichtige Gestaltungselemente wie Sidebars, Exkurse etc. Tabellen und Grafiken kann man auch nur mit viel Fantasie entziffern, wenn überhaupt.

    Deshalb beschränke ich mich auf tolle Romane. Anstatt ein 1000-Seiten Schmöker in der Hand zu balancieren ist es mehr als angenehm, in einem für mich angenehmen Schriftbild weiter zu blättern.

    BTW: Ich finde Deine Blogbeiträge erfrischend, weil sie sich nicht nur auf IT-Chinesisch beziehen sondern auch aus dem Leben und Deinem Erleben berichten.

    Danke und weiter so!

    Gruss, Martin

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