WordPress & Webwork

Was hat mir das Bloggen gebracht?

Ich dachte mal, nach fast vier Jahren des Bloggens … gut, 3 Jahre und 8 Monate um genauer zu sein, wäre der Zeitpunkt gekommen um zu überlegen was mir das bloggen gebracht hat. Als vorweggenommenes Fazit kann ich sagen, dass die Idee ein Blog aufzumachen meine zweitbeste Entscheidung im beruflichen Leben war nach der Entscheidung mich überhaupt selbständig zu machen.

Obwohl ich sagen muss, dass ich mit dem Bloggen nicht angefangen habe, weil ich die klare Vorstellung hatte, dass ich damit beruflich vorwärts kommen werde. Am Anfang stand in erster Linie Spaß am Schreiben und sich relativ komfortabel mitteilen zu können. Alles andere hat sich mit der Zeit mehr oder weniger automatisch ergeben.

Wie komme ich nun zu der oben genannten Aussage? Durch das Bloggen haben sich bei mir in den letzten Jahren viele direkte und indirekte Ereignisse ergeben, die es ohne das Bloggen entweder gar nicht oder nur in einer schwachen Form gegeben hätte. Zuerst habe ich einige interessante Leute kennen gelernt und dadurch hat sich ein gewisses kleines Netzwerk gebildet. Das Bloggen selbst und vor allem die Festlegung auf WordPress hat mir sehr wertvolle berufliche Kontakte beschert, so dass die Frage "was hat mir WordPress gebracht?" vielleicht gar nicht verkehrt wäre.

Diese beruflichen Kontakte mündeten entweder direkt oder nach einer gewissen Zeit in konkreten Aufträgen oder zumindest in ernsthaften Anfragen, an die ich ohne Blog so gar nicht ran gekommen wäre. Letztendlich verdanke ich meiner Experimentierfreudigkeit in Bezug auf WordPress die Tatsache, dass ich seit fast zweieinhalb Jahren bei Koelnmesse als Freelancer tätig bin.

Doch der Erfolg kam nicht sofort. Ich kann mich erinnern, das war so im März 2005 bot mir damals eine Firma, den Namen habe ich berits vergessen, eine Summe von 3.500 Euro für www.perun.net geboten hat. Also die Domain, damals schon PR6 und die etwa 300+ Beiträge die ich bis damals verfasst habe. Ich bin mir sicher, dass ich durch weitere Verhandlungen, die Summe nochmal hätte erhöhen können. Eigentlich viel Geld.

Mein Bauch hat mir aber gesagt, dass die Idee die Seite zu verkaufen eine ganz blöde wäre. Daher habe ich den Vorschlag der Firma dankend abgelehnt und das war gut so, denn kurze Zeit später ergaben sich interessante Kontakte und Aufträge. So das am Ende von 2005 die angebotenen 3.500+ Euro mehr als drinn waren. Seit dem ist auch in beruflichen Belangen mein Bauch einer meiner wichtigsten Berater.

Aber nicht nur bei den "klassischen" Aufträgen kam ich durch das Bloggen schneller voran. Ohne einen eigenen WordPress-Blog hätte ich wohl schwer den Verlag überzeugen können zwei Bücher über WordPress schreiben zu dürfen. Seit einiger Zeit kommt auch ein recht ordentlicher Batzen an Werbeeinnahmen hinzu. Zu diesem Thema habe ich bereits ein paar Beiträge verfasst.

Das bloggen hat mir allerdings nicht nur Kontakte und Aufträge gebracht sondern mir auch beim lernen geholfen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich ohne ein Weblog, sehr wahrscheinlich mit einigen Themen nicht so intensiv auseinandergesetzt hätte. Somit sehe ich die Entscheidung zu Bloggen und dabei auf WordPress zu setzen als Erfolg auf ganzer Linie.

Ich weiß das WordPress als Software immer schon ein paar Macken hatte und das ich momentan einige der Entscheidungen der Entwickler überhaupt nicht nachvollziehen kann, aber das alles ändert nicht daran das ich der Software einiges zu verdanken habe. Denn ich bin mir nicht 100%ig sicher ob ich den gleichen Erfolg mit einer andere Blog-Software gehabt hätte. Ich rede hier logischerweise weniger von der Qualität als vielmehr von der Verbreitung der Software.

Einen großen Schub bekam ich z. B. in den Kontakten und Aufträgen durch meinen dritten Platz bei dem Themes-Wettbewerb. Und mitverantwortlich für diesen Schub war neben dem WordPress-Theme (Red Train), die Tatsache das WordPress schon damals weit verbreitet war.

Sicherlich, zu meinem bescheidenen Erfolg gehörte natürlich auch der richtige Zeitpunkt, ich weiß jetzt nicht ob ich das so heute nach dem gleichen Muster wiederholen könnte. Glück gehört auch dazu, am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt zu sein ist sehr wichtig. Die Entscheidung ob mein Glück eher das "Glück des Tüchtigen" oder eher das Glück der Art "der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffel" war überlasse ich den Lesern. 🙂

Fazit

Was gibt es dann abschließend zu sagen? Wenn man Lust am Bloggen hat, dann soll man auch Bloggen und soll dabei vor allem nicht am Anfang an Geld & Co. denken. Wenn man Spaß an der Materie hat, dann hat man die Ausdauer um zu warten bis sich ein gewisser Erfolg einstellt und man hat auch Geduld um evtl. Durststrecken zu überwinden. OK, ich weiß, für manch einen hört sich das unter Umständen abgedroschen an: Glückskekse lassen grüßen. Aber das ist das, was ich dem Ganzen als Erfahrung verbuchen kann.

11 Reaktion(en)

  1. Marcel Widmer

    Dass die allermeisten Deiner Artikel vom fachlichen Inhalt her interessant und für andere WP-Blogger (wie mich) sehr hilf- und lehrreich sind, ist ja nur das Eine.

    Was aber meiner Meinung nach mindestens so entscheidend für Deinen verdienten Erfolg im Zusammenhang mit dem Bloggen ist, ist die Art und Weise, wie Du bloggst. Stichworte wie "Authentizität", "persönlich" oder "das ist kein Blender" kommen mir da in den Sinn.

    So oder so: ich gratuliere Dir zum verdienten Erfolg und zur Freude daran!

  2. Webstandard-Team

    Kann dir nur zustimmen. Den Spaß sollte man sich immer erhalten! Wer dabei nur an Geld verdienen denkt und sich von der Anzahl der Leser leiten lässt, dürfte den Spaß sicherlich schnell verlieren. Weiterhin allen nur erdenklichen Erfolg für Dich ob mit den Büchern oder dem Blog!!!

  3. Thomas

    Das ist mal eine vernünftige Sichtweise. leider stolpern gerade Neulinge über so manchen "falschen" Beitrag der vermeintlichen A-Blogger und gehen das Hobby vollkommen falsch an. Ich weiß von was ich spreche, er später erkannte ich, dass diese Tipps vollkommener Schrott waren.

  4. Pingback: zeitsturz » Blog Archiv » Warum bloggen?

  5. Woyciechowski Marcus

    ich finde die überlegung gut, man denkt selber auch drüber nach. und da die ziele ähnliche sind wie ich habe, motiviert mich das sehr.

  6. Pingback: Blog-Stöckchen: Was bringen Marketing-Blogs? » Peruns Weblog

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  8. Pingback: Was bringt einem eigentlich das bloggen? | Medienflackern

Die Kommentare in diesem Beitrag sind geschlossen.

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