Viele haben es nicht für möglich gehalten und nach allen Querelen und Schwierigkeiten ist es nun doch schnell gegangen: WordPress 5.0 ist in der Beta-Phase und wird voraussichtlich im November veröffentlicht.

Und dieses Mal ist die Veröffentlichung besonders spannend, denn WordPress-Nutzer erwartet etwas wirklich neues: Gutenberg! Wir haben in der Vergangenheit schon öfter über den neuen Editor berichtet und dabei sowohl über unsere Skepsis wie auch über positive Eindrücke berichtet. Es ist wohl wie immer, wenn etwas wirklich Neues kommt, erst im Rückblick wird man beurteilen können, ob WordPress mit dem Gutenberg-Editor die richtige Tür genommen hat.

Gutenberg-Check

Aber alles Lamentieren hilft nichts. Es ist als Betreiber einer WordPress-Website höchste Zeit sich mit dem Thema Gutenberg auseinanderzusetzen. Wer das nicht selber tun möchte, kann auch gerne uns beauftragen eine Gutenberg-Check durchzuführen.

Wichtig zu wissen ist in jedem Fall, dass man ein besonderes Augenmerk auf Plugins hat, die für das Bearbeiten von Beiträgen und Seiten wichtig sind bzw. dort eingesetzt werden, also z. B. SEO-Plugins, die meist unterhalb des Editorfensters erscheinen und bei denen man diverse SEO-Einstellungen machen kann, aber auch Plugins, die die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken steuern oder aber auch Plugins, die sich im Editor integrieren, damit Inhalte eingefügt werden können, wie z. B. Formulare, Galerien, Slider.

Bei all diesen muss man prüfen, ob sie immer noch da sind und ob sie korrekt funktionieren.

Wenn man einen Visual Builder nutzt kann es auch hier zu Problemen kommen. Viele Entwickler sind zwar schon „Gutenberg-Ready“, aber es gibt durchaus große Theme-Entwickler, deren Themes auf Visual Builder setzen, die noch nicht kompatibel mit Gutenberg sind!

Never change a running system

Ein weiterer Tipp ist: lasst alte Inhalte wenn möglich unberührt. Sie werden im Classic Block dargestellt (nicht zu verwechseln mit dem Plugin Classic Editor!) und vor einer Umwandlung sollte man sich den Code auf jeden Fall lokal speichern, um keine Verluste beklagen zu müssen.

Gutenberg wandelt zwar einfache Texte, Listen und Bilder ziemlich problemlos und korrekt um, aber Inline-Style oder HTML-Ergänzungen wie z. B. für ein VG-Wort-Pixel werden dabei schon einmal gerne „vergessen“. Auch eingebundene Skripte werden nicht zuverlässig übernommen, so dass nach einer Umwandlung schon mal die Newsletter-Anmeldung oder ähnliches fehlt, die auf der ursprünglichen Seite eingebunden war.

All diese Elemente muss man nach einer Umwandlung nämlich händisch als HTML-Block wieder einfügen. Hat man den Code vorher gespeichert ist das kein Problem.

Wem die Entwicklung viel zu schnell geht und wer noch etwas Zeit gewinnen möchte, dem sei das Plugin Classic Editor empfohlen. Damit bleibt der jetzige TinyMCE als Standard-Editor erhalten, trotz Update auf WordPress 5.0.

Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass dies nur eine kurz- bis maximal mittelfristige Lösung ist, da die Entwicklung von Gutenberg und die Umwälzungen im Hintergrund weiter gehen werden.

Es könnte daher gut sein, dass einige Plugins, die noch heute mit dem alten Editor funktionieren in der Zukunft es nicht mehr tun..

Wer auch langfristig nicht auf Gutenberg umsteigen möchte, dem bleibt als sichere Lösung nur der Wechsel auf ClassicPress übrig.

Hinweis: kurzfristig ist unter einem Jahr, mittelfristig ist ein bis fünf Jahre und langfristig ist mehr als fünf Jahre.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon

Neues Theme Twenty Nineteen

Etwas untergegangen im Gutenberg-Trubel ist dass WordPress auch eine neues Standard-Theme veröffentlicht, und zwar Twenty Nineteen. Ein ziemlich klares Theme, das mir sehr gut gefällt und dass in Kombination mit den Gutenbergblöcken natürlich reibungslos gestaltet werden kann.

Bildnachweis: CC0, Pixabay

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Geschrieben von Thordis

Thordis Bonfranchi-Simović arbeitet seit Januar 2004 mit WordPress.

  1. Ich habe Gutenberg schon mehrfach ausprobiert und komme damit klar, aber es geht mir nicht so locker von der Hand wie der Classic Editor, so dass ich diesen vermutlich erst einmal weiter nutzen werde, zumindest bei meinen größeren Projekten. Ich möchte das Tempo, mit dem ich mich umgewöhne, einfach selbst bestimmen.

    Ich denke, dass die Einführung von Gutenberg noch eine Menge Probleme nach sich ziehen wird. Vermutlich beschäftigt sich nur ein Bruchteil der WordPress-Nutzer damit, was drumherum passiert, und wird daher völlig von dem neuen Editor überrascht werden.

    Antworten

    1. Vermutlich beschäftigt sich nur ein Bruchteil der WordPress-Nutzer damit, was drumherum passiert, und wird daher völlig von dem neuen Editor überrascht werden.

      Ich gehe davon aus, dass du recht behalten wirst. Es wird ähnlich sein wie bei der DSGVO vor ein paar Monaten.

      Antworten

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